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Himmelsphänomene

Sterne lügen nicht: Was uns 2017 am Himmel erwartet

Astronomen erwarten 2017 weltweit zwei Mond- und zwei Sonnenfinsternisse. Und auch Sternschnuppen gibt es 2017 wieder zu sehen.
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Astronomen erwarten 2017 weltweit zwei Mond- und zwei Sonnenfinsternisse. Und auch Sternschnuppen gibt es 2017 wieder zu sehen. Symbolfoto: pexels.com
Astronomen erwarten 2017 weltweit zwei Mond- und zwei Sonnenfinsternisse. Und auch Sternschnuppen gibt es 2017 wieder zu sehen. Symbolfoto: pexels.com
Uralt ist die Sehnsucht der Menschen, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Dies ist jedoch in der Regel nicht möglich - das künftige Schicksal eines jeden Erdenbürgers bleibt ungewiss. Nur die Astronomen können äußerst präzise kommende kosmische Ereignisse voraussagen - aber nicht irdisches Geschehen, obwohl dies auch heute noch geglaubt wird. Die Sterne jedoch lügen nicht, denn sie sagen gar nichts.

Zu Jahresbeginn ist der winterliche Nachthimmel besonders reich an hellen Sternen. Der hellste Fixstern am irdischen Firmament, Sirius im Großen Hund, flackert in einem bläulich-weißen Licht halbhoch im Südosten. Orion mit dem rötlichen Schulterstern Beteigeuze und dem Fußstern Rigel ist im Süden zu sehen. Hoch über unseren Köpfen steht die gelbliche Kapella, Hauptstern im Fuhrmann. Aldebaran, das rötliche Stierauge, zieht im Südwesten die Blicke auf sich. Am Osthimmel erkennt man die Zwillinge mit ihren hellen Sternen Kastor und Pollux. Dem Großen Hund folgt der Kleine Hund mit seinem gelblichen Hauptstern Prokyon. Die leuchtkräftigen Sterne Sirius, Prokyon, Kastor, Kapella, Aldebaran und Rigel bilden das Wintersechseck, das leicht am Sternenhimmel auszumachen ist.

Venus, hellster Planet am irdischen Firmament, beginnt den Jahresreigen als Abendstern. Sie ist als heller, weißer Lichtpunkt am frühen Abendhimmel bald nach Sonnenuntergang im Südwesten zu sehen. Mars kann zu Jahresanfang noch tief am Westhimmel nach Einbruch der Dunkelheit erblickt werden. Der Rote Planet ist allerdings nicht mehr sehr auffällig. In der zweiten Nachthälfte steigt der Riesenplanet Jupiter über die östliche Horizontlinie und strahlt unübersehbar im Sternbild Jungfrau. Merkur, kleinster und sonnennächster Planet, zeigt sich Mitte Januar in der Morgendämmerung. Gegen Ende Januar taucht Saturn am Morgenhimmel kurz vor Beginn der Dämmerung auf.


Mond- und Sonnenfinsternis

In der Nacht vom 10. auf 11. Februar tritt der Mond in den Halbschatten der Erde. Zum Höhepunkt der Finsternis 1,5 Stunden nach Mitternacht bemerken aufmerksame Beobachter eine leichte graue Verschleierung der Nordkuppel des Mondes. Den meisten Nachtschwärmern wird am Vollmond allerdings nichts Besonderes auffallen. Die partielle Mondfinsternis vom 7. August ist nur in ihrer Endphase von Mitteleuropa aus sichtbar. Die ringförmige Sonnenfinsternis vom 26. Februar und die totale Sonnenfinsternis vom 21. August sind von Deutschland aus nicht zu sehen.


Kalenderdaten

Da 2016 ein Schaltjahr war, begann das Jahr 2017 astronomisch gesehen bereits am 31. Dezember 2016 um 4.37 Uhr Mitteleuropäischer Zeit. Zu diesem Zeitpunkt hat die Erde seit letztem Jahresbeginn eine volle Runde um die Sonne zurückgelegt.
Am 20. September beginnt das jüdische Jahr 5778 mit Sonnenuntergang. Das islamische Jahr 1439 beginnt am 21. September ebenfalls mit Sonnenuntergang. Die Japaner begrüßten am 1. Januar das Jahr 2677 des kaiserlichen Kalenders.
Am 28. Januar 2017 startet das 34. Jahr im 79. Zyklus des traditionellen chinesischen Kalenders. Es ist das Jahr des Hahns. Damit sind seit Beginn dieser Zeitrechnung 4714 Jahre vergangen.


