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Sexualität

Minderjährige und Sex: Was ist erlaubt?

Sex mit Minderjährigen ist prinzipiell verboten in Deutschland - doch es gibt Ausnahmen. Gerade für Eltern ist das nicht immer einfach zu durchschauen.
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Foto: Jörg Lange/dpa
Foto: Jörg Lange/dpa
Der aktuelle Fall des zurückgetretenen CSU-Landtagsabgeordneten Michael Brücknerhat für Empörung gesorgt: Er hat zugegeben, eine Minderjährige für Sex bezahlt zu haben. Das ist strafbar, doch Sex mit Minderjährigen ist nicht immer verboten und vor allem, wenn junge Menschen miteinander schlafen, ist gerade für Eltern oft nicht klar, was erlaubt ist und was nicht.


Sex mit Kindern unter 14 Jahren

Am einfachsten liegt der Fall bei sexuellen Handlungen mit Kindern unter 14 Jahren: Sie sind verboten, ohne Ausnahme. (StGB §176) Auch der Sex zwischen zwei Kindern unter 14 ist verboten. Dafür können dann die Eltern belangt werden: Lässt man es zum Beispiel wissentlich zu, dass der Sprössling mit Freund oder Freundin unter 14 Sex hat, macht man sich strafbar (StGB §180). Die Altersgrenze von 14 Jahren wird auch als "Schutzaltersgrenze" bezeichnet.


Sex zwischen und mit Minderjährigen

Sind zwei Jugendliche über 14 Jahre alt, dürfen sie miteinander schlafen, wenn es beide wollen. Erwachsene zwischen 18 und 21 gelten für das Strafrecht noch als Heranwachsende - in diesem Alter ist der Sex mit Jugendlichen über 14 erlaubt. Ist man über 21, kann der Sex mit Jugendlichen unter 18 nach §182 StGB als sexueller Missbrauch von Jugendlichen gewertet werden. Grund hierfür ist, dass bei Jugendlichen die Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann.


Bezahlter Sex und Sex mit Schutzbefohlenen

Prinzipiell verboten ist der bezahlte Sex mit Minderjährigen. Wenn sich ein Minderjähriger in einer Zwangslage befindet und diese Situation ausgenutzt wird, ist der Beischlaf strafbar.

Besonderen Schutz genießen Auszubildende oder anderweitig zum Schutz anvertraute Jugendliche. Das Strafgesetzbuch nennt im Paragraf 174 Jugendliche, die "zur Erziehung, zur Ausbildung oder zur Betreuung in der Lebensführung anvertraut oder im Rahmen eines Dienst- oder Arbeitsverhältnisses untergeordnet" sind. Zum Beispiel ein Ausbilder, Trainer, Lehrer, Erziehungsberechtigter darf mit einer schutzbefohlenen Person unter 18 keinen Sex haben.
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