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Partnerschaft

Wie sich Freunde von getrennten Paaren am besten verhalten

Eine Trennung führt im Freundeskreis oft zur Verunsicherung: Partei ergreifen oder sich raushalten?
Wenn Paare sich trennen, bleibt der Freundeskreis davon nicht unberührt. Oft schlagen sich Bekannte eher auf die Seite desjenigen, mit dem sie enger befreundet sind. Foto: Christin Klose, dpa
 
von DPA
Wenn ein Paar sich trennt, verändert das auch die Beziehungen zu Familie und Freunden. Oft führt die neue Situation zu vielen Fragen: Wie soll ich mit meinem Kumpel umgehen? Soll ich weiter Kontakt zu seiner Ex haben? Experten sagen: Es hilft, offen darüber zu reden.

"Vor einer Trennung ist in der Regel etwas vorgefallen, egal ob es lange dahin plätscherte oder etwas Dramatisches war wie ein Seitensprung", sagt der Diplom-Psychologe Michael Stasch aus Heidelberg, Vorsitzender des Bundesverbands Psychoanalytische Paar- und Familientherapie. Je stärker die Kräfte sind, die das Paar auseinandersprengten, desto wahrscheinlicher werde das Umfeld hineingezogen.

Ob es ratsam ist, sich in die Trennung eines befreundeten Paares einzumischen, könne man nicht generell sagen, sagt der klinische Psychologe und Psychotherapeut Michael Schellberg aus Hamburg. Dass man für eine Seite Partei ergreift, lässt sich aber oft nicht vermeiden: "Man ist selten mit beiden gleichermaßen befreundet, und es ist sehr wahrscheinlich, dass man an der Seite seines besten Freundes bleibt."

Für die Betroffenen selbst ändert sich sowieso etwas: Einen Freundeskreis verliere man nach einer Trennung fast immer, sagt der Psychotherapeut Wolfgang Krüger. Allerdings sei es wichtig, die seelische Stabilität, die mit einer Trennung wegbricht, durch eigene Freunde auszugleichen.


Neigung zum Rückzug

"Es kann aber auch sein, dass es den Ex-Partner gar nicht stört, wenn er vom Freundeskreis links liegen gelassen wird", betont Stasch. Etwa, weil der Getrennte sich aus freien Stücken einigelt. "Manche haben einfach eine Neigung zum Rückzug", erklärt Krüger. Diesen Einzelgängern könne man Angebote machen, sie etwa weiter einladen. Erzwingen lässt sich aber nichts. Ein Sonderfall ist die Situation bei befreundeten Paaren. Einerseits "weil Paarfreundschaften oft relativ oberflächlich sind", wie Krüger sagt. Und neben der Ex-Partnerschaft und der Freundschaft besteht auch noch die Beziehung des anderen Paares, die durch die Trennung beeinträchtigt werden könnte, sagt Stasch: Als befreundetes Pärchen sollte man sich beraten, wie man mit den Getrennten umgehen will, und das Problem ihnen gegenüber offen ansprechen

So eine offene Aussprache kann allerdings nach hinten losgehen, warnt Stasch: Nämlich dann, wenn das Paar versucht, die Getrennten an einen Tisch zu bringen. Besser ist es, dass die Spannung sich erst einmal löst. Später könne man dann beide einzeln einladen - oder nur denjenigen, mit dem man besser kann. Schellberg betont: "Beide zusammen einzuladen, um sie wieder zusammenzubringen, ist großer Quatsch."

Einladungen sind generell ein heikles Terrain. Verhältnismäßig unkompliziert sind normalerweise große Feiern, etwa Hochzeiten, meint Krüger - da würden die Ex-Partner oft tolerieren, dass der andere auch da ist.


Dilemma offenlegen

Der Konflikt, wen man denn nun einladen soll, lasse sich auflösen, wenn man ihn offen anspricht, meint Schellberg. Auch Michael Stasch plädiert dafür, dass die Freunde ihr eigenes Dilemma offenlegen.

Schlecht über den anderen zu reden, sollte man sich auch als guter Freund schenken. Hat man das Bedürfnis, dem besten Freund mitzuteilen, dass seine Partnerin fremdgegangen ist, sollte man das - wenn überhaupt - nicht erst nach der Trennung tun, findet Schellberg: "Über einen Ex-Partner herzuziehen scheint verlockend zu sein, ist aber unehrlich und nicht wertschätzend gegenüber dem Freund."
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