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Klimawandel verschiebt die nächste Eiszeit

Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung veröffentlichen eine Studie mit verblüffender Einsicht: der menschgemachte Klimawandel könnte die nächste Eiszeit auf der Erde um 100.000 Jahre nach hinten verschieben.
Die nächste Eiszeit kommt erst in 50.000 Jahren auf die Erde zu. Das liegt jedoch auch am menschgemachten Klimawandel, so Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.
 
Durch das Forschungsprojekt des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) sollte eigentlich erforscht werden, welche Schlüsselfaktoren dem Beginn einer neuen Eiszeit vorangehen. Die Grundlage hierfür war ein Computermodell des Erdsystems, das die Dynamik der Atmosphäre, der Ozeane, den Eisschilden und des globalen Kohlenstoffzyklus simuliert.

Noch 50.000 Jahre bis zur nächsten Eiszeit
„Auch ohne den menschengemachten Klimawandel würden wir den Beginn einer neuen Eiszeit erst in etwa 50.000 Jahren erwarten“, so das PIK in einer Pressemitteilung. Die Studie kommt jedoch zu der Erkenntnis, dass bereits moderate zusätzliche CO2-Emissionen, die aus der Verbrennung von Öl, Kohle und Gas entstehen, ausreichen, um die nächste Eiszeit um 50.000 Jahre nach hinten zu verschieben. Somit würde ein kompletter Eiszeitzyklus übersprungen. „Der Mensch ist in der Lage, einen der fundamentalen Mechanismen zu stören, die die Welt geformt haben, wie wir sie heute kennen“, so das PIK weiter.

Kohlendioxid in der Atmosphäre unseres Planeten sei so langlebig, dass vergangene und künftige Emissionen großen Einfluss darauf haben, wann ein neuer Eiszeitzyklus beginnt, erklärt Ricarda Winkelmann, Autorin des Berichts des PIK. Schon geringer zusätzlicher Kohlenstoffausstoß würde die Eisbedeckung der Nordhalbkugel auf zehntausende Jahre beeinflussen. Emissionen von 1000 oder 1500 Gigatonnen CO2 könnten die nächste Eiszeit sogar um 100.000 Jahre verschieben.

Die Menschheit als formende Kraft
Ihrem eigentlichen Forschungsziel sind die Wissenschaftler aber auch näher gekommen. Erstmals ist klar, dass die Faktoren der Sonneneinstrahlung im Sommer und des atmosphärischen CO2 Schlüsselfaktoren für den Beginn der letzten Eiszeiten waren. Vergangene Eiszeiten haben die Erde auf lange Zeit geprägt und auch die Entwicklung der Menschheit nachhaltig bestimmt. Fruchtbare Böden, Gletscher, Flüsse, Seen: all diese landschaftlichen Begebenheiten seien auch durch die Eiszeiten geprägt. Inzwischen sei die Menschheit jedoch bereits in eine neue Ära der Erdentwicklung eingetreten: „Heute ist es die Menschheit mit ihren Emissionen aus fossilen Brennstoffen, die die zukünftige Entwicklung des Planeten bestimmt.“
 


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