Unterföhring
Schüsse bei München

Schießerei in Unterföhring: Polizistin weiter in Lebensgefahr - Schütze in Psychiatrie

Nach der Schießerei in Unterföhring bei München schwebt eine verletzte Polizistin weiter in Lebensgefahr. Viele Fragen zu dem Vorfall sind noch offen.
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Polizisten gehen am 13.06.2017 in Unterföhring (Bayern) in der Nähe vom S-Bahnhof auf einer Straße hinter einer Absperrung. Bei Schüssen am S-Bahnhof in Unterföhring bei München sind am Dienstagmorgen mehrere Menschen verletzt worden, darunter eine Polizistin. Foto: Peter Kneffel/dpa
Polizisten gehen am 13.06.2017 in Unterföhring (Bayern) in der Nähe vom S-Bahnhof auf einer Straße hinter einer Absperrung. Bei Schüssen am S-Bahnhof in Unterföhring bei München sind am Dienstagmorgen mehrere Menschen verletzt worden, darunter eine Polizistin. Foto: Peter Kneffel/dpa
Der Schütze vom S-Bahnhof Unterföhring ist in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht worden. Gegen ihn war zunächst Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragt worden. Aufgrund seines Zustandes sei nun zudem ein Unterbringungsbefehl erlassen worden, sagte ein Sprecher der Münchner Polizei am Mittwoch. Zu den Hintergründen seiner Tat schwieg der Mann bisher . Die Ermittlungen liefen weiter.



Video: Polizistin weiter in Lebensgefahr

Der 37-Jährige hatte am Vortag bei einer Kontrolle einem Polizisten die Pistole entrissen und dessen Kollegin in den Kopf geschossen. Die Verletzungen der 26-Jährige seien weiterhin lebensbedrohlich und ernst, sagte Andrä. Angehörige und Kollegen würden umfangreich betreut. Der Täter wurde ebenfalls angeschossen. Der genaue Ablauf der Tat muss Andrä zufolge noch geklärt werden.

Schüsse in Unterföhring - Bilder vom Polizeieinsatz

Der 37-Jährige, der in Ostbayern geboren wurde, hatte nach bisherigem Stand bei seinem Vater in den USA gelebt und war zuletzt auf Europareise. Er sei am 12. Juni aus Athen in München angekommen, habe die Nacht am Flughafen verbracht und sei dann Richtung München gefahren. Zeugen hätten ausgesagt, er habe sich in der S-Bahn auffällig benommen, etwa Selbstgespräche geführt.

Plötzlich und ohne ersichtlichen Anlass habe er einem zugestiegenen Fahrgast mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Fahrgäste griffen ein. Die Kontrolle durch eine herbeigerufene Polizeistreife am Bahnsteig Unterföhring sei zunächst Routine gewesen, sagte Andrä. Wie der Mann an die Pistole kam, sei noch unklar. "Die Situation war nicht nur ein Handgemenge, sondern tatsächlich ein heftiger Kampf", sagte der Polizeipräsident. Der Mann soll in den USA bereits wegen verschiedener Delikte strafrechtlich in Erscheinung getreten sein, es gibt Andrä zufolge Kontakt zu den US-Behörden.


GdP sieht keinen Handlungsbedarf bei Sicherung der Pistolen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht unterdessen keinen Handlungsbedarf bei der Sicherung der Pistolen. Der Randalierer hatte die Dienstwaffe aus dem Holster des Beamten gezogen. "Vom Grundsatz her sollte es eigentlich nicht passieren, dass dem Kollegen die Waffe entrissen werden kann", sagte der bayerische GdP-Landesvorsitzende Peter Schall der Deutschen Presse-Agentur. "Da ist eigentlich ein Verriegelungsknopf." Die Beamten müssten extra die Bewegung trainieren, beim Ziehen der Waffe diesen Knopf zur Seite zu drücken.

Von daher verwundere es, dass der Täter bei dem Vorfall die Waffe habe an sich reißen können. "Aber für alle Eventualitäten ist man dann wohl doch nicht gewappnet", sagte Schall. Er betonte: "Zu kompliziert darf man es auch nicht machen, denn wenn ein Kollege in einer Notwehrsituation die Waffe schnell ziehen muss, kann er nicht erst zwei, drei Sicherungen öffnen müssen."
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