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Überregional

Verzicht

Fastenzeit 2017: Wie wird im Christentum von Aschermittwoch bis Ostern gefastet?

Im Christentum wird von Aschermittwoch bis Ostern gefastet. Allerdings geht es beim Fasten um mehr als nur Sport und Diät.
Entschlacken, Entgiften, Abnehmen: Nicht nur die Gesundheit des Körpers, sondern auch die Gesundheit des Geistes ist beim Fasten Thema. Foto: epd
 
von FELIX MOCK DANIELA DEEG
Im Christentum beginnt das Fasten an Aschermittwoch und endet an Ostern. Im Anschluss an den Karneval - in Franken wohl eher Fasching - soll die Zeit der Besinnung und des Verzichts Menschen an ihre Sterblichkeit erinnern. Daher treffen sich christliche Faschingsnarren an Aschermittwoch zum Fischessen. Fisch gilt als typische Fastenspeise. Doch im Jahr 2017 beschränkt sich der Verzicht aber nicht nur auf Essen, viele versuchen auch, das Handy wegzulassen oder weniger fernzusehen.

Fasten ist ein zentrales Element vieler Religionen, nicht nur im Christentum. Der Verzicht kann in bestimmten Jahreszeiten, in bestimmten Zeitabschnitten, im Kollektiv oder als Einzelner vollzogen werden. Dabei handelt es sich nicht immer um Lebensmittel. Auch der Verzicht auf Genussmittel oder das Ausleben der Sexualität gelten als traditionelle Verzichtsobjekte.

Christlicher Brauch: Vorbereitung auf die Osterzeit

Die Fastenzeit soll auf das bevorstehende Osterfest vorbereiten. Allerdings hat sich dieser Brauch gegenüber dem Mittelalter stark verändert. Inzwischen sind die selbst auferlegten Fastenregeln weniger strikt und sollen Menschen dabei helfen, sich selbst etwas Gutes zu tun.


Von wann bis wann wird 2017 gefastet?

Aschermittwoch stellt das Ende der Faschingszeit dar und ist gleichzeitig der Startschuss für das Verzichten im Christentum. Am Karsamstag, der Tag vor Ostersonntag, endet die 40-tägige Phase schließlich. Zwischen beiden Daten liegen zwar 46 Tage, allerdings sind die sechs dazwischen liegenden Sonntage fastenfrei. Sonntage werden seit dem Jahr 1091 nicht mehr als Fasttage gezählt.

Im Jahr 2017 fällt Aschermittwoch auf den 1. März, Karsamstag ist am 15. April.


Woher kommt der Brauch?

Sich vor dem Beginn großer Feierlichkeiten im Verzicht zu üben, ist eine alte Tradition im Christentum. Eine inzwischen fast vergessene Fastenzeit ist der vorweihnachtliche Advent. Seit dem 4. Jahrhundert etablierte die römisch-katholische Kirche eine 40-tägige Fastenzeit im Vorfeld von Ostern. Das soll an ebenso lange Reise Jesu durch die Wüste erinnern und hat somit eine symbolische Bedeutung.

Wie wird im Christentum gefastet?

Traditionell sollten Menschen in der Fastenzeit nur eine volle Mahlzeit zu sich nehmen. Ähnlich wie während des Ramadan im Islam sollte das am Abend geschehen. Fleisch, Milchprodukte, Eier und Genussmittel wie Süßigkeiten galten ursprünglich als streng verboten. Im Mittelalter lockerte die Kirche diese Fastenregeln allerdings, sodass Milchprodukte, Öl und Eier fortan wieder erlaubt waren.


Fastenbier: Flüssige Nahrung aus dem Kloster

Schwer, vollmundig, sättigend: Bayerische Mönche begannen im Mittelalter, ein speziell für die Fastenzeit abgestimmtes Bier zu brauen. Anders als das dünne Haferbier sollte das Fastenbier dank seiner Vielfalt an Vitaminen, Mineralien und Alkohol über den Nahrungsentzug während der Fastenzeit hinweg helfen. Legenden zufolge sollen Mönche täglich bis zu fünf Krüge davon getrunken haben - das wären stolze fünf Liter.


