Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Überregional

Terrorismus

Mindestens 80 Tote und 248 Verletzte bei IS-Anschlag auf Schrein in Pakistan

Sie tanzen und verehren Gott, als der Täter seine Sprengstoffweste zündet. Der Anschlag auf einen Sufi-Schrein in Pakistan fordert zahlreiche Tote.
Sie tanzen und verehren Gott, als der Täter seine Sprengstoffweste zündet. Der Anschlag auf einen Sufi-Schrein in Pakistan fordert zahlreiche Tote. Foto: Pacific Press/Pacific Press via ZUMA Wire/dpa
 
von DPA
Nach einem der schwersten Selbstmordanschläge in der Geschichte Pakistans auf einen Schrein liberaler Sufi-Muslime ist die Zahl der Toten auf 80 gestiegen. Das sagte am Freitag ein Arzt eines Krankenhauses nahe dem Schrein in der südpakistanischen Provinz Sindh. Die Zahl der Todesopfer könne noch weiter steigen, sagte der Mediziner Moin Ahmed weiter. Man habe 248 Verletzte registriert, rund 50 von ihnen seien in sehr schlechter Verfassung. Am Donnerstagabend hatten Rettungshelfer mindestens 19 tote Kinder und zehn tote Frauen gezählt.

Pakistanische Sicherheitskräfte gehen nun mit großer Härte gegen Tatverdächtige vor. Nach offiziellen Angaben vom Freitag wurden mehr als 30 mutmaßliche Aufständische getötet, wie pakistanische Medien berichteten. Pakistan schloss die Grenze zu Afghanistan und verlangte die Auslieferung von 76 "meistgesuchten Terroristen". Zu dem Anschlag hatte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt.

Schon zuvor hatte Pakistan kritisiert, dass Gewalttaten von Afghanistan aus geplant würden. Der Anschlag auf den Sufi-Schrein hat die Spannungen zwischen beiden Ländern weiter verschärft. Einer der Streitpunkte ist der Umgang mit Flüchtlingen. Pakistan hat in den vergangenen sechs Monaten fast 600.000 Afghanen abgeschoben, die zum Teil seit Jahrzehnten im Land lebten - angeblich aus Sicherheitsgründen.


Kliniken stoßen an ihre Grenzen

Die Zeitung "Express Tribune" berichtete, dass das Militär wegen eines Mangels an Kliniken in der abgelegenen Stadt Helikopter und Transportflugzeuge geschickt hatte, um die am schwersten Verletzten in die 200 Kilometer entfernte Großstadt Karachi zu bringen.

Der Leiter der Anti-Terror-Einheit der Polizei in Sindh, Raja Umer Khatab, sagte in Fernsehinterviews am Freitagmorgen, der Täter sei als Frau verkleidet in den Schrein gekommen.

Hunderte Gläubige hatten sich am Donnerstagabend im Lal Shahbaz Qalandar-Schrein in der abgelegenen Stadt Sehwan versammelt, um mit den traditionellen Sufi-Tänzen Allah zu verehren. Der Täter sprengte sich inmitten einer Gruppe von Tänzern und Zuschauern in die Luft.

Der Sufi-Zweig des Islam ist den sunnitischen islamistischen Gruppen im Land ein Dorn im Auge. Es gibt in Pakistan regelmäßig Anschläge auf Sufi-Stätten. Zuletzt waren im November bei einem Anschlag auf einen Tempel in Baluchistan mindestens 52 Menschen getötet worden.

Der Sender Geo TV berichtete, dass nun landesweit die öffentlichen Areale und Parkplätze vor Sufi-Schreinen geschlossen worden seien. Es gibt in Pakistan mindestens ein Dutzend großer, hoch verehrter Sufi-Tempel und viele kleinere.

Seit Montag sind mindestens 104 Zivilisten und Sicherheitskräfte bei Anschlägen getötet worden. Die meisten hat die Gruppe Jamaat ul-Ahrar für sich reklamiert. Sie kündigte weitere Anschläge an.
dpa/epd
Newsletter kostenlos abonnieren