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Sicherheit

In Franken gibt es wohl eine Million Waffen

374.420 Gewehre, Revolver und Pistolen sind in den drei fränkischen Regierungsbezirken offiziell registriert. Keine Gefahr für die Sicherheit. Die droht von geschätzten 700.000 illegalen Waffen.
 
von KLAUS ANGERSTEIN
Es handelt sich um eine Dunkelziffer. Man kann nur schätzen, wieviele illegale Waffen es in Franken gibt. Experten der Polizei und andere Kenner der Szene beziffern das Verhältnis legaler zu illegalen Waffen auf 1:2. Einige sogar auf 1:3. Nach Auskunft des bayerischen Innenministeriums sind laut nationalem Waffenregister in Oberfranken 110.084 Waffen offiziell registriert. In Unterfranken sind es 127.684, in Mittelfranken 136.652. In der Summe sind das 374.420 Gewehre, Pistolen und Revolver, die in den Waffenschränken von Jägern und Sportschützen verwahrt werden.

Zusammen mit der geschätzten Zahl illegaler Waffen errechnet sich für die drei fränkischen Regierungsbezirke eine Summe von mehr als einer Million Waffen. Bezogen auf die Einwohnerzahl Frankens von derzeit etwa 4,2 Millionen Einwohnern, wäre rein statistisch betrachtet demnach jeder vierte Franke ein legaler oder illegaler Waffenbesitzer.

Wobei dem zuständigen Innenministerium und den Behörden vor Ort insbesondere die Besitzer illegaler Waffen ein Dorn im Auge sind. Nach Aussage der Gewerkschaft der Polizei kämen bei Straftaten mit Schusswaffen zu 96,6 Prozent illegale Waffen zum Einsatz. Im Innenministeriums verfolgt man mit dem nationalen Waffenregister das Ziel, den Weg einer Schusswaffe ab ihrer Herstellung beziehungsweise ab dem Import lückenlos nachzuverfolgen. Damit wolle man dazu beitragen, den Bestand auch illegaler Schusswaffen zu reduzieren.

Viele gaben Waffen freiwillig ab

Zwar hätten nach einer Amnestieregelung vor der letzten Waffenrechtsänderung im Jahr 2009 viele Besitzer von Erb- und Altbesitzwaffen ihre Waffen freiwillig abgegeben. Seither hat sich im Freistaat die Zahl der Waffeninhaber und Schusswaffen um rund 20 Prozent verringert. Dennoch sei noch eine gewaltige Menge illegaler Waffen im Umlauf, heißt es. Experten weisen darauf hin, dass viele dieser Waffen über die offenen europäischen Grenzen ihren Weg nach Bayern und Franken gefunden hätten. Besonders aus den Krisengebieten des Balkan wäre viel nach Deutschland gelangt. Auch automatische Waffen, die hierzulande verboten sind.

Bereits in früheren Jahren seien mit dem Abzug der Roten Armee und der Auflösung der Nationalen Volksarmee (NVA) viele Schusswaffen auf dem schwarzen Markt gelandet. Innenminister Joachim Herrmann appelliert an alle Waffenbesitzer, insbesondere an die, die Waffen geerbt hätten, zu prüfen, inwieweit sie diese Waffen noch benötigen. "Sie können Ihre Waffen bei den Behörden problemlos abgeben. Es gibt keine einfachere Möglichkeit, sich von nicht mehr benötigten Waffen zu trennen", so der Minister.


Das Waffenrecht in den USA:

Das Waffenrecht in den USA wird in den Bundesstaaten unterschiedlich gehandhabt. Generell gilt: US-Amerikaner dürfen Schusswaffen besitzen.

Gun Control Act 1968 eingeführt, wurde unter anderem das Verschicken von Feuerwaffen per Post eingeschränkt und der Verkauf von Waffen an Schwerverbrecher verboten. Außerdem dürfen Waffen nur in dem Bundesstaat gekauft werden, in dem der Käufer seinen aktuellen Wohnsitz hat. Eine Waffe erhält im Einzelhandel nur ein US-Bürger oder Einwanderer mit ständiger Aufenthaltserlaubnis.

Brady Bill 1994 wurde ein Gesetz in Kraft gesetzt, wonach sich Waffenkäufer innerhalb von fünf Tagen überprüfen lassen müssen. Der nach dem Attentat auf Ronald Reagans Pressesprecher James Brady benannte "Brady Handgun Violence Prevention Act" wurde 1997 vom Obersten Gerichtshof als nicht verfassungskonform eingestuft.


Das Waffenrecht in Deutschland:

In Deutschland ist der Umgang mit Waffen im Rahmen des deutschen Waffenrechts geregelt. Hierzu gehören Erwerb, Lagerung, Handel und Instandsetzung von Waffen sowie Munition.

Bedürfnisprinzip Grundsätzlich sieht das sehr komplexe Waffenrecht einen Bedürfnisnachweis vor. Eine Waffenbesitzkarte können daher in der Regel nur Jäger und Sportschützen beantragen.

Änderungsgesetz 2002 Nach dem Amoklauf von Erfurt suchte die Politik mit restriktiven Regelungen, den Missbrauch von Waffen einzuschränken. Dazu wurden die Vorschriften zur Aufbewahrung verschärft, die Altersgrenze zum Waffenerwerb angehoben. Weiter gilt die Meldepflicht für verkaufte Schusswaffen.

Änderung 2009 Bei Waffenbesitzern sind häusliche Kontrollen möglich. Ein Waffenregister wird eingerichtet.

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