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Feuerwehren

[Kommentar]: Freiwillige Feuerwehr: Genug Anerkennung fürs Ehrenamt?

Ohne Freiwillige Wehren geht nichts, schon gar nicht auf dem Land. Das hat auch der Busunfall auf der A9 bewiesen. Ist das jedem bewusst? Ein Kommentar.
Entlang der fränkischen Hauptverkehrsachsen finden sich nahezu ausschließlich Freiwillige Feuerwehren. Die Ehrenamtlichen leisten einen Dienst, der aus Staatskassen nicht zu finanzieren wäre. Foto: Fricke/News5/dpa
 
von CHRISTIAN HOLHUT
Sie nehmen die Entschuldigung an, weil sie Profis sind. Auch im Umgang mit despektierlichen Äußerungen. Und mit Ausnahmesituationen. Die war es nämlich ebenso für den Fernsehreporter von N 24, als er den ehrenamtlichen Rettungskräften beim Horror-Busunfall auf der A 9 live die nötige Professionalität absprach. Heute weiß er: gewaltig daneben gelangt, dem Ehrenamt verbal ins Gesicht geschlagen. Er hat seine Äußerungen bereut und sie ebenso live wie ausführlich korrigiert.

Trotzdem bleibt der fade Nachgeschmack. Ärger über Äußerungen eines Reporters ist das eine, der kann nach einer Entschuldigung ad acta gelegt werden. Das andere ist der tägliche Kampf um Anerkennung einer ehrenamtlichen Leistung, die - müsste sie entlohnt werden - binnen kürzester Zeit sämtliche Staatskassen leer fegen würde.

Natürlich wird Engagement in der Feuerwehr öffentlich gewürdigt. Doch der Einsatz für den Nächsten ist nur die Spitze des Eisbergs. Unter der Wasseroberfläche türmen sich Wochen und Monate an Ausbildung, insbesondere für Spezialeinsätze an Autobahnen, in Tunnelanlagen, in Hochhäusern. Die permanente Bereitschaft, für den Moment alles stehen und liegen zu lassen. Das Leid derer, denen zu helfen ist. Das Leben im Spannungsfeld zwischen Familie, Beruf und dem plötzlichen Einsatz, um Leben zu retten. Und nach dem Einsatz? Dann stehen die Aktiven plötzlich wieder an ihrem Arbeitsplatz, um im Anschluss, natürlich in der Freizeit die möglicherweise traumatisierenden Erlebnisse des Einsatzes aufzuarbeiten. Und bestenfalls schnell wegzustecken, denn der nächste Einsatz steht schon wieder an.

Entlang der fränkischen Autobahnen gibt es fast ausschließlich Freiwillige Feuerwehren. Und die rekrutieren ihre Kräfte zwangsläufig aus immer lichteren Reihen von Aktiven - nicht zuletzt deshalb, weil es im ländlichen Raum auch immer mehr Arbeitspendler gibt. Unterm Strich ist das ein Spagat, der immer schwieriger wird; der demografische Wandel trägt sein Scherflein dazu bei.

Feuerwehrdienst auf dem Land ist eben keine Selbstverständlichkeit. Möge das auch allen Arbeitgebern bewusst sein, wenn sie Mitarbeiter fürs Ehrenamt gewähren lassen müssen. Schließlich kann man ihnen nur gratulieren: An Skills wie Selbstorganisation, Teamgeist, Engagement und Können mangelt es denen sicher nicht.
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