Bamberg
Pfingsten 2017

Pfingsten 2017: Was wird gefeiert und welche Bräuche und Symbole gibt es?

Pfingstsonntag ist dieses Jahr am 4. Juni 2017. Aber was feiern wir eigentlich? Und was haben der Heilige Geist, Tauben und Feuer mit dem Feiertag zu tun?
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Darstellung einer Taube als Symol des Heiligen Geistes in der Kuppel des Berliner Doms. Die Taube wurde vor Jahrtausenden von Menschen domestiziert und als religiöses Symbol verehrt. Foto: epd
Darstellung einer Taube als Symol des Heiligen Geistes in der Kuppel des Berliner Doms. Die Taube wurde vor Jahrtausenden von Menschen domestiziert und als religiöses Symbol verehrt. Foto: epd
Zu Weihnachten gehören Krippen und Tannenbäume, zu Ostern bemalte Eier und Hasendekoration. Doch denkt man an Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes, fallen einem keinerlei Bräuche oder Symbole ein, die sinnbildlich für die Feiertage stehen. Können wir uns deshalb so schwer merken, warum wir dieses Fest feiern?


Was feiern wir an Pfingsten eigentlich?

Der Heilige Geist, um den sich an Pfingsten alles dreht, bleibt auch in der Bibel ziemlich unsichtbar: 50 Tage nach dem Tod Jesu sitzen seine Jünger in Jerusalem zusammen, als plötzlich ein Brausen vom Himmel kommt und ein gewaltiger Wind das Haus erfüllt. Dazu fallen Feuerzungen auf die Köpfe der Anwesenden. Wind und Feuer sind also Zeichen der Verbreitung des Heiligen Geistes: eine Symbolik, die sich recht wenig für volksnahe Bilder eignet.


Der Heilige Geist soll sich im Verhalten der Menschen widerspiegeln

Der Heilige Geist wird zusammen mit Gott und Jesus zur Heiligen Dreifaltigkeit gezählt: Der Geist ist dabei die Kraft der Veränderung, die von Gott ausgeht. Der Heilige Geist soll die Veränderung bringen, die sich auf das menschliche Verhalten übertragen soll. Seit dem Mittelalter sind die "Sieben Gaben des Geistes" überliefert: Dazu zählen Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht.


Die Katholiken empfangen den Heiligen Geist bei der Firmung

In der Firmung - ein Sakrament, welches die Taufe bestätigen soll - empfangen junge Katholiken bis heute die Gaben des Heiligen Geistes.


Der heilige Geist bei den Protestanten

Die lutherische Orthodoxie des 17. Jahrhunderts kam ebenfalls zu einer siebenstufigen Aufzählung der Geistesgaben - allerdings klingen diese hier ganz anders: Berufung, Wiedergeburt, Bekehrung, Rechtfertigung, Buße, Vereinigung mit Gott und Heiligung waren die offiziellen evangelischen Geistesgaben.


Der Apostel Paulus war es, der die vielfältigen Gaben des Heiligen Geistes auf einen Nenner brachte: "Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist", schrieb er an die christliche Gemeinde in Rom. Liebe als Geistesgabe also - auch heute noch ein Thema in Pfingstgottesdiensten, die oft auch ökumenisch begangen werden.


Pfingstsymbole: Taube, Pfingstrose und Feuer

Zwar weniger als an Weihnachten und Ostern, ein paar Symbole gibt es an Pfingsten dennoch: Das wohl bekannteste Pfingstsymbol ist die Taube. Sie soll den Heiligen Geist darstellen, der bei der Taufe Jesu wie eine Taube über ihm schwebte und dann auf ihn herabstieg. Die weiße Taube steht außerdem für Reinheit und Frieden.

Genauso gehört die Pfingstrose zum Feiertag. Wie die klassische Rose ist auch die Pfingstrose ein Symbol für Liebe. Da sie aber keine Dornen besitzt, gilt sie besonders als Zeichen für Heil und Geborgenheit.

Auch das Feuer gehört zu Pfingsten. In manchen Gemeinden wird heute noch ein Pfingstfeuer angezündet. Damit wird einerseits der Winter verabschiedet und der Frühling willkommen geheißen. Außerdem geht das Feuer auf den Heiligen Geist zurück, der das "Feuer des Glaubens" in den Menschen entfachen sollte.


Brauch in Franken: Birkenstecken

Das Birkenstecken ist ein sehr alter Brauch und wird heute nur noch vereinzelt in einigen Ortschaften gepflegt. Mit dem Birkenstecken teilte man früher seiner Angebeteten seine Zuneigung mit und stellte zu diesem Zweck eine Birke an die Hauswand der Geliebten. Um herauszufinden, wer die Birke gebracht hat, wird auch oft eine Kalkspur bis zum Haus des Junggesellen gestreut.


Pfingsten als beliebte Urlaubszeit

Pfingsten ist auch in diesem Jahr wieder eine beliebe Zeit für eine Kurzreise ins Warme - vor allem ans Mittelmeer. Die beliebtesten Reiseorte sind Spanien, Griechenland und die Türkei. Denn zu Pfingsten ist es am Mittelmeer meist schon richtig warm und der deutsche Urlauber kann vor dem Sommer im eigenen Land schon einmal Sonne tanken.
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