Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Fall Peggy und NSU

Wie wird der DNA-Fund bei Peggys Leiche den NSU-Prozess beeinflussen?

Der Fund der DNA von Uwe Böhnhardt am Fundort von Peggys Leiche wird den NSU-Prozess nach Ansicht eines Opferanwalts kaum beeinflussen.
Die Angeklagte Beate Zschäpe steht zum Prozessauftakt im Gerichtssaal in München mit dem Rücken zur Richterbank. Vor dem Oberlandesgericht beginnt heute der Prozess um die Morde und Terroranschläge des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU). Foto: Peter Kneffel/dpa
 
von DPA
Der brisante Fund von DNA-Spuren von Uwe Böhnhardt am Fundort von Peggys Leiche wird den Münchner Mammutprozess um die NSU-Mordserie nach Ansicht eines Opferanwalts nur wenig beeinflussen. "Ich glaube nicht, dass die neuen Entwicklungen insgesamt eine große Auswirkung auf das Verfahren haben", sagte Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler dem "Münchner Merkur" (Samstag). Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass am Fundort der Skelettteile der 2001 verschollenen neunjährigen Peggy aus Oberfranken Genmaterial des mutmaßlichen NSU-Terroristen Böhnhardt entdeckt worden war.

Man werde aber prüfen, "ob wir Beweisanträge stellen", bekräftigte der Anwalt, der ein Vertreter der Nebenklage im NSU-Prozess ist. Seit fast dreieinhalb Jahren steht die mutmaßliche Mittäterin Beate Zschäpe wegen der Mordserie des "Nationalsozialistischen Untergrunds" vor dem Münchner Oberlandesgericht. "Wir werden auf jeden Fall Frau Zschäpe fragen, welche Kenntnisse sie hatte", sagte Daimagüler.

Der aus Thüringen stammende Rechtsextremist Böhnhardt soll mit seinem mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos jahrelang unerkannt gemordet haben - hauptsächlich aus fremdenfeindlichen Motiven. Mundlos und Böhnhardt töteten sich laut Ermittlern im Herbst 2011 nach einem Banküberfall, um einer Festnahme zu entgehen. Zschäpe stellte sich der Polizei.

Die damals neunjährige Peggy war 2001 im oberfränkischen Lichtenberg verschwunden. Erst im Juli waren Skelettteile von ihr in einem Wald im benachbarten Thüringen entdeckt worden.

Der Fund der DNA-Spuren hatte auch bei Politikern Entsetzen ausgelöst. "Unfassbar" nannte es Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), dass einer der NSU-Terroristen möglicherweise auch Peggys Mörder sein könnte. "Zunächst will man das nicht glauben, dass da ein Zusammenhang bestehen kann", sagte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Es wäre schrecklich, wenn es der Fall wäre.

Die Linken-Politikerin Martina Renner forderte eine Überprüfung aller Fälle vermisster und getöteter Kinder in der Region. "Jetzt müssen sämtliche DNA-Spuren der Fälle von vermissten und getöteten Kindern in der Region mit den Spuren der NSU-Täter verglichen werden", sagte die Innenexpertin der Linken-Fraktion im Bundestag den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Die Grünen im bayerischen Landtag verlangten von Bayerns Staatsregierung detaillierte Auskunft - auch über mögliche Neonazi-Treffpunkte in der Nähe von Peggys Wohnort.

Die Rechtsmedizin der Universität Jena in Thüringen schloss eine zufällige Übertragung der DNA Böhnhardts auf die Spurenträger am Fundort der Leiche Peggys am eigenen Institut aus. Nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft Bayreuth muss aber weiter geprüft werden, ob der DNA-Treffer möglicherweise durch eine Verunreinigung ausgelöst wurde.

zum Thema "Fall Peggy"

Newsletter kostenlos abonnieren