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Statt Blitzer: NRW will Strecken-Radar testen

Punktuelle Blitzer werden oft kritisiert - nun wird in Deutschland erstmals ein Radargerät getestet, das die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt.
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Punktuelle Blitzer werden oft kritisiert - nun wird in Deutschland erstmals ein Radargerät getestet, das die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt. Symbolbild: HELMUT FOHRINGER dpa
Punktuelle Blitzer werden oft kritisiert - nun wird in Deutschland erstmals ein Radargerät getestet, das die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt. Symbolbild: HELMUT FOHRINGER dpa
Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) will eine neue Technik der Geschwindigkeitsüberwachung testen: die sogenannte Section Control. Dabei werden Autofahrer nicht mehr an einem einzigen Messpunkt geblitzt wie bei den herkömmlichen "Starenkästen", sondern das System ermittelt ihre Durchschnittsgeschwindigkeit auf einem längeren Streckenabschnitt. "Section Control wirkt und führt an gefährlichen Strecken nachweislich zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr", sagte Jäger sagte der "Rheinischen Post"

Datenschützern dürfte die Technik ein Graus sein, denn um die Durchschnittsgeschwindigkeit zu ermitteln, muss ein Auto identifiziert werden, das heißt, das Kennzeichen wird an beiden Messstellen erfasst. Die Entwickler des Systems beteuern aber, das Kennzeichen werde nur gespeichert, wenn eine Übertretung stattfindet.
Die auch Tempo-Abschnittskontrolle genannte Technik wird bereits in den Niederlanden, in Italien, Österreich und in der Schweiz eingesetzt. In Österreich gingen die Unfallzahlen nach Behördenangaben seither auf zehn besonders unfallträchtigen Strecken um die Hälfte zurück. Eine Studie aus der Schweiz ermittelte für einen mit Section Control überwachten Abschnitt einen Rückgang der Tempoverstöße um bis zu 76 Prozent.
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