Paris
Anschlag

Deutsche bei mutmaßlichem Terrorangriff in Paris verletzt

Kurz vor der Präsidentenwahl erschüttert ein mutmaßlicher Terroranschlag Frankreich. Bei der Attacke auf Polizisten wird auch eine Deutsche verletzt.
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Kurz vor der Präsidentenwahl erschüttert ein mutmaßlicher Terroranschlag Frankreich. Bei der Attacke auf Polizisten wird auch eine Deutsche verletzt. Foto: Christophe Ena/AP/dpa
Kurz vor der Präsidentenwahl erschüttert ein mutmaßlicher Terroranschlag Frankreich. Bei der Attacke auf Polizisten wird auch eine Deutsche verletzt. Foto: Christophe Ena/AP/dpa
Bei dem Anschlag auf den Champs-Élysées in Paris ist nach Angaben der Bundesregierung auch eine deutsche Staatsangehörige verletzt worden. Das teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Freitag in Berlin mit. Die Frau sei verletzt worden - "rein zufällig, weil sie sich zur falschen Zeit am falschen Ort befand". Ihr Zustand sei stabil. Sie sei nicht lebensbedrohlich verletzt worden, habe aber ernste Verletzungen davongetragen.

Die Bundesregierung tue alles dafür, die Frau konsularisch zu betreuen und sich um sie zu kümmern. Der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault habe bereits den deutschen Botschafter in Paris angerufen, um sein Bedauern und sein Mitgefühl darüber zum Ausdruck zu bringen.

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, der Anschlag sei "ein weiterer Beleg dafür, dass Europa, mindestens mal Europa, die westliche Welt, einen Raum gemeinsamer Werte bildet und als solcher eben auch einen Raum der Gefährdung darstellt". Die Bundesregierung sehe sich bestätigt, dass man von einer hohe Gefährdungslage ausgehen müsse, nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Nachbarstaaten. Solche Einzeltäter seien ein "Modus Operandi, mit dem die Sicherheitsbehörden umgehen müssen". Zu möglichen Hintermännern und Netzwerken sei dem Innenministerium noch nichts bekannt.

Kurz vor der französischen Präsidentschaftswahl an diesem Sonntag hatte ein nach Medienberichten 39 Jahre alter Mann am Donnerstagabend auf dem Prachtboulevard mitten in Frankreichs Hauptstadt mit einer automatischen Waffe auf einen geparkten Mannschaftswagen der Polizei geschossen. Ein Polizist starb dabei. Neben der Deutschen wurden nach Angaben der französischen Behörden zwei weitere Beamte verletzt. Die Polizei erschoss den Angreifer.

Die Bundesregierung verurteilte den Anschlag. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kondolierte Präsident François Hollande und drückte ihr Mitgefühl für die Opfer aus, wie Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte. "Wir sind in Gedanken bei den Opfern, Familien und Freunden", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts.

Der Angriff überschattet den Präsidentschaftswahlkampf. Die Franzosen stimmen am Sonntag über ihren neuen Staatschef ab. Staatspräsident François Hollande sagte, es spreche einiges für einen Terrorakt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert die Bluttat für sich. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt.

Französische Ermittler haben drei Personen aus dem familiären Umfeld des getöteten Angreifers in Polizeigewahrsam vernommen. Das wurde der Deutschen Presse-Agentur am Freitag aus Ermittlerkreisen bestätigt.
Der 39 Jahre alte Tatverdächtige ist bereits in der Vergangenheit wegen einer Attacke auf Polizisten verurteilt worden. Er hatte im Jahr 2005 eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren wegen versuchten Totschlags erhalten, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Er hatte demnach in Seine-et-Marne bei Paris versucht, einen Polizisten, einen Polizeischüler und dessen Bruder zu töten. Es war zunächst unklar, einen wie großen Teil dieser Strafe der Verdächtige verbüßt hatte.
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