Alpenverein

Bilanz des Alpenvereins 2016: Mehr Notrufe in Bergen

Zu wenig Erfahrung, falsch geplant: Immer öfter rufen Wanderer und Bergsteiger in den Bergen die Rettungskräfte per Handy zu Hilfe.
Beamte der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) der bayerischen Polizei üben an der Kampenwand bei Aschau (Bayern) die Rettung eines Verletzten. Foto: Lukas Barth dpa
 
von DPA
Die Zahl der Notfälle steige weiter leicht an, berichteten der Deutsche Alpenverein (DAV) und die Bergwacht Bayern am Dienstag in München. "Es trifft vor allem die Unerfahrenen und diejenigen, die nicht die passenden Touren auswählen", erläuterte der DAV. Im vergangenen Jahr brauchten knapp 1100 Alpenvereinsmitglieder weltweit Hilfe.

Dabei sank jedoch das Risiko, tatsächlich schwer zu verunglücken. Denn die Menschen alarmieren die Retter immer öfter frühzeitig per Handy, bevor sich tatsächlich ein schwerer Unfall ereigne, sagte Christoph Hummel von der DAV-Sicherheitsforschung. Rund 80 Prozent aller Notrufe gingen per Mobiltelefon ein. In den Jahren 2002 und 2003 waren es nur 56 Prozent.

Die Bergwacht Bayern verzeichnete im vergangenen Jahr rund 8150 Einsätze, nur im Jahr 2013 gab es noch mehr Notfälle. "Die Einsätze werden mehr - insbesondere im Sommer", sagte Bergwachtsprecher Roland Ampenberger.

Binnen zehn Jahren stiegen die Unfallzahlen im Sommer in den bayerischen Bergen von gut 1500 auf mehr als 2500 an. Zum einen seien mehr Menschen in den Bergen unterwegs, zum anderen gebe es immer mehr ausdifferenzierte Sportarten vom Wandern über Canyoning und Mountainbiken bis zum Klettersteiggehen. Außerdem sorge der Klimawandel dafür, dass Sommersportarten länger möglich seien. Auch die Verfügbarkeit im Internet könne zu leichtsinniger Planung verführen. Aber: "Bergsteigen ist kein Videospiel"
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