Bischberg
Ortsporträt Bischberg

"Zusammen können wir fast alles"

Vereine sind das Bindeglied zwischen den Bürgern, meint Bischbergs Erster Bürgermeister Johann Pfister.
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Die Kirche in Bischberg.  Fotos: Gemeinde Bischberg
Die Kirche in Bischberg. Fotos: Gemeinde Bischberg
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Grußwort des Ersten Bürgermeisters Johann Pfister

Bischberg, das über 1000 Jahre alte Fischerdorf am Zusammenfluss von Main und Regnitz, liegt an der Stadtgrenze zum Weltkulturerbe Bamberg und ist eingebettet zwischen den Ausläufern des Steigerwalds und den Mainauen. Bei uns gibt es über 40 Vereine und Gruppierungen, die das gesellschaftliche Leben entscheidend mitbestimmen. Da viele Bürgerinnen und Bürger, neben ihren beruflichen oder familiären Verpflichtungen, sich auch in ihrer Freizeit betätigen wollen, ist es für eine Gemeinde enorm wichtig, ein vielfältiges Vereinswesen vorzuweisen.

Da die Neigungen und Interessen der Bürgerinnen und Bürger, der Kinder, Jugendlichen, Erwachsenen und Älteren sehr unterschiedlich sind, ist es nötig, im sportlichen, sozialen und kulturellen Bereich Angebote im Ort zu haben.
Die zwei großen Sportvereine haben zwar den Schwerpunkt Fußball mit einer vorbildlichen Jugendarbeit, bieten jedoch auch andere Sportarten wie Handball, Tennis etc. an. Trotzdem gibt es einen rührigen Tennisclub, mit einer eigenen idyllisch gelegenen Anlage im Weipelsdorfer Tal. Selbstverständlich hat Bischberg als Nachbargemeinde zur Basketballhochburg Bamberg auch durch die Bischberg Baskets ein Angebot für Basketballfans.

Eine Besonderheit ist die Solidarität Bischberg, ein Verein, der die Kunst des Radballs auf höchstem Niveau betreibt, was etliche Oberfränkische, Bayerische und sogar Deutsche Meisterschaften - z. B. im 6-er Rasenradball - beweisen. Der SKK Bischberg ist im Kegelsport eine wichtige Instruktion und weit über Bischberg hinaus bekannt. Auch musikalisch gibt es zwei Gesangvereine, diverse Chöre, Kirchenchor und den Gospelchor. Zwei Blaskapellen, die fränkische Blasmusik und der Kammermusikkreis bieten für Musikliebhaber Betätigungsmöglichkeiten. Die Bläserklasse ist für die musikalische Frühausbildung unserer Grundschüler gedacht.
Die Bischberger Schlosskonzerte werden von Mitbürgern veranstaltet und haben auch über Bischberg hinaus eine große Fangemeinschaft. Die beiden Obst- und Gartenbauvereine bringen durch ihre Veranstaltungen viel Farbe ins Gemeinschaftsleben, wobei die Tütschengereuther ein eigenes Mosthäusla betreiben, um im Herbst das Obst aus den Hausgärten oder Streuobstwiesen zu verwerten.

Die Tradition Bischbergs als Fischerdorf wird durch die Fischerzunft Bischberg, die das jährliche Fischerstechen an der Kirchweih organisiert, repräsentiert. Ein Alleinstellungsmerkmal ist der FFF, der Förderverein Fränkisches Fischereimuseum, der mit viel Engagement ein Museum aufgebaut hat, in dem man viele Gegenstände und Werkzeuge besichtigen kann, die die Fischer und Flößer in der Vergangenheit im Gebrauch hatten. Zusätzlich bietet das Museum Informationen zur Flora und Fauna unserer Heimat.

Der VDK und verschiedene Seniorenkreise kümmern sich vorwiegend um unsere älteren Mitbürger. Um die Senioren aus den verschiedenen Ortsteilen zusammen zu bringen, veranstaltet die Gemeinde zusammen mit dem Ortskulturring - als Dachverband aller Vereine - jährlich einen Seniorenausflug und eine Faschingsveranstaltung, die gerne angenommen werden. Unsere Feuerwehren sind neben ihrer Hauptaufgabe, der Brandbekämpfung, mit vielen anderen Diensten zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger tätig und haben deshalb eine herausragende Bedeutung für unseren Ort.

Es gibt jedoch noch viele weitere Gruppierungen und Institutionen, die sich in unser Gemeinwohl engagieren und die ebenso zur Vielfalt unseres Gemeinwesens wichtige Beiträge leisten.
Gemeinderat, Verwaltung und Bürgermeister wissen die Aktivitäten unserer Vereine und Gruppierungen zu schätzen und möchten sich im Namen unserer Bürgerinnen und Bürger herzlichst bei allen bedanken, die für die Allgemeinheit aktiv ihre Freizeit opfern, denn es sind ausschließlich Ehrenamtliche, die alles am Laufen halten. Ohne Ehrenamtliche kann dieses Angebot für unsere Bürgerinnen und Bürger nicht aufrechterhalten werden. Wenn man bedenkt, dass alle diese Vereine und Gruppierungen Feste, Konzerte und Veranstaltungen im Jahresablauf halten, so findet jeder auch ganz persönlich etwas, je nach seiner Neigung, denn Heimat ist da, wo man zu Hause ist und sich wohl fühlt.

