Hochstadt am Main
Ortsporträt Hochstadt

"Ich schätze das vielfältige Vereinsleben"

Hochstadt mit seinen Ortsteilen ist geprägt vom aktiven Vereinsleben. Zusammenhalt ist hier kein Fremdwort.
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Das alte Eingangstor zum ehemaligen Amtshaus.  Fotos: Harald Koch
Das alte Eingangstor zum ehemaligen Amtshaus. Fotos: Harald Koch
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Interview mit Bürgermeister Thomas Kneipp

Wo sehen Sie Hochstadt in zehn, in 20, in 30 Jahren?
Nach dem Prinzip der kleinen, beherrschten Schritte in die richtige Richtung, sehe ich die Dekaden 10, 20 und 30 Jahre als Meilensteine. Das Ziel ist in 30 Jahren erreicht, wenn folgende Aussagen weiterhin zutreffen würden: Für die Sicherung der Grundversorgung werden notwendige Investitionen getätigt, damit sich die Infrastruktur in einem guten Ausbauzustand befindet. Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser guter Qualität ist gesichert. Alle Ortsteile sind kanalisiert und an einer funktionierenden Kläranlage angeschlossen, die den höchsten technischen Standards entspricht. Die Ortsteile können für ihre ortstypischen Festivitäten ihre eigene Infrastruktur nutzen.
Neben dem örtlichen Angebot einer Kindertagesstätte und einer Grundschule bieten außerdem zwei Mittelschulen, eine Realschule und zwei Gymnasien innerhalb einer Entfernung von zehn Kilometern die Möglichkeit für einen höheren Schulabschluss. Die nächsten Hochschulen und Universitäten in Bayreuth, Hof, Bamberg und Coburg sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.
Daneben ist Hochstadt auch ein Wirtschaftsstandort: So finden sich überregional agierende Unternehmen der Möbelindustrie, der Elektrotechnik, des Werkzeugbaus und des Handels sowie des Handwerks. Diese gesunde Mischung unterschiedlich großer Betriebe hat eine Struktur mit hoher Innovationsbereitschaft und großer Flexibilität geschaffen. Deshalb wird die Unterstützung ansässiger und ansiedlungswilliger Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Pläne in Hochstadt von der Gemeindeverwaltung als sehr wichtig erachtet.

Welche großen Pläne stehen in den nächsten Jahren für Sie an erster Stelle?
Kurzfristig stehen bei uns Investitionen zur Daseinsvorsorge, insbesondere die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, im Vordergrund. Daneben muss ein verträglicher Weg gefunden werden, wie die für die Infrastruktur sehr bedeutsame Bundesstraße B 173 um Hochstadt herum geführt werden kann.

Welche Stärken, welche Schwächen hat Hochstadt?
Die Freizeitgestaltung in Hochstadt und seinen Ortsteilen wird im Wesentlichen geprägt von einem intakten und aktiven Vereinsleben in den Bereichen Sport, Kultur, Landespflege und Umweltschutz. Dies schafft intensive soziale Kontakte und ermutigt zu ehrenamtlichem Engagement und Zusammenhalt. Eine Schwäche, die sich hoffentlich bald wieder geben wird, sehe ich in der geplanten Ortsumfahrung-Süd der B 173, die zu einer aktuellen Spaltung der Bevölkerung in Befürworter und Gegner geführt hat. Ein anderes Problem ist das Phänomen der baulichen Vernachlässigung der Ortskerne, die aufgrund des demographischen Wandels zugenommen hat.

Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Lage von Hochstadt? Was müsste getan werden, um den Ort weiter voran zu bringen?
Dank der guten Wirtschaftslage und der niedrigen Arbeitslosenzahlen sprudeln die Steuerquellen von Bund und Freistaat derzeit wie selten zuvor. Auch für Hochstadt sind die Schlüsselzuweisungen des Freistaats Bayern und die Gemeindeanteile an der Einkommensteuer und der Umsatzsteuer stabil. Die Gewerbesteuereinnahmen unserer Gemeinde sind jedoch weiterhin auf einem geringen Niveau und vom Landesdurchschnitt weit entfernt. Gleichzeitig gilt es aber, notwendige Kosten für Investitionen der Daseinsvorsorge zu stemmen, ohne die Bürger über Gebühr finanziell zu belasten.

Was ist Ihrer Meinung nach derzeit das wichtigste Thema in Hochstadt?
Wenn man die Menschen aktuell in Hochstadt hört, wird am meisten über die geplante Ortsumgehung der B 173 im Süden von Hochstadt diskutiert. Aufgrund eines Bürgerbegehrens wurde die Gemeinde verpflichtet, dagegen zu klagen. Dies hat in der Gemeinde viele Befürworter, aber auch Gegner.

