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Häuser aus dem 3D-Drucker

Die Möglichkeiten von 3D-Druckern, die aus verschiedenen Materialien dreidimensionale Objekte drucken können, sind mannigfaltig. Unter anderem verspricht die Technik in der Medizin große Fortschritte. Aber auch der Hausbau profitiert von der neuen Technologie.
Ein 3D-Drucker verarbeitet verschiedene, hoch erhitzte Materialien und bringt sie in verschiedenen Formen, bevor sie wieder trocknen. So können unter anderem auch Häuser entstehen.
 
Bereits 2006 hat der italienische Ingenieur Enrico Dini einen 3D-Drucker entwickelt, dessen Druckerkopf auf einem sechs mal sechs Meter großem Aluminiumrahmen montiert ist. Sein Drucker arbeitet dabei nicht mit Kunststoff, sondern mit einer Mischung aus Sand und Magnesiumoxid. Der „Bau“ eines Hauses mit Dinis Drucker D-Shape erfordert lediglich ein CAD-Modell des geplanten Gebäudes. Dieses Modell druckt der Drucker dann Schicht für Schicht. Noch größer denken Dinis Landslaute von der  Firma World’s Advanced Saving Project. Das Gestell ihres Druckers Wasp ist 12 Meter hoch. Das sechseckige Gerüst verfügt über drei senkrechte Schienen, an denen der Druckkopf angebracht ist.

Ein Haus für weniger als 4500 Euro
Auch in China arbeitet man an im Alltag einsetzbaren 3D-Druckern. Die Firma WinSun Decoration hat in weniger als 24 Stunden aus Bauteilen für 3D-Drucker zehn Häuser gebaut. Ein solches Haus sei bereits für weniger als 4500 Euro zu haben. Da die notwenigen Materialien in der Regel vor Ort verfügbar seien und der Bau mit einem 3D-Drucker keinerlei traditionellen Arbeitskräfte erfordere, seien immense Kosteneinsparungen möglich. Ma Yihe, Geschäftsführer der chinesischen Firma WinSun betont außerdem, dass der von seinen Druckern benutzte Beton eine Mischung aus Zement, Glasfasern und Bauschutt sei, was das Recyceln des Schutts von abgerissenen Gebäuden ermögliche und somit auch der Umwelt zugutekomme.

Umweltfreundliches Baumaterial
Beim italienischen Wasp-Drucker denkt man bei den Materialien, die beim Druck verwendet werden, ebenfalls an die Umwelt. Ein Gemisch aus Wasser, Lehm und Pflanzenfasern wird durch den Wasp-Drucker verarbeitet. Um mehr über die Haltbarkeit von Lehmhäusern zu erfahren, fuhr das Entwicklerteam rund um den Drucker nach Marokko und erfuhr dort, dass die Bewohner dortiger Lehmhäuser lediglich alle fünf Jahre eine neue Lehmschicht anbringen müssen, um ihr Haus in Stand zu halten.
Ein Vorteil des Nutzens der 3D-Drucktechnologie für den Hausbau ist laut Enrico Dini, dass durch das Drucken von verschiedenen Teilen eines Hauses der Architekt das Haus komplett selbstständig entwerfen und bauen kann und dabei nicht von Handwerkern oder anderen Beteiligten abhängig ist.
 


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