Berlin
Weltkrebstag

Krebsrisiko senken: Tipps, wie man Krebs vorbeugen kann

Die Angst vor Krebs ist verbreitet - zurecht. Die Krankheit ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Doch man kann das Krebsrisiko senken.
Artikel einbetten Artikel drucken
Foto: Daniel Karmann, dpa
Foto: Daniel Karmann, dpa
Die Zahlen sind alarmierend: Jeder zweite Deutsche erkrankt an Krebs. Die Krankheit ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Jedes Jahr erhalten rund 500.000 Menschen diese Diagnose. Doch wie lässt sich das Risiko an Krebs zu erkranken, reduzieren? Und lässt es sich überhaupt verringern?


So lässt sich Krebs vorbeugen

Die Ursachen für die bösartigen Tumore sind vielfältig. Doch sicher ist, Krebs lässt sich vorbeugen. Es gibt Tipps, wie man das Krebsrisiko aktiv senken kann. Darauf machen Experten aufmerksam . Denn am Donnerstag, 4. Februar findet wieder der Weltkrebstag statt.


Krebs: Rauchen, Alkohol und Übergewicht begünstigen die Krankheit

Zwar erklären die Mediziner auch, dass sich Vorbeugemaßnahmen je nach Krebsart deutlich unterscheiden, doch sind sich die Forscher einig, dass Rauchen, Übergewicht und Alkohol, die Gefahr Krebs zu bekommen, deutlich erhöhen.

Der Leiter der Abteilung Epidemiologie von Krebserkrankungen am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, Rudolf Kaaks fasst es so zusammen: "Das Schicksal spielt natürlich eine Rolle, aber man kann es stark beeinflussen."


Rauchen begünstigt Krebs

Ein Hauptrisikofaktor ist das Rauchen. Das ist eigentlich nichts neues, doch viele Menschen nehmen das Risiko noch immer auf die leichte Schulter. Kaaks warnt, dass etwa jede fünfte Krebserkrankung in Deutschland vom Rauchen herrühre. Bei Lungen-, Rachen-, Speiseröhren- und Blasenkrebs sei der Anteil sogar noch viel höher.

Außerdem ist Lungenkrebs sehr oft tödlich. "Rauchen ist Ursache und sicherlich auch Killer Nummer eins, wenn es um die Krebssterblichkeit geht." Auch der Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft, Johannes Bruns, warnt vor den Folgen des Tabakkonsums: Es gebe relativ wenige Möglichkeiten, Krebs wirkungsvoll vorzubeugen - und nicht zu rauchen sei eine davon.


Auch Passivrauchen kann Krebs auslösen

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Rauchen nicht nur einen selbst, sondern auch andere betreffen kann. Allein in Deutschland würden jährlich 3000 Menschen durch Passivrauchen an Krebs sterben.


Krebsrisiko senken: Übergewicht vermeiden

Weniger bekannt ist der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs, obwohl dies Dabei ist er laut Kaaks seit Jahren bewiesen ist. Er rechnet damit, dass mindestens fünf bis sechs Prozent aller Krebsfälle mit Übergewicht zusammenhängen. "Die Liste der Krebsarten, bei deren Entstehung vermutlich Übergewicht eine Rolle spielt, wird immer länger", erläutert der DKFZ-Experte. Dabei gelte nicht nur Fettleibigkeit als Risikofaktor - auch an sich schlanke Menschen mit viel Bauchfett hätten ein erhöhtes Risiko. Bruns sieht keinen so offensichtlichen Zusammenhang. Das Gewicht könne ein Risikofaktor für Krebs sein, doch niemand könne sagen, um wie viel das Risiko ab einem bestimmten Gewicht steige, sagt er.


Krebs vorbeugen: Sich ausgewogen und gesund ernähren

Wer sich falsch ernährt, kann ebenfalls eine Krebserkrankung provozieren. Die Ernährung spiele bei bis zu zehn Prozent aller Krebsfälle eine Rolle.

Zudem gibt es auch Lebensmittel, die vor Krebs schützen. Am besten belegt und am stärksten ausgeprägt seien die schädliche Wirkung von rotem Fleisch und die schützende Wirkung von Ballaststoffen, sagt Kaaks.

