wohn-trends

Schöner Wohnen

Schrankwand ade

Systemmöbel bieten mehr Flexibilität beim Umzug, lassen sich beliebig zusammensetzen und kommen niemals aus der Mode.
Schon ein Leben lang begleitet manchen Besitzer das Möbelsystem String. Der schwedische Architekt Nils Strinning hat es bereits 1949 entwickelt. Foto: string furniture ab
 
von PR-REDAKTION
Wer umzieht, steht häufig vor einem Problem: Die alten Möbel passen einfach nicht in die neue Wohnung. Also die alten verkaufen und wieder neue, passende anschaffen? Systemmöbel nach dem Baukastenprinzip bieten da einen Vorteil: Sie lassen sich relativ einfach verändern und ergänzen und so auch in die neue Wohnung mitnehmen. Der Markt bietet Systemmöbel auch vom Designer, darunter einige Klassiker.


Praktische String-Möbel

Zu den bekanntesten Beispielen gehört das Aufbewahrungssystem Haller der Firma USM Möbelbausysteme, schon 1963 entworfen vom Architekten Fritz Haller. Aus Skandinavien stammt das vielseitige System String, das der schwedische Architekt Nils Strinning 1949 entwickelt hat. Und von Designfans kultisch verehrt wird das 1960 erstmals produzierte Regalsystem 606 des deutschen Designers Dieter Rams. Statt wie bei einem Smartphone alle zwei Jahre eine neue Version auf den Markt zu werfen, verkauft der Hersteller Vitsoe das 606-System seit den 60er Jahren unverändert. Die Idee des Systemmöbels ist nicht auf Regale oder Kastenmöbel begrenzt. Rams hat auch seine Sitzmöbel modular konzipiert, sie lassen sich zu Zweisitzer- oder Dreisitzer-Sofas zusammenbauen. Die Sessel gehören sogar zur Ausstattung des Berliner Kanzleramtes.


Möbel nach dem Baukastenprinzip

Um das 606-Regal wie auch das Sesselprogramm ist ein reger Gebrauchtmarkt entstanden, erklärt Vitsoe-Geschäftsführer Mark Adams. Der Gegensatz von alt und neu widerspricht der Idee des Systemmöbels genauso wie die ständige Jagd nach Trends: "Wir sind extrem unmodisch, deshalb lieben uns die Modemacher in Paris."
Bei einem Systemmöbel kann der Nutzer wie ein Kind mit seinen Bauklötzen immer wieder neue Objekte bauen. Designer Werner Aisslinger hält gerade diesen Aspekt für wichtig: "Design liefert heute kein fertiges Produkt mehr, sondern bezieht den Nutzer mit ein." Mit seinem Möbelprogramm Bikini für den italienischen Hersteller Moroso erwirbt der Käufer verschiedene Wohnelemente, darunter Tisch, Hocker, Behälter, Regale und Sitzflächen. Ohne dass der Designer die Planung vorgibt, kann der Nutzer mit den verschiedenen Modulen ganze Wohnlandschaften individuell kreieren. Aisslinger sieht derzeit viele Veränderung beim Wohnen: "Gewisse Möbeltypologien haben aktuell einen schweren Stand, drohen zu verschwinden", erklärt der Designer. Bücher, Schallplatten Videokassetten und andere Medienspeicher verabschieden sich aus den Wohnzimmern.


Sideboard statt Schrankwand

Statt einer kompletten Schrankwand reicht vielen Bewohnern daher heute ein Sideboard, darüber einige freischwebende Regalelemente. Mit Modulmöbeln lassen sich solche Veränderungen auffangen, ohne dass man sich gleich komplett neu einrichten muss. Mit der veränderten Rolle des Stauraummöbels hat sich auch der Designer Stefan Diez für sein Möbelsystem New Order für den dänischen Hersteller Hay beschäftigt. "Wir haben weniger Bücher, möchten aber nicht auf Ausstellungsfläche oder Lagermöglichkeit verzichten", erklärt er. Daher verfügt sein Möbel nicht mehr nur über flache Regalböden, sondern hat auch ein Tablett als Abstellfläche.
dpa-mag
Newsletter kostenlos abonnieren
Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.