Bamberg
Neubau

Erweiterung der Maria-Ward-Schule

Zeitgemäßer Unterricht in neuen Räumen: Der Neubau der Maria-Ward-Schule in Bamberg wurde nach dreijähriger Bauzeit eröffnet.
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In allen Klassenzimmern befinden sich Bildschirme mit Touchscreens, die mit Computern und dem Internet verbunden sind.  Fotos: Gerhard Hagen
In allen Klassenzimmern befinden sich Bildschirme mit Touchscreens, die mit Computern und dem Internet verbunden sind. Fotos: Gerhard Hagen
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Nach gut drei Jahren Bauzeit ist es endlich soweit: die Schülerinnen der Bamberger Maria-Ward-Schule konnten nach den Faschingsferien die Räume des Neubaus an der Edelstraße beziehen. Dort erwarten sie neun helle und modern eingerichtete Klassenzimmer, der Kunstbereich, eine unterirdische Doppelsporthalle und die bislang fehlende Aula. Träger der Schulen ist das Erzbistum Bamberg, das für die aufwändige Sanierung und Modernisierung 15 Millionen Euro im Haushalt bereitgestellt hat.
Das neue Gebäude wurde von den Münchner Architekten Bernhard Peck und Armin Daam geplant, die den 2011 ausgeschriebenen Architektenwettbewerb gewonnen hatten. Mit der Bauleitung wurde 2014 das Bamberger Architekturbüro Dietz beauftragt. Dort, wo 2013 das Internatsgebäude und die Tagesschule abgerissen wurden, steht jetzt der Neubau in Form eines Kreuzgangs. Dieser umschließt den großzügigen Pausenhof mit Allwetterspielplatz, auf dem sich besonders die jüngeren Schülerinnen des Gymnasiums und der Realschule austoben können. Darunter wurde die etwa 800 Quadratmeter große Zweifachturnhalle gebaut, deren zwei Hallen einzeln oder gesamt nutzbar sind. Auch die Umkleiden, Sanitäranlagen und die Technik befinden sich unterirdisch. Die Oberlichter für die Turnhallen auf dem Pausenhof wurden so verschalt, dass sie als Sitzgelegenheiten von den Schülerinnen genutzt werden können.
Die Bauarbeiten fanden unter extrem beengten Verhältnissen statt: Während sich die schweren Baufahrzeuge durch die verwinkelten Zufahrtstraßen zwängten, wurde der Unterricht der 1200 Schülerinnen teilweise in Container ausgelagert. "Diese Baustelle ist die größte Herausforderung in meinem Berufsleben", erklärte Diözesanarchitekt Karl-Heinz Rottmann, der das Projekt für den Bauherrn steuerte.


Barrierefrei

Bei der Planung des Gebäudes wurde auf eine energie- und umweltschonende Bauweise sowie ein harmonisch zur Umgebung passendes Erscheinungsbild geachtet. Das dreischalige Mauerwerk ist energiebewusst gedämmt, die Heizung wird mit Fernwärme aus einem Müllheizkraftwerk befeuert. Außerdem wurden im gesamten Gebäude an den Decken und Wänden absorbierende Elemente zur Verbesserung der Raumakustik eingebaut. Sämtliche Räume sind barrierefrei zugänglich. Der Eingangsbereich der Schule wurde großzügig verglast. Dadurch erhält man Blickkontakt zu den bestehenden Schulgebäuden. Hinter der dunklen Messingverkleidung an den Fassaden befinden sich die dezentralen Lüftungsgeräte und Belüftungsflügel zur natürlichen Belüftung der Räume. Von der Aula mit der hellen Fensterfront, die Platz für 200 Personen bietet, gelangt man auf den Innenhof. Dieser erstreckt sich bis zum Haus Edelstraße 4, das während der Bauzeit als Baubüro diente. Die dortigen fünf sanierten Räume werden zukünftig von den Schülerinnen der Oberstufe genutzt.
Weitere neun Klassenzimmer mit durchschnittlich 62 Quadratmetern Fläche befinden sich in den beiden Obergeschossen des Neubaus und bieten Platz für 290 Schülerinnen. Diese sind mit Waschtischen, Garderobenschränken, dunklen Linoleumböden und einer Fußbodenheizung ausgestattet. Neben den speziellen Akustikdecken für den Schallschutz befinden sich in jedem Zimmer Lüftungsgeräte unter der massiven Eichenholzverkleidung, die für einen automatisch geregelten Frischluftaustausch sorgen. "Im Erziehungs- und Bildungssektor investieren wir zur Zeit besonders viel Geld für die Erneuerung und Sanierung von bestehenden Gebäuden oder in die Schaffung von Ersatzbauten", betonte Erzbischof Ludwig Schick bei einer Baustellenbesichtigung, weil gute Bildung nicht nur gute Lehrkräfte, sondern auch gute Gebäude brauche.


