Dirk Bach ist tot - keine Hinweise auf Fremdverschulden

Er war der kugelrunde Moderator im RTL-Dschungelcamp, quirliger Komiker und leidenschaftlicher Schauspieler: Dirk Bach. Mit nur 51 Jahren stirbt der Kölner wenige Tage vor einer Theaterpremiere in Berlin.
Dirk Bach bei der Premiere des Animationsfilmes "Sunshine Barry und die Discowürmer" 2009 in Stuttgart. Foto: Marijan Murat/dpa/Archiv
 
Der Schauspieler und Moderator Dirk Bach ist tot. Der gebürtige Kölner starb mit 51 Jahren in Berlin. Das bestätigte ein Sprecher des Schlosspark-Theaters am Montagabend der Nachrichtenagentur dpa. "Wir müssen die traurige Mitteilung verkünden", sagte Harald Lachnit. Zuvor hatte die "B.Z." den Tod des Entertainers gemeldet. Diesen Samstag sollte Bach bei der Premiere von "Der kleine König Dezember" in dem Theater auf der Bühne stehen. Die Todesursache blieb zunächst unklar.




Ein Polizeisprecher hatte zuvor noch mitgeteilt, dass ein 51-Jähriger gegen 17 Uhr in einer Wohnung in Berlin-Lichterfelde tot aufgefunden worden sei. Den Namen des Verstorbenen wollte der Beamte jedoch zunächst nicht nennen. Hinweise auf Fremdverschulden gebe es nicht. Jetzt steht fest: Bei dem Verstorbenen handelte es sich um den 51-jährigen Komiker aus Köln.

Mit schreiend bunten Hemden und schmuckem Tropenhelm amüsierte der schwergewichtige Entertainer Dirk Bach Millionen TV-Zuschauer in sechs Staffeln des RTL-Dschungelcamps "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" an der Seite von Sonja Zietlow in Australien.

Dirk Bach: von RTL bis Worms war alles dabei

Im Fernsehen hatte er auch Erfolg mit der Sitcom "Lukas" im ZDF (1996-2001) oder der "Dirk-Bach-Show" (RTL, 1992-1994) sowie als Pepe in der Kindersendung "Sesamstraße" zwischen 2000 und 2007.
Das RTL-Dschungelcamp war aber bei weitem nicht das einzige Standbein von Dirk Bach. Er spielte auch leidenschaftlich und viel Theater, etwa bei den Nibelungen-Festspiele in Worms oder beim Musical "Kein Pardon!" in Düsseldorf, das auf dem gleichnamigen Film des Komikers Hape Kerkeling beruhte.

Selbst wäre er nie ins Dschungelcamp gegangen: "Nein, warum sollte ich?", sagte er noch anlässlich seines 50. Geburtstages am 23. April 2011 der Nachrichtenagentur dpa. "Ich bin ja da drin. Also, ich werde den Teufel tun, da zu übernachten oder sonstige Dinge zu tun. [...] Die Leute, die das machen, haben ja einfach einen ganz anderen Plan als ich. Ich moderiere eine Sendung, und die - machen was anderes für ihre Karrieren..."

Der überraschende Tod des Komikers Dirk Bach schockiert Fans, Kollegen und die Fernseh-Branche. Am Dienstagabend soll des Entertainers auch beim Deutschen Fernsehpreis in Köln gedacht werden. Die Form der Ehrung blieb zunächst unklar.

Millionen mochten den schwergewichtigen, offen schwulen TV-Star wegen seiner schrillen Outfits und bissigen Kommentare in der RTL-Dschungelshow "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!", die er seit 2004 sechsmal mit Sonja Zietlow moderiert hatte.

Bach, der nie eine Schauspielschule besucht, sondern sich in der freien Kleinkunst-Szene hochgearbeitet hatte, drehte auch Filme, Comedy-Formate, nahm Hörbücher auf, synchronisierte Filme und stand immer wieder auf Theater- und Musical-Bühnen.

Kollegen und Freunde reagierten schockiert

Der Regisseur Walter Bockmayer, der Bach einst entdeckt und gefördert hatte, sagte am Montagabend im ZDF: "Ich weiß selber gar nicht was ich im Moment sagen soll. Ich weiß nur, dass ein guter Freund fehlt und vor allen Dingen ein absoluter Profi. Dirk war ein Super-Profi."



Vom Schlosspark-Theater, dessen Intendant Dieter Hallervorden ist, hieß es: "Wir haben Dirk Bach als lebenslustigen und sehr liebenswerten Kollegen kennengelernt, um so mehr schmerzt der Verlust."
Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth verlinkte bei Facebook ein Foto des Stars und schrieb: "In tiefer Traurigkeit und schöner Erinnerung an einen guten Freund." Der TV-Kritiker Oliver Kalkofe schrieb bei Facebook: "Noch vor ein paar Wochen saß ich mit ihm zusammen beim Wer wird Millionär - Special... und ich kann nur bestätigen, was im Grunde alle über ihn sagen werden: er war einer der freundlichsten, herzlichsten und einfach nettesten Menschen in dieser Branche. R.I.P., lieber Dicki... wir werden dich sehr vermissen!"

Für RTL äußerte sich Markus Küttner, der Chef für Comedy-Formate: "Wir sind zutiefst schockiert, bestürzt und fassungslos." Ob es 2013 wieder ein Dschungelcamp geben wird, blieb zunächst völlig unklar.

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