Überregional
Drei Tote bei Massenpanik auf Madrider Halloween-Party
Trauriges Ende einer Halloween-Party in Madrid: Feuerwerkskörper lösen eine Massenpanik aus. Drei junge Frauen sterben im Gedränge. Zwei weitere Teilnehmerinnen des Festes ringen mit dem Tod.
Bei einer Massenpanik auf einer Halloween-Party in einer Madrider Sporthalle sind drei junge Frauen
zu Tode getrampelt worden. Zwei weitere Frauen erlitten lebensgefährliche Verletzungen und
rangen mit dem Tode. Wie die Polizei am Donnerstag in der spanischen Hauptstadt mitteilte, war die
Panik vermutlich durch ein bengalisches Feuer ausgelöst worden, das ein Unbekannter in der mit
rund 10 000 Menschen gefüllten Halle entzündet hatte.
Zudem seien mehrere
Knallfrösche geworfen worden. Dies habe wahrscheinlich mehrere Besucher zu der Annahme
veranlasst, dass in der Halle geschossen würde. Eine Menschenmenge ergriff in wilder Panik die
Flucht. Ein Korridor wurde für eine Gruppe von Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren zu
einer verhängnisvollen Falle.
Menschen wurden
überrannt
Nach Angaben der Rettungsdienste stürzten fünf von
ihnen im Gedränge und wurden von der nachfolgenden Menschenmenge überrannt.
Dabei wurde sie so schwer verletzt, dass sie einen Herz- und Atemstillstand erlitten.
Drei von ihnen konnten von den Sanitätern nicht wiederbelebt werden.
Zwei wurden in ein Krankenhaus gebracht und befanden sich in kritischem Zustand.
Die
Veranstalter brachen die Halloween-Party nach dem Unglück nicht ab, um eine größere
Panik zu vermeiden. Die Polizei ordnete eine Räumung der Halle an, sorgte aber
dafür, dass die Teilnehmer des Festes das Gebäude einzeln oder in kleinen Gruppen
verließen. Mehrere Besucher der Feier berichteten, von dem Unglück überhaupt nichts
mitbekommen zu haben.
Vergleiche zur Love
Parade
Eine Augenzeugin berichtete dem Radiosender Cadena SER, an einem der
Ausgänge habe es ein dichtes Gedränge gegeben, weil alle anderen Ausgangstore
verschlossen gewesen seien. "Es war wie bei der Love Parade in Deutschland", sagte die Frau dem
Sender. In Duisburg waren am 24. Juli 2010 in einem Massengedränge und in den Tagen nach dem
Unglück 21 Menschen gestorben und 541 verletzt worden.
Die städtische
Betreiberfirma der Halle "Madrid Arena" bestritt, dass die Notausgänge geschlossen gewesen
seien. Die Ausgänge seien vor der Feier inspiziert worden und seien geöffnet gewesen.
Der private Veranstalter der Party wies Vorwürfe von Teilnehmern des Festes zurück, die
Halle sei überfüllt gewesen. Von den 10 600 verfügbaren Eintrittskarten seien 9650
verkauft worden, teilte das Unternehmen der Stadtverwaltung mit. Die Polizei und die Justiz
leiteten Ermittlungen ein.
Auch andernorts gab es
Verletzte
Die Veranstalter hatten für die Party einen "Thriller Music
Park" mit elektronischer Musik angekündigt. Die Besucher der "Madrid Arena" waren aufgerufen
worden, sich bei der Verkleidung vom Musikvideo "Thriller" der Rocklegende Michael Jackson
inspirieren zu lassen.
Bei einer Halloween-Party an einer Universität in Los
Angeles wurden nach Medienberichten mehrere Menschen angeschossen. Der Sender BBC und die Zeitung
"Los Angeles Times" berichteten unter Berufung auf die Polizei von vier Verletzten.
In Italien meldete die Polizei am Donnerstag eine Tote, Dutzende Verletzte und eine Festnahme
wegen versuchten Mordes. In Rom überlebte ein Student nur knapp eine nach Angaben der Fahnder
im Drogenrausch begangene Messerattacke. 25 Mal soll der Angreifer mit einem Messer auf den
Schlafenden eingestochen haben, nachdem die Freunde von einer Partynacht zurückgekehrt waren.
Außerhalb Roms wurde die Leiche einer 16-Jährigen am Ufer der Braccianosees
gefunden. Die Polizei untersucht, ob das Mädchen an einer der vielen Halloween-Partys teilgenommen hatte.






