Statistik

Studie: Franken hat besonders viele Sitzenbleiber

Fränkische Städte haben laut einer Studie besonders viele Schüler, die das Klassenziel nicht erreichen. Das Kultusministerium kritisiert die Zahlen.
Fränkische Städte haben laut einer Studie besonders viele Schüler, die das Klassenziel nicht erreichen. Symbolfoto: Marijan Murat/dpa
 
von PETER GROSCURTH
Mit Bayern und Baden-Württemberg endeten nun auch in den letzten Bundesländern diese Woche die Sommerferien. Insgesamt kehrten damit mehr als 8,3 Millionen Jugendliche bundesweit in die Schulen zurück. Das neue Schuljahr startete aber nicht für jeden erfreulich. Schließlich gibt es auch in diesem Jahr wieder Tausende Sitzenbleiber.

Das Vergleichsportal billiger.de hat in einer großen Studie herausgefunden, wo es die meisten Sitzenbleiber gibt - mit sehr unguten Ergebnissen für Franken. Denn: Coburger Schüler bleiben am häufigsten sitzen. Mit 38 Klassenwiederholungen je 1000 Schüler (224 Nichtversetzte gesamt im Schuljahr 14/15) sichert sich die Stadt den unrühmlichen ersten Platz. Knapp dahinter rangiert Fürth mit 37 Sitzenbleibern je 1000 Schüler auf Platz zwei, gefolgt von Hof (ebenfalls 37 Sitzenbleiber je 1000 Schüler. Es fällt auf: Die vermeintlich "schwachen" Städte oder Bundesländer wie Berlin oder Hamburg sind deutlich besser als bayerische Kommunen. In Berlin kommen nur 13 Sitzenbleiber auf 1000 Schüler, Jena (11 Wiederholer) und Suhl in Thüringen (12 Sitzenbleiber) gehören zu den 15 besten Städten.

Die Zahlen sprechen nur oberflächlich eine klare Sprache, weil jedes Bundesland sein eigenes Schulsystem hat. Ein Grund für das gute Abschneiden Berlins liegt in der Versetzungspolitik. Ein Sitzenbleiben an Sekundarschulen, die Haupt-, Real- und Gesamtschulen vereinen, ist dort nicht möglich. Nur an Gymnasien müssen Schüler um die Versetzung bangen.

Ludwig Unger vom bayerischen Kultusministerium kritisiert die Sitzenbleiber-Studie: "Die Zahlen wirbeln unqualifiziert Äpfel mit Birnen durcheinander, ohne das schulische Angebot vor Ort zu berücksichtigen." Es gebe Schüler im Freistaat, die die fünfte Klasse zuerst in einer Mittelschule durchlaufen und dann auf eine Realschule wechseln, wo sie bewusst erneut die fünfte Klasse wiederholen, ohne dies zu müssen.
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