Tricks zur Fastenzeit

Ausgerechnet Mönche sollen im Mittelalter getrickst haben, um sich während der 40 Tage doch von Fleisch ernähren zu können: Da Fische als Fastenspeise erlaubt waren, erklärten die Mönche im Kloster kurzerhand im Wasser lebende Tiere wie Enten oder Biber zu "Wassertieren" - und damit zu in der Fastenzeit erlaubten Speisen.

Einen weiteren Trick hatten Zisterziensermönche des Klosters Maulbronn in Baden-Württemberg auf Lager: Sie versteckten das Fleisch in Teigtaschen und kreierten somit die bis heute bekannten Maultaschen. Deshalb ist die Spezialität unserer Nachbarn heute auch als "Herrgottsbescheißerle" bekannt.


Kann Fasten gesundheitliche Probleme verursachen?

Zahlreiche Menschen nutzen eine Fastenkur als Diät in Kombination mit Sport, um abzunehmen, zu entgiften und zu entschlacken. Meistens geschieht dies ohne ärztliche Aufsicht. Dabei kann es aber auch zu Komplikationen kommen: Kopfschmerzen, Schwindel, Frieren und Kreislaufbeschwerden sind häufig Symptome der reduzierten Nahrungsaufnahme.

Die Zeitschrift der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände rät daher besonders viel zu trinken. Auch Gemüsebrühe eignet sich dafür. Obwohl die Pfunde beim Fasten purzeln, eignen sich die sieben Wochen eher nicht zum Abnehmen. Denn nach der Fastenkur wird das alte Gewicht schnell wieder erreicht.


Worauf kann in der Fastenzeit verzichtet werden?

Neben dem Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel können Gläubige auch andere liebgewonnene Dinge für 40 Tage aus ihrem Alltag streichen. Alkohol, Süßigkeiten oder Fernsehkonsum sind beliebte Konsumgüter, die zwischen Aschermittwoch und Ostern gestrichen werden können. Deutlich aufwendiger ist dagegen ein Verzicht auf Kunststoff. Fasten ist also deutlich flexibler geworden, eine wirkliche Anleitung gibt es nicht.

Internet-Fasten bei beiden Geschlechtern beliebt

Jeder Fünfte in Deutschland sagt "Nein" zum Internet. Das zeigt eine Forsa-Umfrage, die die Krankenkasse DAK-Gesundheit in Auftrag gegeben hat. Weniger Stress, mehr Zeit für Freunde und Verwandte sowie mehr Zeit für sich selbst - das sind die am häufigsten genannten Beweggründe für den 40-tägigen Verzicht.

Während die Bereitschaft zum Fasten bei jüngeren Menschen deutlich höher ist, spielt das Geschlecht zumindest beim Internet-Fasten keine Rolle. Bei den Fasten-Klassikern unterscheiden sich Männer und Frauen laut Forsa dann aber doch. Männer lassen lieber die Finger vom Alkohol, Frauen eher die Schokolade im Regal.

Autofasten - der Umwelt zuliebe

Das Umweltbundesamt und die Grünen haben die Deutschen nun aufgefordert, zur Abwechslung mal etwas neues auszuprobieren: "Autofasten". Hintergrund ist die hohe Luftverschmutzung in den Städten. Die Partei und das Amt schlagen daher vor, während der 40 Fastentage weniger Auto zu fahren und dafür häufiger die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Bei den Nutzern von inFranken.de findet diese Idee nicht so viel Anklang.



Was fasten die Deutschen?

Eine Top-Platzierung hat das Internet-Fasten in Deutschland allerdings noch nicht. Spitzenreiter der Fastenobjekte ist laut Forsa-Umfrage Alkohol.

1. Alkohol (67%)
2. Süßigkeiten (66%)
3. Fleisch (38%)
4. Fernsehen (33%)
5. Rauchen (32%)
6. Handy, Computer (21%)
7. Auto (15%)

zum Thema "Fasching"

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