München
Glosse

Kein Bock auf Likörchen

In Bayern zählen auch beim Alkohol höhere Werte.
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Die Vertriebsfirma "Kloster Genuss" blieb einem klagenden Lieferanten einen Restkaufpreis von 46.000 Euro für angeblich mangelhafte Getränke schuldig. Bemängelt wird unter anderem das Fehlen von Löwenzahn und Honig und ein zu geringer Alkoholgehalt im sogenannten "Bayerischen Bierlikör". Foto: Matthias Balk, dpa
Die Vertriebsfirma "Kloster Genuss" blieb einem klagenden Lieferanten einen Restkaufpreis von 46.000 Euro für angeblich mangelhafte Getränke schuldig. Bemängelt wird unter anderem das Fehlen von Löwenzahn und Honig und ein zu geringer Alkoholgehalt im sogenannten "Bayerischen Bierlikör". Foto: Matthias Balk, dpa
Zum Glück ist hierzulande gut geregelt, was wo rein darf und was nicht. Aufzüge sind für zwölf Personen ausgelegt, auch wenn es schon bei sieben Insassen kuschelig wird. In den Leberkäse kommen Fleisch und Gewürze - nur keine Leber. Und fürs Bier, dass lernt man schon in Bayerns Kindergärten, dürfen nur Hopfen, Malz, Hefe und Wasser verwendet werden.
Regelungsbedarf scheint es hingegen noch in Sachen Bierlikör zu geben, auch am bayerischen Met scheiden sich die Himbeergeister. Den einen hat ein österreichischer Schnapsproduzent mit schnödem Bier statt mit Doppelbock hergestellt, dem anderen fehle es insgesamt an den nötigen Umdrehungen.
Schnaps ist Schnaps, dachten sich aber die Richter am Oberlandesgericht München und ließen einen Rosenheimer Händler für die mangelhafte Ware zahlen - weil auch die schwachen Tropfen durchaus Abnehmer fanden. Möge sich der qualitätsbewusste Bayer einmal in Franken umgucken. Da kommt er bestimmt rein, aber nach diversen Schnaps- und Likörproben wohl nicht so leicht wieder raus.
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