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Gesundheit

Giftige Schwermetalle: Wie gefährlich ist Modeschmuck?

Frauen, die billigen Modeschmuck tragen, könnten dafür am Ende teuer bezahlen: Mit ihrer Gesundheit, ihrer Fruchtbarkeit oder gar ihrem Leben.
Frauen, die billigen Modeschmuck tragen, könnten dafür am Ende teuer bezahlen: Mit ihrer Gesundheit, ihrer Fruchtbarkeit oder gar ihrem Leben. Symbolbild: dpa
 
Verführerisch glitzernde Halsketten, Armbänder und Ohrringe enthalten nicht selten viel zu hohe Anteile der giftigen Schwermetalle Blei und Cadmium. Über die Haut aufgenommen, kann Blei das Nervensystem angreifen und unfruchtbar machen, Cadmium Nieren und Knochen schädigen.

Staatliche Verbraucherschützer fanden im vergangenen Jahr zahlreiche massiv belastete Schmuckstücke. In einem Fall bestand der Verschluss einer Halskette sogar aus reinem Blei. Hätte etwa ein Kind an dem Kettchen um Mutters Hals gelutscht oder den Verschluss gar beim Spiel verschluckt - es hätte sterben können.

Helmut Tschiersky, Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist alarmiert: "Die Hersteller und Importeure von Modeschmuck müssen eindeutig mehr tun, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden."


Grenzwerte überschritten

Am Mittwoch stellte Tschiersky in Berlin den Jahresbericht seines Amtes vor. Weil Modeschmuck bereits im Jahr zuvor durch teils besorgniserregende Nickel-Konzentrationen aufgefallen war, haben die Kontrolleure in ganz Deutschland 262 Modeschmuck-Proben untersucht. Mit dem Ergebnis, dass zwölf Prozent zu viel Blei und zehn Prozent zu viel Cadmium enthielten. Die Grenzwerte waren teils deutlich überschritten.

Tschiersky: "Die Ergebnisse zeigen, dass billiger Modeschmuck häufig problematisch ist. Sollte ein Ring oder Anhänger gar versehentlich verschluckt werden, sind sogar tödliche Vergiftungen möglich."

Neben dem Modeschmuck haben die Verbraucherschützer im vergangenen Jahr auch Küchenkräuter genau unter die Lupe genommen. Wer seine Speisen mit Rosmarin, Dill, Oregano oder Schnittlauch würzt, glaubt ja in der Regel, dass er nicht nur dem Gaumen, sondern auch seiner Gesundheit etwas Gutes tut.

Doch oft, so zeigte sich, ist genau das Gegenteil der Fall: Lebensmittelchemiker fanden in zahlreichen Proben Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Aluminium, die teils erheblich über den zulässigen Grenzwerten lagen. Mit der Nahrung aufgenommen, steht Aluminium im Verdacht, etwa Krebs und Alzheimer zu begünstigen. In mehr als der Hälfte der untersuchten Kräuterproben lag der Aluminiumwert über dem zulässigen Grenzwert.
Untersucht wurden frische Kräuter im Töpfchen, frische geschnittene und getrocknete Kräuter. Ursache der Kontamination sei mutmaßlich die Verwendung von aluminiumhaltigen Pflanzenschutzmitteln, die sich auch in den Böden anreichern.

Alarm schlägt das Bundesamt auch bei Waschmitteln und Haushaltsreinigern: Manche machen nicht nur sauber, sondern enthalten übermäßig viele Mengen an Stoffen, die Allergien hervorrufen können. Sogenannte Isothiazolinone sind Verbindungen, die Wasch- und Reinigungsmittel länger haltbar machen sollen. "Für empfindliche Menschen können sie zum Problem werden", heißt es in dem Bericht. Ab einer bestimmten Konzentration muss das Produkt den Warnhinweis "Kann Allergien auslösen" tragen.

16 Prozent der untersuchten Proben überschritten diese Schwelle. Selbst vier Prozent der untersuchten Kosmetikartikel für Kinder, etwa Duschgel und Shampoo, enthielten die bedenklichen Stoffe. Insgesamt untersuchten die rund 400 bei den Kommunen angesiedelten deutschen Verbraucherschutzbehörden 2015 fast 400 000 Proben von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen. In rund zwölf Prozent gab es Beanstandungen, in mehr als der Hälfte der Fälle ging es um Verstöße gegen Kennzeichnungspflichten.


Große Anzahl von Verstößen

Mehr als eine halbe Million Betriebe haben die amtlichen Lebensmittelkontrolleure im Jahr 2015 besucht - manche mehrfach. Bei 25 Prozent der kontrollierten Firmen wurden Verstöße festgestellt - fast die Hälfte davon betrafen die Betriebshygiene. Sowohl bei Betriebskontrollen als auch bei Produktproben fällt zudem eine gestiegene Anzahl der Verstöße gegen Kennzeichnungspflichten auf.

Von unserem Korrespondenten Bernhard Junginger

zum Thema "Gesundheit"

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