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Hurrikan Sandy: Nichts geht mehr in New York

Hamsterkäufe, stillgelegte Bahnen, gestrichene Flüge: Der US-Ostküste droht mit "Sandy" im Wahlkampf-Endspurt ein Monstersturm. Städte wie New York und Washington rüsten sich für ein Jahrhundertunwetter. 50 Millionen Menschen könnten betroffen sein.
Sandsäcke liegen am 28.10.2012 in New York, USA, an der Süspitze von Manhattan, wo der Hudson und der East River zusammenfließen. Vor der Ankunft des Hurrikans «Sandy» versuchen die New Yorker sich vorzubereiten und gegen Überschwemmungen zu sichern. Foto: Daniel Schnettler dpa
 

Die dicht besiedelte Ostküste der USA bereitet sich auf ein Jahrhundertunwetter vor: Hurrikan "Sandy" sollte Meteorologen zufolge am Montagabend (Ortszeit) irgendwo zwischen Washington und Boston auf Land treffen und drohte das öffentliche Leben komplett lahmzulegen.

US-Präsident Barack Obama rief für die Millionenmetropolen Washington und New York sowie die Bundesstaaten Maryland und Massachusetts den Notstand aus.
Aus Angst vor dem Monstersturm wurden in New York, Washington und Philadelphia vorsorglich die Verkehrsnetze stillgelegt.




Fast 400.000 Bewohner New Yorks waren zudem aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. Insgesamt waren an der Ostküste fast 50 Millionen Menschen durch das Unwetter bedroht.

Der befürchtete Monstersturm bremste auch den Präsidentschaftswahlkampf aus. Sowohl Präsident Barack Obama als auch Herausforderer Mitt Romney sagten Termine ab, um den Sturm zu umgehen. Tausende Flüge wurden gestrichen, darunter auch Verbindungen von und nach Deutschland. Viele Schulen, Universitäten, Büros, Geschäfte, Opern und Theater sollten geschlossen bleiben. Auch die Vereinten Nationen und die Börse in New York sagten den Betrieb für Montag ab. Die Menschen in den betroffenen Bundesstaaten deckten sich mit Vorräten ein. Wasserflaschen, Lebensmittel in Dosen, Taschenlampen und Batterien waren vielerorts ausverkauft.

Die Schiffe der Navy, die im wichtigen Hafen Norfolk im Bundesstaat Virginia liegen, mussten verlegt werden. 61.000 Mitglieder der Nationalgarde waren in Katastrophen-Bereitschaft. Vielerorts sicherten Menschen ihre Häuser mit Brettern und Sandsäcken.

Den ganzen Sonntag über warnten Radio- und Fernsehsender die Bevölkerung an der Ostküste vor einem drohenden "Frankenstorm" - in Anlehnung an das von der Filmfigur Frankenstein geschaffene Monster. Präsident Obama sprach von einem ernsthaften und gefährlichen Sturm. Bewohner sollten den Warnungen der Behörden folgen. "Sandy" hatte in der Karibik bereits nach jüngsten Angaben der Behörden 67 Menschen in den Tod gerissen.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg forderte am Sonntag 375.000 Bewohner auf, ihre Häuser zu verlassen. Betroffen waren vor allem die niedriger gelegenen Stadtteile im Süden Manhattans, darunter auch das beliebte Tribeca. Auch für Inseln vor New York sowie für die Bewohner von Inseln vor New Jerseys Küste wie Long Beach Island gab es am Sonntag Evakuierungsbefehle. Vielerorts wurden Klassenräume zu Notunterkünften.

Wetterexperten warnen vor einem Jahrhundertsturm. Sie befürchten, dass der Hurrikan im Nordosten der USA auf einen Wintersturm stoßen könnte. Diese Kombination könne zum schwersten Unwetter seit August 1991 führen. Damals tötete Hurrikan "Bob" an der Ostküste vier Menschen und führte von South Carolina im Süden bis Maine im Norden zu hohen Schäden. Experten fürchten, dass sich allein der durch "Sandy" angerichtete Sturmschaden auf über drei Milliarden Dollar (rund 2,3 Milliarden Euro) belaufen könne.

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