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Tiergarten Nürnberg

Tote Tiere durch ignorante Zoobesucher

Im Nürnberger Zoo kommen immer wieder Tiere ums Leben, weil Besucher Müll in die Gehege werfen. Ein Pinguin starb an Nikotinvergiftung.
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Es war eine Zigarettenkippe, die den Pinguin umgebracht hatte: Diese am Freitag von einer fränkischen Tageszeitung veröffentlichte Meldung rief umgehend Kritiker der Zootierhaltung auf den Plan. Was nicht geschrieben wurde: Der Pinguin war bereits vor etwa fünf Jahren im Nürnberger Tiergarten verendet. "Das macht den Einzelfall natürlich nicht besser", sagt Helmut Mägdefrau, stellvertretender Zoodirektor.

Trotzdem müsse man wissen, wie es zu diesem Aufreger kam: Im Vorfeld des Sommerfests, das am Sonntag im Tiergarten stattfand, gab es eine Pressekonferenz. Dort wurde das Festmotto ,Der Natur zuliebe' vorgestellt, das auch die Müllproblematik im Zoo thematisierte. Zoopädagoge Christian Dienemann brachte Beispiele, wie das Verhalten der Besucher immer wieder Tiere in Gefahr oder sie gar umbringt. Dass der Wind eine Kindermütze ins Gehege wehe, könne passieren. Aber absichtlich zum Beispiel Plastikflaschen über den Zaun zu werfen?

Besonders schlimm sei ein Zigarettenstummel gewesen, der vor etwa fünf Jahren im Magen eines Pinguins gefunden wurde. Die Pathologie in Erlangen, die jedes tote Zootier untersucht, stellte eine klare Diagnose: Nikotinvergiftung.

In der Regionalpresse sei nun dieser Fall so dargestellt worden, als sei er aktuell, kritisiert Mägdefrau. "Prompt ist das Thema bei uns aufgeploppt und wir standen wieder in der Kritik." Um Wild- und Meerestiere, die an Müll zugrunde gehen, werde weniger Aufhebens gemacht.

Kleiner Nebenkriegsschauplatz in Sachen Nikotin: Einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa zufolge will eine Tierschutzorganisation Zoodirektor Dag Encke beim Rauchen in einer Verbotszone fotografiert haben. Wo er wohl seine Kippen lässt? Mädgefrau beruhigt: "Herr Encke hat immer einen Aschenbecher in seiner Hosentasche."





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