Was mögen Sie persönlich an Hochstadt am liebsten und warum leben Sie gerne in diesem Ort?
Nach den Worten Ciceros ist das Zuhause da, wo es einem gut geht. Seit 21 Jahren bin ich Bürgermeister von Hochstadt und habe in dieser Zeit viel Zuspruch mit meinem Tun und meinen Vorstellungen gefunden. Daneben schätze ich das vielfältige Vereinsleben und, ganz wichtig, die Verwurzelung meiner Familie in einem liebenswerten Ort.

Ein junges Ehepaar möchte vielleicht nach Hochstadt ziehen und wendet sich an Sie als Bürgermeister. Mit welchen Argumenten überzeugen Sie die Interessenten, in den Ort zu ziehen?
Im Vergleich zu anderen Regionen kann man in Hochstadt sehr günstig Wohneigentum erwerben. Junge Familien finden eine gesicherte und professionelle Kinderbetreuung am Ort. Ihre ersten Schritte im schulischen Werdegang machen die Kinder von Hochstadt in unserer Grundschule. Je nach Eignung gibt es für die nächsten Stufen der Karriereleiter weiterführende Einrichtungen, die alle leicht zu erreichen sind.
Neben den Pflichtaufgaben des Lebens bietet ein intaktes und vielfältiges Vereinsleben sowohl für die Kinder als auch für die Eltern zahlreiche Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung. Das geht von körperlichen Aktivitäten in Sportvereinen über kulturelle Angebote im Musikverein oder Laientheater bis hin zu ehrenamtlichem Engagement in den Feuerwehren. Von Problemen wie Kriminalitätsbrennpunkten oder interkulturellen Konflikten sind wir in Hochstadt verschont geblieben. Wer aber hin und wieder angenehmere Großstadtangebote braucht, dem bieten sich günstige Verkehrsverbindungen. Mit dem PKW ist das Zentrum Nürnberg/Fürth/Erlangen in kaum mehr als einer Stunde erreichbar. Vom Bahnhof Hochstadt aus stehen mit einem Umstieg am Bahnhof Lichtenfels schnelle Direktverbindungen per Bahn nach Berlin, München, Leipzig und Frankfurt a. Main zur Verfügung.

Familienfreundlichkeit ist für viele Bürger sehr wichtig. Wie ist Hochstadt bei diesem Thema aufgestellt? Was wird speziell für Kinder und Jugendliche angeboten?
Zahlreiche Vereine investieren in eine erfolgreiche Jugendarbeit, die jungen Menschen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bietet und gleichzeitig Zusammenhalt und Sozialkompetenz fördert. Die Gemeinde stellt hierfür kostenlos Räume zur Verfügung und leistet zusätzlich einen finanziellen Beitrag an die Vereine.

Die Zahl der älteren Menschen steigt stetig an. Was tut Hochstadt für seine Senioren?
Fester Bestandteil im Veranstaltungskalender unserer Gemeinde sind seit vielen Jahren monatliche Seniorentreffs in unserer Mehrzweckhalle.

Zum Abschluss: Formulieren Sie in einem Satz, was Hochstadt besonders macht.
Die vielen Neuansiedlungen in den neugeschaffenen Wohngebieten in Hochstadt belegen, dass das hier Gesagte keinen Phantasien entspringt, sondern die Realität darstellt: Hochstadt a. Main - klein aber fein!


Wissenswertes über Hochstadt

Einwohner: 1671

Fläche: 13,76 Quadratkilometer

Gemeinderat mit Fraktionen: 12 Gemeinderatsmitglieder und 1. Bürgermeister. Fraktionen: CSU (9), Freie Wähler (2), SPD (2). Ein Ortssprecher.

Bürgermeister:
Erster Bürgermeister Thomas Kneipp
Zweiter Bürgermeister Max Zeulner

Vereinsleben: Im Gemeindegebiet gibt es 36 Vereine.

Freie Bauplätze: Zwei Bauplätze im Baugebiet Krassen, Gewerbefläche Reuther Straße: 4710 Quadratmeter. Ein Bauplatz in der Ruppengasse. Ansprechpartner: Thomas Kneipp, Telefon 09574/6236-41

Kindergärten: 4-gruppige Kindertagesstätte (Kinderkrippe, Kindergarten, Hort)

Schulen: Grundschule Hochstadt a. Main, Klassen 1 - 4

VHS-Ansprechpartner: Jutta Stark

Weitere Ansprechpartner:
Seniorenbeauftragter: Georg Zethner

Homepage: www.hochstadt-main.de
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