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Umwelt & Recycling

Mülltrennung für Bauherren

Kaufen, aufbauen, wegschmeißen - aber wohin? Lesen Sie, wie Bauherren ihren Müll richtig trennen und entsorgen.
Es gibt Baustoffe, die zu schade zum Wegwerfen sind und den Bauherren sogar bares Geld bringen können - alte Türschlösser zum Beispiel.  Foto: Nestor Bachmann
 
von PR-REDAKTION
Planen, aufbauen, abreißen, aufräumen - und der Rest kommt einfach in den Container? Ganz so einfach ist es mit dem Bauschutt leider nicht, warnen Experten. "In einem Haus finden sich die unterschiedlichsten Materialien", weiß Stefan Schmidmeyer vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung. Ein großer Teil davon ist ökologisch unbedenklich, manches aber hoch gefährlich, weil mit giftigen Chemikalien belastet. "Es ist wichtig, diese Dinge von Anfang an voneinander zu trennen."
Wer das konsequent macht, schont nicht nur die Umwelt, sondern spart auch Geld. Denn je besser man Bauschutt trennt, desto günstiger wird die Entsorgung.
"Wenn Schadstoffe wie Dämmmaterial, Dachpappe oder behandeltes Holz dabei sind, wird unter Umständen der gesamte Inhalt als gefährlicher Abfall oder sogar als Sondermüll eingestuft und ist dann wesentlich teurer", erläutert Schmidmeyer.
Da der Abbruch von Gebäuden in den Bauordnungen der Bundesländer geregelt ist, muss sich der Bauherr über die länderspezifischen Regelungen informieren. "In einigen Bundesländern ist zum Beispiel mit der Abbruchgenehmigung ein Abbruch- und Entsorgungskonzept sowie ein Schadstoffkataster gefordert, in anderen nicht", erklärt Walburga Sodermanns vom Deutschen Abbruchverband.
Gefährliche Schadstoffe Einheitlich ist in allen Bundesländern aber vorgeschrieben,
gefährliche Schadstoffe gesondert zu erfassen und zu entsorgen. Sie dürfen keinesfalls in die normalen Bauschuttcontainer. "Dazu gehört vor allem Asbest, der sich in Welleternitplatten, Fensterkitt, Klebern und anderen Materialien verstecken kann", sagt Sodermanns. Auch künstliche Mineralfasern, wie sie in Mineralwolle verwendet werden, gehören zu den Schadstoffen, ebenso wie Dachpappen mit Teer oder Bodenbeläge, die mit Klebern mit Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) verlegt wurden.
Es gibt aber auch Baustoffe, die zu schade zum Wegwerfen sind und den Bauherren sogar bares Geld bringen können. Wer ein altes Haus sanieren oder abreißen will, sollte überprüfen, ob sich noch wertvolle historische Materialien darin befinden. "Die sind sehr begehrt und werden nicht nur für die Rekonstruktion denkmalgeschützter Gebäude, sondern auch gern in modernen Bauten eingesetzt", erklärt Christoph Freudenberger vom Unternehmerverband Historische Baustoffe. dpa-mag
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