Allerdings lässt sich nicht belegen, dass Gemüse und Obst das Krebsrisiko senken. Zuletzt hatte eine Warnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Wirbel gesorgt: Wer viel verarbeitetes Fleisch - etwa Wurst und Schinken - isst, erhöhe sein Darmkrebsrisiko. Zudem stufte die WHO rotes Fleisch generell als wahrscheinlich krebserregend ein. Prompt gaben Ernährungsexperten unter anderem zu bedenken, dass Fleisch Eisen und wichtige Vitamine liefert. "Man kann jedes Fleisch bedenkenlos essen. Es kommt aber auf die Menge an", betont Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke.


Sport und Bewegung können die Krebsgefahr senken

Sport und regelmäßig körperliche Bewegung senkt Studien zufolge das Risiko für Darm- und Brustkrebs. Kaaks glaubt: "Und es mag sehr wohl sein, dass das auch für viele andere Krebsarten gilt.". Der Fachgebietsleiter des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Institut, Klaus Kraywinkel, schätzt, dass mindestens jeder fünfte Krebsfall auf Bewegungsmangel, Übergewicht und/oder ungesunde Ernährung zurückzuführen ist. "Fitness wirkt ein Stück weit schützend", meint auch Bruns. "Aber kein Mensch sollte glauben, vor Krebs gefeit zu sein, nur weil er jedes Jahr den Berlin-Marathon läuft."



Alkohol kann Krebs auslösen

Kaaks und seine Experten sind der Meinung, dass vier bis fünf Prozent aller Krebsfälle auf Alkohol zurückzuführen sind. Vor allem Alkohol und Rauchen zusammen sei gefährlich, warnt er. Ein Glas Wein oder Bier reiche schon aus, um das Risiko für bestimmte Krebsarten leicht, aber nachweisbar zu steigern. Bruns ist überzeugt, dass bei Alkohol die Dosis das Gift macht. "Irgendwann ist die Schwelle erreicht, wo der Körper nicht mehr damit umgehen kann und Krebs entsteht", sagt er. Doch wieviel zu viel ist, darüber kann es keine Auskunft geben, denn die Schwelle seir von Mensch zu Mensch sehr verschieden.


Krebs vorbeugen: Sich vor der Sonne schützen

Hauptrisikofaktor für schwarzen Hautkrebs sind Sonnenbrände - 90 Prozent aller Melanome gingen vermutlich darauf zurück, warnt Kaaks. "Daher ist es extrem wichtig, Sonnenbrände zu vermeiden." Kinder und Menschen mit heller Haut und roten Haaren brauchten besonderen Schutz. "Aber man muss nicht so weit gehen, dass man bei Sonnenschein im Keller sitzt und nur abends rausgeht." Schließlich sei Sonnenlicht wichtig für die Versorgung mit Vitamin D, das für Gesundheit und Psyche bedeutsam sei.


Bestimmte Infektionen können Krebs verursachen

Viren und Bakterien spielen bei manchen Krebsarten eine gravierende Rolle. HPV-Infektionen etwa seien für alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich, sagt Kaaks. Dagegen gebe es für junge Mädchen eine Impfung. Kraywinkel geht davon aus, dass in Deutschland bei fünf bis zehn Prozent der Krebserkrankungen chronische Infektionen eine Rolle spielen. Zu den bekanntesten Erregern zählen das Hepatitis B- und C-Virus sowie das Bakterium Helicobacter pylori.


Krebsvorsorge: Den Krebs früh erkennen

Gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen seien neben dem Verzicht aufs Rauchen die wichtigste Maßnahme zur Krebsvorbeugung, sagt Bruns. Bei einer Darmspiegelung etwa ließen sich schon Krebsvorstufen erkennen und entfernen. Dadurch könne Darmkrebs gar nicht erst entstehen. Ähnliche Effekte gebe es etwa beim Hautkrebs-Screening und beim Pap-Abstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Und selbst wenn Krebs bereits entstanden sei, könne er durch solche Untersuchungen oft frühzeitig entdeckt werden. dpa/dvd
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare