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Dreikönigsfest

Dreikönigsfest: Woher kommt der Brauch der Heiligen Drei Könige?

Die Heiligen Drei Könige oder die Weisen aus dem Morgenland - am 6. Januar ist der Dreikönigstag. Was es damit auf sich hat, lesen Sie hier.
Sternsinger schreiben am Dreikönigstag den Segensspruch C+M+B mit Kreide an Eingänge und Haustüren. Foto: Angelika Warmuth/dpa
 
von FELIX MOCK
Die Heiligen Drei Könige bilden den Abschluss des Weihnachtsfests und sind fast schon Standard bei jedem Krippenspiel. Die biblische Grundlage für diese Tradition ist allerdings ziemlich dünn. Weder Markus, Lukas oder Johannes erwähnen in ihren Evangelien drei Könige - einzig Matthäus berichtet von ihnen: "Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland gen Jerusalem und [...] beteten das Kindlein an und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe." (Matthäusevangelium 2,1 bis 11)


Heilige Drei Könige: Wer sind die Heiligen Drei Könige?

Der Erzählung nach beobachteten Weise aus dem Morgenland den Aufgang eines Sterns, der die Geburt eines Königs ankündigen sollte. Über Jerusalem kommen die Weisen, die dem Wanderstern folgen, schließlich bis nach Betlehem, wo sie den neugeborenen "König der Juden" finden und ihre Geschenke überreichen: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Das ist die Grundlage für den Feiertag der Heiligen Drei Könige.


Heilige Drei Könige: Wieviel Wahrheit steckt in der Erzählung?

Etliche Details der Überlieferung stehen auf wackeligen Beinen. Experten sind sich bei einigen Sachen sogar sicher, dass sie falsch überliefert wurden. Das räumt sogar das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" ein.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit waren die Weisen keine Könige, sondern vielmehr Sterndeuter aus Babylon. Östlich von Jerusalem lag Babylon im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, das stark von Überschwemmungen der beiden Flüsse abhängig war: der fruchtbare Schlamm war für das Agrarsystem unablässig. Um die Fluten effektiv durch die Felder zu leiten, war ein präziser Kalender nötig. Dies war Aufgabe der Priester und Gelehrten, die sich somit zu echten Experten in der Sternenkunde entwickelten.

Auch die Zahl der Gelehrten dürfte eher dem Symbolcharakter geschuldet sein. Erst ab dem Mittelalter kristallisierte sich die Zahl Drei heraus - Experten gehen davon aus, dass die heiligen Drei möglicherweise eigentlich als achtköpfiger Tross unterwegs waren. Die drei überbrachten und im Matthäusevangelium geschilderten Geschenke sind wohl der Grund für die Beschränkung auf das Trio der Heiligen.

Womit wir beim nächsten Punkt wären: Es ist strittig, ob die babylonischen Himmelskundler wirklich Gold, Weihrauch und Myrrhe im Gepäck hatten. Dies sind nämlich besonders symbolträchtige Präsente. Gold galt seit jeher als Geschenk für einen König, Weihrauch für einen Priester und Myrrhe durch ihre heilenden Eigenschaften für einen Heiler oder eben "Heiland".

Weil Herkunft, Status und sogar die Namen der Weisen aus dem Morgenland nicht endgültig geklärt werden können, konnte auch keiner von ihnen heilig gesprochen werden. Die Könige waren also vermutlich eher Astrologen, wahrscheinlich mehr als drei Personen und wurden bis heute nicht heilig gesprochen.

Trotz dieser unklaren Basis wirkt sich der Feiertag nur positiv aus. Im Rahmen des Dreikönigssingens sammelte das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" im letzten Jahr bundesweit rund 42,4 Millionen Euro für Kinderhilfsprogramme.


Heilige Drei Könige: Namen und Symbole

Ab dem sechsten Jahrhundert kamen erstmals Variationen der Namen Caspar, Melchior und Balthasar auf (Thaddadia, Melchior und Balytora). Diese Namenskombination wird häufig mit dem Segensspruch verwechselt, den Sternsinger heute an Haustüren und Eingänge schreiben: CMB, zusammen mit der aktuellen Jahreszahl und drei Kreuzen.

Das Kürzel steht jedoch nicht für die Namen der Heiligen Drei Könige, sondern für einen lateinischen Segen: "Christus mansionem benedicat" - Christus segne das Haus. Die drei Kreuze stehen zudem für die heilige Dreifaltigkeit.


Heilige Drei Könige: Bräuche zum Dreikönigstag

In einigen Regionen Europas, aber auch in den USA, Argentinien und Mexiko ist der Dreikönigskuchen ein verbreiteter Brauch. In das Gebäck wird wahlweise eine Bohne, Mandel oder Münze eingebacken. Wer diese in seinem Stück findet, ist für diesen Tag der König.
Die Tradition der Sternsinger ist der wohl bekannteste Brauch zum Dreikönigsfest im deutschsprachigen Raum und ist seit vergangenem Jahr sogar eine durch die UNESCO geschützte Kulturform. Kinder und Jugendliche ziehen als die Heiligen Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus, singen, beten, sammeln Spenden und segnen die Häuser mit geweihter Kreide.

In den vergangenen Jahrzehnten sammelten die Sternsinger bundesweit etwa 948 Millionen Euro für Kinderhilfsprogramme in Afrika, Asien, Lateinamerika, Ozeanien und Osteuropa. Allein 2016 kamen gut 42,4 Millionen Euro zusammen.


Heilige Drei Könige: In welchen Bundesländern ist das Dreikönigsfest ein Feiertag?

Ob der Dreikönigstag ein gesetzlicher Feiertag ist, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Das liegt hauptsächlich an der konfessionellen Prägung der einzelnen Länder. Aktuell ist der 6. Januar in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt ein gesetzlicher Feiertag. Schulen und Kitas bleiben geschlossen, während im Rest der Republik ganz normal Arbeitstag ist.

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