Feiertage

Der Neujahrstag 2017 war ein Sonntag, ebenso fällt Silvester auf einen Sonntag. Aschermittwoch ist am 1. März. Der Ostersonntag fällt auf den 16. April. Der 1. Mai ist ein Montag. Christi Himmelfahrt wird am 25. Mai begangen. Pfingstsonntag ist am 4. und Fronleichnam am 15. Juni. Der erste Weihnachtsfeiertag ist ein Montag.


Sommerzeit

Die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) soll von 26. März bis 29. Oktober gelten. Am 26. März sind die Uhren um 2.00 Uhr um eine Stunde auf 3.00 Uhr vorzustellen. Am 29. Oktober werden sie um 3.00 Uhr auf 2.00 Uhr zurückgestellt.


Sonnenlauf und Jahreszeiten

In den Nachmittagsstunden des 4. Januar eilt die Erde durch ihren sonnennächsten Bahnpunkt, wobei sie 147 101 000 Kilometer vom Tagesgestirn trennen. Das Sonnenlicht erreicht uns dann nach acht Minuten und zehn Sekunden. Am Abend des 3. Juli passiert die Erde den sonnenfernsten Punkt ihrer elliptischen Bahn. Sie ist dann 152 093 000 Kilometer von der Sonne entfernt, weshalb ihr Licht siebzehn Sekunden länger zu uns unterwegs ist als Anfang Januar.

Der astronomische Frühling hält seinen Einzug am 20. März um 11.29 Uhr MEZ. Den Gipfel ihrer Jahresbahn erklimmt die Sonne zu Sommerbeginn am 21. Juni um 6.24 Uhr MESZ. Der astronomische Herbst beginnt am 22. September um 22.02 MESZ mit dem Wechsel der Sonne auf die südliche Himmelssphäre. Zu Winterbeginn am 21. Dezember um 17.28 Uhr MEZ nimmt die Sonne ihren Jahrestiefststand ein.


Sichtbarkeit der Planeten

Merkur, der sonnennahe Planet, zeigt sich den bloßen Augen immer nur wenige Tage im Jahr. Er ist Mitte Januar und Mitte September morgens zu sehen und von Ende März bis Anfang April abends. Venus ist von Jahresbeginn bis Mitte März sogenannter Abendstern. Von April bis Ende Dezember spielt sie ihre Rolle als Morgenstern. Mars hält sich bis Mitte Juni am Abendhimmel auf. Ab Ende September bis Jahresende kann man den roten Wüstenplaneten am Morgenhimmel sehen.
Jupiter steht am 7. April am irdischen Firmament der Sonne gegenüber. Der Riesenplanet kann die gesamte Nacht über beobachtet werden. Bis Anfang September ist Jupiter am Abendhimmel zu sehen. Gegen Ende November kommt er am Morgenhimmel wieder zum Vorschein. Saturn steht am 15. Juni in Opposition zur Sonne und ist die ganze Nacht über am Himmel vertreten. Am Abendhimmel sieht man ihn bis Anfang November.


Sternschnuppen

Zu Jahresbeginn erscheinen die Meteore der Quadrantiden. Dieser Meteorstrom liefert im Maximum am 3. Januar etwa 80 bis 100 Sternschuppen pro Stunde. Allerdings sind abends nur relativ wenige Meteore dieses Stromes zu erwarten, da das spitzte Maximum in die Tagesstunden fällt.
In der ersten Maiwoche tauchen die Eta-Aquariden auf. Das ausgeprägte Maximum wird in den Morgenstunden des 5. Mai erwartet, wobei bis zu vierzig Meteore pro Stunde aufflammen.
Im August wird der ergiebigste Sternschuppenschauer des ganzen Jahres aktiv. Vom 8. bis 12. flammen die Perseïden auf. Der Höhepunkt des Stromes wird am Morgen des 11. erreicht. Allerdings stört diesmal das helle Licht des abnehmenden Mondes die Beobachtung.
Mitte November machen sich am Morgenhimmel die Leoniden bemerkbar. Zum Maximum in der Nacht zum 18. sind 2017 nur rund zwanzig Sternschnuppen zu erwarten. Sie dringen mit 252 000 Kilometer pro Stunde in die Erdatmosphäre ein. Mit dieser Geschwindigkeit dauerte die Reise von der Erde zum Mond nur eineinhalb Stunden.
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