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Überregional

Aktionswoche

Alkohol und Tabletten: Was geht, was nicht?

Zur "Aktionswoche Alkohol" klärt die Bundesapothekenkammer über die Wechselwirkungen von Tabletten und Alkohol auf.
Ein warmes Bier bei Erkältung: Geht das auch, wenn man Antibiotika nehmen muss? Die Bundesapothekenkammer klärt über die Wechselwirkungen von Alkohol und Tabletten auf. Symbolbild: Jens Kalaene/ dpa
 
von DPA
Alkohol und Schlafmittel vertragen sich gar nicht. Aber wie sieht es aus, wenn man Antibiotika nehmen muss? Ist dann ab und an ein Bierchen erlaubt? Ein kleiner Überblick über die Wechselwirkungen von Alkohol und Medikamenten.

"Wer Medikamente nimmt, muss nicht unbedingt komplett auf Alkohol verzichten. Geringe Mengen sind hinsichtlich der Wechselwirkungen bei vielen Medikamenten unproblematisch", erklärt die Bundesapothekerkammer.


Feste Obergrenze bei leichten Schmerzmitteln



Bei rezeptfreien Schmerzmitteln mit Ibuprofen oder Paracetamol empfehlen die Experten eine feste Obergrenze: Maximal 0,1 bis 0,2 Liter Wein oder 0,25 bis 0,5 Liter Bier darf man pro Tag in Verbindung mit den Medikamenten trinken. "Paracetamol kann gerade mit zu viel Alkohol die Leber schädigen", erklärt Ursula Sellerberg, Sprecherin der Bundesapothekerkammer.

Bei den meisten Antibiotika verursachen selbst größere Mengen Alkohol kaum Wechselwirkungen. "In seltenen Fällen kann die Verbindung jedoch dazu führen, dass der Alkohol langsamer abgebaut oder die Wirkung des Antibiotikums verschlechtert wird", sagt Rüdiger Holzbach, Chefarzt für Psychosomatik am Klinikum Arnsberg.
Besonders Frauen und ältere Menschen sollten vorsichtig sein: Sie haben weniger Körperwasser, der Alkohol wirke daher bei ihnen schneller und länger, erklärt Holzbach.


Bei starken Schmerzmitteln, Psychopharmaka und Schlaffmitteln komplett verzichten!



In Verbindung mit Schlafmitteln, Psychopharmaka oder starken Schmerzmitteln wie Morphin sei Alkoholkonsum sogar sehr gefährlich. Die Kombination könne dazu führen, dass die Wirkung des Medikaments verstärkt oder unkontrollierbar wird.

Wer bei chronischen Erkrankungen regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte grundsätzlich möglichst wenig Alkohol trinken. "Wer trotzdem gerne etwas Alkohol trinken möchte, sollte das offen mit seinem Arzt oder Apotheker besprechen", rät Sellerberg.


Fettleber- und Herz-Kreislauf-Risikos steigt



Generell sind die möglichen Wechselwirkungen bei Alkoholkonsum bei jedem Medikament unterschiedlich. Patienten sind deshalb immer auf der sicheren Seite, wenn sie Medikamente und Alkohol nicht kombinieren. Im Zweifel hilft ein Blick in die Packungsbeilage oder ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Arzt.

Unabhängig von Medikamenten sollte jeder seinen Alkoholkonsum genau im Blick behalten. Denn schon ein Glas Wein oder Bier pro Tag kann das Risiko einer Fettleber, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar von Krebs erhöhen, betont die Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. Wenigstens zwei Mal pro Woche sollte man komplett auf Alkohol verzichten.

zum Thema "Gesundheit"

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