bauen

Renovierung

Teilsanierung Schloss Ebracher Hof

Die Renovierung im Mainstockheimer Seniorenheim schreitet voran. Beim Sommerfest am 15. Juli wird das gefeiert.
Aus alt mach neu: Vor allem Fußböden und Wände wurden im Schloss Ebracher Hof erneuert. Foto: Hofmann
 
von PR-REDAKTION
Bei der Renovierung des Seniorenheimes Schloss Ebracher Hof in Mainstockheim ist ein weiterer von vier Bauabschnitten abgeschlossen. Die Renovierungen erfolgten zunächst ohne die Zimmer; die sollen zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff genommen werden.
In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und dem Denkmalschutz begannen die Arbeiten unter Rücksichtnahme auf die vorhandene Fledermauspopulation, so dass vor allem im Winter gearbeitet wurde. Dazu wurde das Dach eigens eingehaust. Ehe die Schieferarbeiten angegangen werden konnten, mussten einige neue Balken eingezogen werden. Das Dach ist jetzt dicht und verfügt über modernen Blitzschutz. "Inzwischen leben hier mehr Fledermäuse als vorher", berichtet Geschäftsführer Peter Brandner.


Umzug der Bewohner

Als mit dem Obergeschoss begonnen werden sollte, mussten zunächst alle Bewohner umziehen. Dann ging es den Ausbau vorhandener Böden, Decken und Wandabschnitte, deren Putz bis auf die Muschelkalkmauer abgetragen wurde.
Von hier aus wurde nach einer Befunduntersuchung des alten Gemäuers mit alten Materialien wie Lehm und Kalk eine neue Grundsubstanz aufgebaut, Stuckdecken wurde fachmännisch stabilisiert und teilweise sichtbar belassen. Selbst bei den Fußböden wurden mehrere Schichten über einander vorgefunden, zuletzt Dielenböden. Die hätten Eigentümerin Gabriele Brandner und ihr Sohn gerne als Dielenböden wieder eingebaut, mussten aber wegen der strengen Regeln für Seniorenheime darauf verzichten. Sie wurden jetzt als Unterkonstruktion für einen modernen Bodenbelag verwendet.


Wichtig: Brandschutz

Ein eigenes Thema war der Brandschutz. Im Zusammenwirken mit der Kreisfeuerwehr und Architekt Walter Böhm wurde aber eine gute Lösung gefunden. Ziel war es, größtmöglichen Brandschutz mit rauchdichten Türen zu schaffen, gleichzeitig aber auch die vorhandenen alten Türen wieder zu verwenden.
Als nicht minder problematisch erwies sich der Einbau von Nasszellen, die jetzt unmittelbar neben der Zimmertür eingerichtet werden konnten. Ebenso konnte für den Abfluss eine Lösung gefunden werden, ohne in die historische Bausubstanz eingreifen zu müssen.
Auf den Fluren sind die alten und großteils ausgetretenen Steinplatten wieder eingebaut. Sie wurden abgeschliffen und weisen nur noch geringe Unebenheiten auf, die der Motorik zugute kommen.
Die Denkmalpflege reagierte zunächst skeptisch, als es um umfangreiche Eigenleistungen ging, ließ sich dann aber doch vom Erfolg überzeugen.


Weniger Zimmer

Die Renovierung führte dazu, dass nur noch 60 anstelle vorher 67 Zimmer zur Verfügung stehen. Ganz nebenbei stellte sich heraus, dass das Schloss nicht auf das Jahr 1620, sondern auf 1520 zu datieren ist. Der Vorgängerbau soll aus der Zeit um 1100 stammen. Die vorgefundene weitere Jahreszahl 1624 betrifft nur das Portal, das gesondert saniert wird.
Die Renovierungen sind längst nicht beendet, denn nach Abschluss der Innenarbeiten steht die Außenfassade an. Weitere Bauabschnitte sind für den Hof und den Garten vorgesehen.
Die Familie Brandner ist davon überzeugt, dass die laufenden Renovierungsarbeiten die ersten sind, die das Schloss überhaupt erlebt hat. Vorgefundener Wandputz und Bodenbeläge deuten darauf hin, dass immer wieder nur neu aufgetragen wurde.
Am Samstag, 15. Juli, wird ab Uhr der erfolgreiche Abschluss mit einem Sommerfest für Bewohner und Gäste gefeiert. bag


Kostenpunkt

Gesamtkosten:
2,1 Mio €

Zuwendungen:
Deutsche Stiftung Denkmalschutz : 150 000 €
Entschädigungsfonds für denkmalpflegerischen Mehraufwand: 781 000 €
Bayerische Landesstiftung: 37 000 €
Gemeinde Mainstockheim: 3000 €
Landkreis Kitzingen : 3000 €

Eigenleistung:
8700 Stunden
Newsletter kostenlos abonnieren
Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.