Bildschirme statt Tafeln

Dementsprechend ist auch die Innenausstattung und die Unterrichtstechnik auf dem neuesten Stand: Statt klassischer Kreidetafeln befinden sich in allen Klassenzimmern große Bildschirme mit Touchscreens, die mit Computern und dem Internet verbunden sind. Dadurch stehen den Lehrkräften breitere Möglichkeiten der Visualisierung und des Medieneinsatzes im Unterricht zur Verfügung. Die Zimmer im zweiten Obergeschoss, in dem auch der Fachbereich Kunst untergebracht ist, sind besonders hell und bieten Blick auf die Altstadt, die Altenburg und den Dom.
Bei der Grundsteinlegung wies die Schulleiterin des Gymnasiums, Ingrid Käfferlein, darauf hin, dass bereits seit den 1950er-Jahren Raumnot an der Schule geherrscht habe. Durch die Fertigstellung des neuen Gebäudes ist der wohl schwierigste Teil der Generalsanierung beendet. Mit der Segnung des Neubaus durch Erzbischof Schick beginnt der nächste Abschnitt der Sanierungsmaßnahmen: Das dem Neubau gegenüber liegende Gebäude aus den 1960er Jahren muss aus statischen und brandschutztechnischen Gründen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Dieser wird über einen Steg mit dem soeben in Betrieb genommenen Neubau verbunden. Im ersten Obergeschoss wurde dafür bereits eine Öffnung vorgesehen. Bis 2021 soll dieser Bauabschnitt abgeschlossen sein. Die übrigen Gebäude werden grundsaniert.


300 Jahre Maria-Ward-Schule in Bamberg

Die Eröffnung des jetzigen Neubaus geschieht in einem Jubiläumsjahr: Die Maria-Ward-Schule feiert dieses Jahr ihr 300-jähriges Bestehen. Benannt wurde sie nach Mary Ward, der Gründerin der Gemeinschaft der Englischen Fräulein, heute Congregatio Jesu. 1717 begannen die Maria-Ward-Schwestern aus Augsburg mit dem Bau der Bamberger Schule. 2002 übernahm das Erzbistum Bamberg die Trägerschaft, um die wichtige Arbeit derSchwestern fortzusetzen. 2004 wurde das vormalige Institut der Englischen Fräulein offiziell in Maria-Ward-Schule Bamberg der Erzdiözese Bamberg umbenannt. Bis heute besteht eine enge Verbindung mit den Schwestern der Congregatio Jesu. Mit "Anerkennung und Dankbarkeit" blickt Erzbischof Schick auf die Schulgeschichte zurück, die Pionierarbeit bei der Frauenförderung geleistet habe.
In der Trägerschaft des Erzbistums befinden sich acht Schulen. Derzeit wird auch die nicht mehr sanierungsfähige Maria-Ward-Schule in Nürnberg für mehrere Millionen Euro neu gebaut. Deren Bau soll bis 2020/21 fertig gestellt sein. Silvia Franzus
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