Kopenhagen
Hormon FGF21

Hormon FGF21: Forscher klären, warum es manche Menschen mehr nach Süßem giert

Warum haben manche Menschen mehr Lust auf Süßigkeiten als andere? Forscher haben nun eventuell eine Erklärung gefunden.
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Manche Menschen haben mehr Lust auf Süßes als andere und das hat wohl einen genetischen Grund. Foto: Roland Weihrauch/dpa
Manche Menschen haben mehr Lust auf Süßes als andere und das hat wohl einen genetischen Grund. Foto: Roland Weihrauch/dpa
Charakterschwäche ist es wahrscheinlich doch nicht. Viele Menschen fragen sich, warum sie mehr Lust auf Schokolade und Fruchtgummi haben als andere. Forscher aus Dänemark haben nun möglicherweise eine Erklärung dafür gefunden. Und zwar ist die Schuld wohl bei der Leber zu suchen, oder besser beim Hormon (Fibroblasten-Wachstumsfaktor 21), das in der Leber gebildet wird.

Besondere Varianten des dafür zuständigen Gens finden sich dänischen Forschern zufolge bei Naschkatzen eher als bei anderen Menschen. Das berichtet das Team um Matthew Gillum und Niels Grarup von der Universität Kopenhagen im Fachblatt "Cell Metabolism".


Lust auf Süßes kommt möglicherweise von einem speziellen Hormon

"Die Daten, die aus einer Studie zu Lebensstil und Stoffwechsel von 6500 Dänen stammen, bieten überraschende Einblicke zur möglichen hormonellen Basis von Süßzahn", erläutert Gillum. Schon frühere Studien an Nagetieren und Primaten hatten gezeigt, dass das von der Leber gebildete Hormon den Appetit auf Süßes zügelt. Nun untersuchten die dänischen Forscher, wie zwei besondere Varianten des Gens, das den Bauplan für FGF21 enthält, die Neigung von Menschen zu Süßigkeiten beeinflussen. Dabei glichen die Forscher die genetische Ausstattung der 6500 Teilnehmer mit ihren Essensvorlieben ab.

Demnach steigern beide Varianten die Neigung zu Süßem. Bei den betroffenen Menschen war die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie Naschkatzen waren, um etwa 20 Prozent höher als bei den anderen Teilnehmern. Dabei neigten sie weder besonders zu Übergewicht noch zu Diabetes 2. "Dutzende Faktoren tragen zu Stoffwechselerkrankungen bei", erläutert Grarup. "In dieser Studie sehen wir nur ein kleines Stück in einem großen Puzzle."


Naschkatzen trinken auch gern Alkohol und rauchen


Allerdings hatten die Probanden mit den beiden Gen-Varianten nicht nur eine Schwäche für Schleckereien, sondern auch eine Tendenz zu stärkerem Alkohol- und Tabakkonsum. Die Forscher erklären das damit, dass das Hormon auf das Belohnungssystem im Gehirn wirkt.

In einem weiteren Versuch klärten die Forscher die generelle Rolle des Hormons für den Körper. "Unsere Resultate zeigen, dass zirkulierendes FGF21 die Aufnahme von Süßem bei erwachsenen Menschen reguliert, ebenso wie bei anderen Primaten und Mäusen", schreibt das Team. Möglicherweise bilde die Leber noch weitere Hormone, die die Ernährung beeinflussen.
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