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Apple stellt iPhone 7 und neue Apple Watch vor

Wie erwartet hat Apple das iPhone 7 und eine neue Apple Watch vorgestellt. Eine Botschaft sorgte für große Begeisterung: Apple kooperiert mit Nintendo.
Apple Vize-Präsident Phil Schiller stellt das neue iPhone 7 vor. Foto: Screenshot apple.com
 
von JOHANNES MICHEL
Äußerlich hat sich nicht allzu viel verändert, innen aber schon. Viele Gerüchte bezüglich der neuen iPhones - sie heißen 7 und 7 Plus - bestätigten sich. So wird das Apple-Smartphone ab sofort gegen das Eindringen von Wasser geschützt sein, das gab es bisher bei keinem iPhone. Erstmals mit dabei sind auch echte Stereolautsprecher.

Der Home-Button, dem schon das Ende prophezeit worden war, ist nach wie vor mit an Bord, wurde aber vollständig überarbeitet und lässt sich nun für viel mehr Dinge verwenden als vorher. Auch eine Konfiguration durch den Nutzer ist möglich. "Gedrückt" wird er nicht mehr, er nutzt eine "Taptic Engine".

Neue Features hat auch die Kamera bekommen. Beide iPhone 7 kommen mit einem optischen Bildstabilisator. Die Auflösung der Kamera liegt bei zwölf Megapixel, die Frontkamera löst mit sieben Megapixel auf. Das iPhone 7 Plus verfügt sogar über zwei Kameras (Weitwinkel 28mm, Tele 56mm), damit realisiert Apple ein immerhin zweifaches optisches Zoom. Bei Porträtaufnahmen soll es zudem die typischen Tiefenunschärfe-Effekte geben, die Fotografen bisher von professionellen Kameras kennen.


Preise unverändert

Zu haben sind die beiden iPhones in den Farben Silber, Gold, Roségold sowie Matt- oder Lackschwarz, und zwar ab dem 16. September. Die Vorbestellungen sind bereits ab Freitag, 9. September, freigeschalten. Als Speichergrößen stehen 32, 128 und 256 GB zur Verfügung. Die Preise sollen denen des iPhone 6s und 6s Plus entsprechen.



Wie die Gerüchteküche schon verraten hatte, muss das iPhone 7 ohne 3,5mm-Kopfhöreranschluss auskommen. Stattdessen werden Kopfhörer künftig per Lightning-Anschluss angedockt, das erfordert Adapter. Besitzer hochwertiger Kopfhörer dürfte das ordentlich ärgern. Der Adapter wird dem Gerät allerdings kostenfrei beiliegen. Apple zeigte auch eine Wireless-Audio-Version. Dafür kommt wohl ein modifiziertes Bluetooth-Profil zum Einsatz, das es so aber bei keinem anderen Hersteller gibt. Das neue Produkt dazu heißt Apple AirPods (160 US-Dollar, ab Oktober). Sie verfügen auch über Mikrofone, sodass die Bedienung des iPhone über Siri möglich wird. Fünf Stunden Musikhören soll mit ihnen drin sein, im kleinen Aufbewahrungskästchen befindet sich zudem ein Zusatzakku zum Nachladen.


Die neue Apple Watch

Die Apple Watch hat das Denken der Nutzer in Sachen Uhren verändert. Laut Tim Cook ist Apple aktuell der zweitgrößte Uhrenverkäufer der Welt, bei den Smartwatches der größte. Nach 18 Monaten war es nun Zeit für einen Nachfolger: Die "Apple Watch Series 2" wird nicht nur spritzwassergeschützt, sondern bis 50 Meter wasserdicht sein - was besonders Sportfreunde freuen dürfte. An Bord sind ein schnellerer Prozessor sowie eine bessere Grafikeinheit sowie GPS, sodass die Uhr hier nicht mehr auf das iPhone angewiesen ist. Die Apple Watch Series 2 wird wieder in vielen Varianten auf den Markt kommen, neu ist eine Uhr mit Keramikgehäuse.

Gezeigt wurde auch eine Special-Edition in Zusammenarbeit mit Nike. Zu den Akkulaufzeiten, nach wie vor ein großes Problem bei den Smartwatches, verlor Apple allerdings kein Wort. Somit wird es wohl bei einer Laufzeit von rund einem Tag geblieben sein. Die Preise starten in den USA bei 370 US-Dollar, die bisherige Apple Watch wird für rund 100 US-Dollar weniger zu kaufen sein.

Ob es die App Pokemon Go für die Apple Watch allerdings wirklich braucht, sei einmal dahingestellt. Apple und Pokemon-Go-Entwickler Niantic sind aber wohl dieser Meinung, denn rund fünf Minuten lang wurde die neue App demonstriert. Nicht immer klatschten hier die Zuschauer brav, es waren eher ein paar Lacher zu hören. Denn der Pokemon-Go-Hype ist schon wieder am Abflauen.


Super Mario springt bald auf Apple-Geräten

Auch ein paar Details gab es bei der Keynote zu hören. Apple Music, der noch recht junge Streamingdienst für Musik, hat aktuell 17 Millionen Abonnenten, im Vergleich zu den Nutzerzahlen bei den iPhones ist das nicht wirklich viel. Tim Cook bezeichnete das Thema Musik aber nach wie vor als sehr wichtig für die Konzernpolitik.
Aus dem App-Store wurden bisher 140 Milliarden Apps heruntergeladen. Eine wirklich beeindruckende Zahl, die aber natürlich nichts über die Qualität und den einzelnen Nutzer selbst aussagt. Denn die meisten Smartphonebesitzer verwenden nach wie vor recht wenige Apps und installieren ebenso kaum neue. Beliebt sind nach wie vor Spiele - Cook nannte das iPhone das beliebtestes Spielegerät der Welt. Und das dürfte sich noch verstärken: Denn eine Kooperation mit Nintendo bringt Super Mario auf die Apple-Geräte - mit einem eigens entwickelten neuen Spiel. Gut: Das Spiel wird keine In-App-Käufe beinhalten.

Ein Update gibt es auch für die Bürosoftware iWork, dem Konkurrenten zu Microsofts Office-Paket. Die Software soll nun auch Live-Zusammenarbeit unterstützen, so dass mehrere Nutzer gleichzeitig an einem Dokument oder einer Präsentation arbeiten können.


Technik-Michel

Johannes Michel schreibt als Technik-Michel für inFranken.de und für die Zeitungen der Mediengruppe Oberfranken. Sein Technik-Blog finden Sie ebenfalls bei inFranken.de

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