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Missbrauch

Vorgetäuschte Entführung und Vergewaltigung - Urteil im Prozess um 13-Jährige

Der Fall sorgte 2016 nach der Falschaussage des Mädchens für Schlagzeilen. Sie behauptete damals, verschleppt und vergewaltigt worden zu sein.
Ein 24 Jahre alte Mann muss sich wegen Missbrauchs verantworten. Dem Angeklagten wird sexueller Kontakt, wenn auch einvernehmlich, zu einem damals 13-jährigen russlanddeutschen Mädchen vorgeworfen. Die Tat soll er gefilmt haben. Foto: Paul Zinken/dpa
 
von DPA
Der Prozess um den Missbrauch eines russlanddeutschen Mädchens aus Berlin, das eine Vergewaltigung erfunden und damit Aufsehen über Deutschland hinaus ausgelöst hatte, fand hinter verschlossenen Türen statt. Das Amtsgericht Tiergarten schloss am Dienstag vor Verlesung der Anklage die Öffentlichkeit aus - zum Schutz der damals 13-Jährigen, wie der Vorsitzende Richter begründete.

Ein 24 Jahre alter Bekannter der Schülerin stand wegen einvernehmlicher sexueller Kontakte zu dem Mädchen unabhängig von dem ursprünglichen Fall vor Gericht. Ihm wird schwerer sexueller Kindesmissbrauch sowie Herstellung von Kinderpornografie vorgeworfen. 

Der Mann wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das teilte eine Sprecherin des Amtsgerichts Tiergarten am Dienstag in Berlin mit.

Hunderte Russlanddeutsche demonstrierten in Berlin


Der Fall war bekannt geworden, weil das Mädchen Anfang 2016 nach einem mehr als 30-stündigen Verschwinden bei der Polizei erklärt hatte, sie sei von drei Männern entführt und vergewaltigt worden. Der russische Außenminister Sergej Lawrow schaltete sich ein und warf deutschen Behörden Vertuschung vor. Hunderte Russlanddeutsche demonstrierten in Berlin.

Die Ermittler fanden heraus, dass das Mädchen vermutlich wegen Schulproblemen bei einem 19 Jahre alten Bekannten Unterschlupf gesucht hatte. Der nun Angeklagte geriet im Zuge der intensiven Ermittlungen in den Fokus. Zu Sex mit der damals 13-Jährigen soll es einige Wochen vor ihrem Verschwinden gekommen sein.
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