Nicht verschweigen möchte ich an dieser Stelle, dass es auch in Bischberg zunehmend schwieriger wird, Menschen zu finden, die bereit sind, an verantwortlicher Stelle in den Vereinen tätig zu werden. Die Gemeinde Bischberg wird auch weiterhin - wie bisher - alles im Rahmen ihrer Möglichkeiten tun, um unsere Vereine und Gruppierungen tatkräftig zu unterstützen. So können die gemeindlichen Einrichtungen wie Turnhallen, Unteres Schloss, Bürgersaal, Bürgerhaus Trosdorf und die alte Schule Tütschengereuth kostenfrei genutzt werden. Zusätzlich leistet die Gemeinde auch nach ihren Richtlinien laufende Zuschüsse und bei Investitionen Investitionszuschüsse, um die wertvolle Vereinsarbeit zu unterstützen.
Wir sind der Überzeugung, dass nur gemeinsam unser Gemeinwesen vielfältig und abwechslungsreich erhalten werden kann, nach dem Motto: "Jeder kann etwas. Alles kann keiner. Zusammen können wir fast alles."


Freiwillige Feuerwehr Bischberg

Feuerhaken, Feuerpatschen, Sand und Wasser waren viele Jahrhunderte lang die bescheidenen Möglichkeiten der Brandbekämpfung. Während sich in den größeren Städten sogenannte Feuerlöschgemeinschaften, durch die Zünfte organisiert, schon im Mittelalter bildeten, standen die Menschen kleinerer Gemeinden der Macht des Feuers oft hilflos entgegen. Dort mussten sie sich häufig darauf beschränken, den Zustand der Feuerstätten und Öfen immer wieder bei den Dorfgenossen anzumahnen und vor sorglosem Umgang mit Feuer und Licht zu warnen. So steht in der Dorfordnung vom 20.11.1722, die der Abt des Klosters Michelsberg Christoph Ernst Freiherr von Guttenberg für Bischberg erlassen hatte: "Soll kein Gewürk (Gewerbe) in die Stuben gelegt werden, auch keiner bei nächtlicher Weile mit einem offenen Spanlicht über die Gassen gehen bei vier Pfund Straf".
Der Ruf "Feurio", die Hornsignale der Türmer, das Geläute der Feuerglocken oder Signalschüsse lösten stets Schrecken und Verwirrung aus. So offenbarte sich jedenfalls die Ohnmacht der Menschen gegenüber der Macht des Feuers.
Im Königreich Bayern wurde die Gründung der Feuerwehren - auf freiwilliger Basis - mit großem Nachdruck vorangetrieben. Unzählige Erinnerungsschreiben füllen die Feuerwehrakten im Bamberger Staatarchiv. So heißt es in einem Brief des Bezirksamtes Bamberg II. vom 22.11.1872 an den Landesausschuss der bayerischen Feuerwehren in München: "Auf die Eingabe vom 18.11.1872 beehrt man sich mitzutheilen, daß im diesseitigen Bezirksamt freiwillige Feuerwehren und zwar in Aschbach, Bischberg, Burgebrach, Burgwindheim, Ebrach, Gaustadt, Mönchherrnsdorf, Stegaurach und Walsdorf bestehen und daß in Frensdorf, Pettstadt, Trunstadt, Tütschengereuth solche zur Zeit in Gründung begriffen sind."
Am 08. Februar 1871 hatten sich etwa 50 bis 60 verantwortungsbewusste Dorfbewohner, Bauern, Gütler und Handwerker zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Bischberg sehr wahrscheinlich im Oberen Schloß zusammengefunden. Die umfangreiche Liste der Verwaltung, der Steiger, der Spritzenmänner, der Retter, der Anspänner und Feuerläufer gleich zu Beginn lässt vermuten, dass die Gründung planmäßig vorbereitet war.
Aus gesicherten Quellen geht hervor, dass in Bischberg schon weit vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr eine gut organisierte Löschgemeinschaft bestand. So tat sich diese Bischberger Feuerwehr schon im Jahre 1839 bei einem verheerenden Brand der unteren Bamberger Mühlen besonders hervor. Unter den verschiedenen Vereinen, die in Bischberg im Laufe des 19. Jahrhunderts gegründet wurden, nimmt die Freiwillige Feuerwehr eine äußerst ehrenvolle Stellung ein, da sich ihre Mitglieder ein hohes Maß an Pflichtbewusstsein auferlegten und sich uneigennützig in den Dienst reiner Nächstenliebe stellten.
Quelle: Philipp Hümmer/www.ff-bischberg.chayns.net
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