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Kommentar

Tödlicher Cocktail aus Rassismus und Waffenrecht

Nach dem Tod eines Schwarzen eskalieren in der US-amerikanischen Stadt Charlotte die Proteste gegen Polizeigewalt. Ein Kommentar von Frank Förtsch.
Die Stadt Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina erlebte Nächte der Gewalt. Foto: Brian Blanco, afp
 
von FRANK FÖRTSCH
I have a dream. An dieses legendäre Flehen Martin Luther-Kings nach Freiheit und Gleichheit fühlten sich viele Amerikaner erinnert, als gut 40 Jahre später der erste Farbige zum Präsidenten der USA gewählt wurde.
Zwei Amtszeiten oder knapp acht Jahre später sitzt der Rassismus tiefer denn je in der amerikanischen Gesellschaft. Weiße Polizisten erschießen Farbige.

Die Proteste gegen die Polizeigewalt eskalieren. Im Juli nahm ein Afroamerikaner in Dallas mit militärischer Präzision Rache an der Polizei. Amerika wird zurückgeworfen an den Beginn der 1990er Jahre, als Rodney King in Kalifornien Opfer unverhältnismäßiger Polizeigewalt wurde und der Freispruch der Täter gewaltige Unruhen in Los Angeles auslöste.

Barack Obama beziehungsweise sein Nachfolger wird alle Hände voll zu tun haben, diesen Rassenkonflikt nicht noch weiter eskalieren zu lassen. Dabei wird ihm seit Jahren vor Augen geführt, dass dem Präsidenten die Hände gebunden sind, weil sich in den USA Rassismus und Waffenrecht zu einem tödlichen Cocktail mischen.

370 Millionen Waffen sind dort im Umlauf. Mehr als das Land Einwohner hat. Das führt zwangsläufig dazu, dass auch Polizisten um ihr Leben fürchten. Aus Angst und nicht zwingend rassistisch motiviert, greifen sie viel zu früh selbst zur Waffe.
Die USA kann dieser Spirale vor allem durch eine Entwaffnung entkommen. In der Bevölkerung scheint dieses Bewusstsein angekommen zu sein.

Der Politik und der Waffenlobby in den Vereinigten Staaten reichen die Mahnmale in San Bernadino, Newtown, Aurora, Los Angeles, Littleton, New York, Blacksburg, Red Lake, Killeen, Dallas und nun in Charlotte offensichtlich jedoch noch nicht.
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