Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Filmstart

Der Codeknacker Alan Turing

Dem britischen Analytiker Alan Turing gelang es im Zweiten Weltkrieg die Funksprüche der deutschen Militärs zu entschlüsseln. Der Film "The Imitation Game" der heute in deutsche Kinos kommt, setzt ihm jetzt ein Denkmal.
Alan Turing (Benedict Cumberbatch) an seinem Arbeitsplatz mit seiner "Bombe" im Hintergrund.  Foto: SquareOne Entertainment
 
von PETRA BREUNIG
Geheim ging es zu in dem viktorianischen Herrenhaus in Bletchley Park, etwa 70 Kilometer nordwestlich von London. Die britische Regierung hatte zu Beginn des Zweiten Weltkriegs erkannt, dass ein entscheidender Schlüssel zum Sieg über Hitler-Deutschland über die Funksprüche der Militärs führen würde. Nur: Diese waren mit den Enigma-Maschinen so verschlüsselt, dass dieser Code als unknackbar galt. In Bletchley Park wurden landesweit Analytiker zusammengebracht, zur Geheimhaltung verpflichtet und in 24-Stunden-Schichten zur Arbeit eingeteilt. Eine Arbeit, die immer um Mitternacht nutzlos wurde, weil die Deutschen ihren Code täglich wechselten.

Genialer Eigenbrötler

Einer der ersten Analytiker und Hauptfigur des Films ist Alan Turing (gespielt von Benedict Cumberbatch), einem jungen Mathematiker, der gerade sein Studium in Cambridge abgeschlossen hat. Er gilt als genialer Eigenbrötler - im Film bezeichnet er sich gleich in seinem Vorstellungsgespräch als einer der führenden Mathematiker überhaupt - und etwas seltsam. Doch er erkennt, dass man den Enigma-Code nur mit einer Maschine, die ununterbrochen arbeitet, entschlüsseln kann und baut seine "Bombe", trotz der erheblichen Zweifel seiner Vorgesetzten.

Erste Ergebnisse stellen sich erst ein, als Turings Annahme, in jedem Funkspruch der Deutschen müssten bestimmte Wortkombinationen enthalten sein, per Zufall bestätigt wird. Der Gruß "Heil Hitler" verhilft den britischen Analytikern letztlich zum Durchbruch, doch das Leben der Codeknacker wird dadurch nicht einfacher.

Für Homosexualität verurteilt

Vor allem der homosexuelle Alan Turing versucht sein Privatleben vor der Öffentlichkeit zu verbergen, wohl wissend, dass Homosexualität als Verbrechen gilt und er darüber hinaus als russischer Spion verdächtigt wird. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird er nicht etwa als Kriegsheld gefeiert, sondern zur chemischen Kastration verurteilt - und nimmt sich 1954 das Leben.
"The Imitation Game" (Filmstart 22. Januar) unter der Regie von Morten Tyldum setzt Alan Turing ein Denkmal. Ein Denkmal für einen unbekannten Helden, der half, den Zweiten Weltkrieg um mindestens zwei Jahre zu verkürzen. Seine Arbeit, die die Grundlage schuf für die moderne Computertechnik, war bis in die 70er Jahre hinein geheim. Für die Verurteilung entschuldigte sich Queen Elizabeth II. am 24. Dezember 2013. Bereits 2011 lehnte das britische Parlament eine posthume Begnadigung Turings ab, obwohl sich der damalige Premier Gordon Brown schon 2009 offiziell für "die entsetzliche Behandlung" entschuldigt und dessen "außerordentlichen Verdienste" gewürdigt hatte.


Den Trailer zum deutschen Film gibt es hier.
Die offizielle Seite zum Film (englisch).

zum Thema "Alan Turing"

Newsletter kostenlos abonnieren