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Fachkräfte

Handwerk hat goldenen Boden

Nachwuchsförderung im Landkreis Kronach: Jugendliche für das Handwerk begeistern - Hier kann man Karriere machen!
Er hat es geschafft! Georg Oesterlein (links) hat mit Sebastian Zeis einen Nachfolger für seine Traditionsbäckerei gefunden.
 
von PR-REDAKTION
Handwerker werden gebraucht und die Branche ist auch künftig krisensicher aufgestellt. So optimistisch zeigt sich der Kreishandwerksmeister Heinrich Schneider.
Im Landkreis Kronach gibt es derzeit 1155 Handwerksbetriebe mit 5700 Beschäftigten in 130 verschiedenen Handwerksberufen. Es herrscht eine positive Stimmung im Bezirk Coburg/Kronach/Lichtenfels. 54 Prozent der Handwerksbetriebe sprechen von einer guten Auftragslage, 37 Prozent halten diese für befriedigend und nur 8,5 Prozent bezeichnen diese als schlecht. Vor allem im Bau- und Metallbereich gibt es volle Auftragsbücher, war vom Kreishandwerksmeister zu hören. Manche Aufträge können erst 2017 in Angriff genommen werden. Und auch im Kfz- und im Nahrungsmittelbereich kann man von einer soliden Auftragslage sprechen. Auch Friseure und Kosmetiker können mit einem Plus von vier Prozent einen leichten Zuwachs bei der Geschäftslage verzeichnen.


Gute Auftragslage

Die insgesamt gute Auftragslage ist auf drei Gründe zurückzuführen, nämlich auf die gute Konjunktur, das niedrige Zinsniveau und die Energiewende. Nahezu jeder Hausbesitzer beziehungsweise Gewerbetreibende legt auf Energieeffizienz an seinen Gebäuden Wert.
Und wie ist das denn mit der Gewinnung von Fachkräften? Das sei in der Tat schwierig, so Heinrich Schneider. Im Jahr 2016 konnte die Handwerkskammer lediglich 27 junge Menschen "freisprechen". Letztes Jahr waren es immer noch 50 und einige Jahre zuvor waren es um die 200.
Der Kampf um die besten Köpfe hat nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung begonnen. Im Jahre 2007 haben in Oberfranken 11 970 Heranwachsende die Schule verlassen, aktuell liegen wir bei 11 080.
Nicht zuletzt deshalb laufen seit sechs Jahren bundesweit seitens des Handwerks Werbekampagnen, die von den Mitgliedern - diese sind in 53 Handwerkskammern integriert - finanziert werden. Man will somit Jugendliche für das Handwerk begeistern. Es gibt auch vier Bildungszentren in Oberfranken, in denen Berufsmessen des Handwerks stattfinden.
Zudem werden Handwerkspaten an Schulen eingesetzt. Auch wurde in den letzten Jahren die Ausbildungsvergütung angehoben. Man ist weiterhin bemüht, den potentiellen Bewerbern ins Bewusstsein rücken, dass man im Handwerk durchaus Karriere machen kann. Beispielsweise vom Lehrling, über den Gesellen zum Meister oder Techniker. Oder man kann parallel zur Lehre auch sein Abitur machen und danach studieren.
Mittlerweile gibt es Berechnungen, wonach es möglich ist, dass ein Handwerker in seinem Leben 1,9 Millionen Euro verdient, ein Hochschulabsolvent ist mit zwei Millionen dabei.


Verschiedene Abschlüsse

Was die Bewerbungen betrifft, so steigt der Anteil bei den Realschülern und Abiturienten. So kamen einst ein Drittel der Lehrlinge aus Realschulen und nur 4,5 Prozent waren Gymnasiasten. Diese Zahlen haben sich jetzt dahingehend geändert, dass 50 Prozent die Mittlere Reife und zehn Prozent ein Fachabitur beziehungsweise Abitur vorweisen können.
Was Flüchtlinge betrifft, so leistet die Handwerkskammer ihren Beitrag zur Integration. So wurden zwei Mitarbeiter bei der Handwerkskammer Oberfranken eingestellt, die versuchen, junge Flüchtlinge in Ausbildung zu bringen und deshalb auch mit den Betrieben in Kontakt stehen.
Aber nicht nur die Gewinnung von Azubis, auch die Digitalisierung wird künftig mit Herausforderungen verbunden sein. Klassische Berufsbilder werden zumindest teilweise im Wandel inbegriffen sein. Es wird darum gehen, digitale Vernetzung und Datenaustausch in den Handwerksalltag zu integrieren.
Weiterhin ist auch die Unternehmensnachfolge in vielen Handwerksbetrieben ein Thema. Rund jeder fünfter Inhaber im oberfränkischen Handwerk möchte in den nächsten fünf Jahren seinen Betrieb schließen oder übergeben und nicht immer ist ein Nachfolger vorhanden. Trotz aller Herausforderungen ist man überzeugt, "das Handwerk wird auch weiterhin Zukunft haben!"
Veronika Schadeck
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