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Der Sommer kam zu spät: Ärger am Stadtstrand

Als das gute Wetter kam, musste der Stadtstrand schließen. Bis dahin machten die Veranstalter in Nürnberg wieder mal Miese. Eine Lösung im Gerangel mit dem traditionellen Bardentreffen ist nicht in Sicht.
Dumm gelaufen: Für Lorenz Kalb, den Betreiber des Nürnberger Stadtstrandes, kommt die Sommerhitze zu spät. Fotos: News5/Ott
 

Für Lorenz Kalb und seinen Stadtstrand kommt der Sommer zu spät. In den hinteren Ecken der Nürnberger Insel Schütt liegt noch ein bisschen Sand auf dem Kopfsteinpflaster. Ein paar kräftige Männer hieven in der prallen Sonne fünf Meter hohe Palmen auf einen Lastwagen. Mittendrin steht Kalb, der sich mit einer Mütze vor der Hitze schützt. Als er den Wetterbericht für diese Woche hört, kann er es kaum fassen. "Ich hätte heulen können", sagt der 56-Jährige. Denn am Sonntag war Schluss mit Strand.

Bis Dienstag mussten die Veranstalter des Nürnberger Stadtstrands das Gelände zwischen der Pegnitz räumen. Am Wochenende soll dort eine Bühne des traditionellen Bardentreffens stehen. 600 Tonnen Sand, mehr als 400 Liegestühle und Strandkörbe, 45 Palmen - alles musste in einer 30-Stunden-Aktion weg. Das Bittere daran: Nur einen Tag nach dem diesjährigen Strand-Event lockte das Sommerwetter die Bayern wieder an Badeseen, in Biergärten und Eiscafés. Den Stadtstrand am Rande der Nürnberger Altstadt suchten sie jedoch vergebens.

Seit Mitte Mai hatten es sich die Hartgesottenen am Stadtstrand gut gehen lassen: Sie tranken Cocktails, spielten Beachvolleyball oder lauschten Live-Musik. Das Wetter spielte jedoch nur selten mit. "Im Mai war's in Ordnung", erinnert sich Kalb, einer der fünf Organisatoren des Strands. Das Aprilwetter im Juni und Juli habe ihnen dann aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. "Gegen Regen kann man gar nichts machen", sagt Kalb, der sein Geld eigentlich als Schausteller auf Volksfesten verdient. "Wir werden leider wieder in die Miesen rutschen."

Erfolglose Bemühungen


Die Bemühungen, noch bis Mitte August auf der Insel bleiben zu dürfen oder den Stadtstrand mit dem Bardentreffen zusammenzulegen, blieben bislang erfolglos. Man habe diese Möglichkeit im vergangenen Jahr aufwendig geprüft, sagt Andreas Radlmaier vom Nürnberger Amt für Kultur und Freizeit. Es sei aber "völlig undenkbar", die beiden Veranstaltungen an einem Ort durchzuführen. "Wenn die Menschen da an drei Tagen drüber laufen, ist der Sand im Eimer", sagt er. Außerdem finde das Bardentreffen dort "seit mehr als 30 Jahren statt".

An Lob für das jeweils andere Event sparen die beiden Seiten nicht. "Ich finde das Bardentreffen super", sagt Kalb. "Ich finde die Veranstaltung gut gemacht", lobt auch Radlmaier. Eine Lösung des Problems ist trotzdem nicht in Sicht. Wie lange Kalb und Co. den Stadtstrand noch auf die Beine stellen, ist deshalb unklar. "Wir müssen jetzt erstmal auswerten, wie weit wir in die roten Zahlen rutschen", sagt Kalb. Das gute Wetter kann er momentan nur bedingt genießen.

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