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Protestcamp

Asylcamp muss frieren: Polizei konfisziert Decken

Wie der "Spiegel" berichtet, hat die Berliner Polizei den Asylbewerbern aus Würzburg, die am Brandenburger Tor campieren, in der Nacht zum Sonntag Decken und Isomatten weggenommen.
Foto: Rainer Jensen/dpa
 
von JOHANNES GÖRZ
Die Flüchtlinge, die zu Fuß von Würzburg nach Berlin gezogen sind, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen (wir berichteten), haben ihr Lager vor dem Brandenburger Tor aufgeschlagen. Sie protestieren gegen die deutschen Asylgesetze - und für ihr Recht auf ein normales Leben.

Die Polizei sammelte nun Decken und Isomatten ein - besonders in der kalten Nacht von Samstag auf Sonntag eine drastische Maßnahme. Laut Spiegelbericht begründet die Polizei ihr Vorgehen mit einem Auflagenbescheid, wonach Campingutensilien nicht gestattet seien. Decken mit einem Reißverschluss jedoch durften die Asylbewerber behalten - sie gelten als Kleidung.

Im Internet stieß die Polizeiaktion auf heftige Kritik. Marina Weißband, ehemals Mitglied im Vorstand der Piratenpartei, rief per Twitter zur Hilfe auf: "Könntet ihr euch etwas Honig, Jacken und Decken unter den Arm klemmen und am Pariser Platz vorbei schauen?"

In den Hungerstreik getreten sind die Flüchtlinge schon am Mittwochabend, unabhängig von Friedrichs Aussagen. Ein nicht genehmigtes Zelt baute die Polizei noch in der Nacht ab. Am Morgen wurden die Protestierenden zudem aufgefordert, ihre Schlafsäcke und Isomatten zu beseitigen. Seitdem sitzen sie auf dem nackten Boden, beobachtet von etlichen Polizisten.

Es ist ein bizarres Bild in der Mitte von Berlin, denn rundherum flanieren wie jeden Tag die Touristen. Sie schießen Fotos oder essen Bratwurst. Manche sehen sich auch die Transparente an, die die Demonstranten ausgebreitet haben. "Flüchtlinge im Hungerstreik. 24.10.2012", steht auf einem. Nebenan posieren Darth Vader, Mickey Maus und andere Fantasyfiguren, um Kinder zu belustigen. jgö/dpa

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