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Achtung, Schimmelgefahr!

Hohe Luftfeuchtigkeit und falsches Lüften bedeuten meist eines: Schimmel. Mit einem Hygrometer können Sie leicht ermitteln, ob Schimmelgefahr droht.
Ein Winterproblem: Oft zeigen sich dann die schwarzen Schimmelflechten im Zimmer. Schuld daran kann eine zu hohe Luftfeuchtigkeit sein.  Fotos: Andrea Warnecke
 
von PR-REDAKTION
Niemand mag Schimmel im Haus. Doch mit hoher Luftfeuchtigkeit und falschem Lüften bieten wir den schwarzen Geflechten perfekte Wachstumsbedingungen.
Der Bundesverband Schimmelpilzsanierung (BSS) hat einige Hygrometer ein Jahr lang getestet. Die Ergebnisse überraschen: Zu den Testsiegern gehören Geräte für unter zehn Euro. "Und selbst das schlechteste digitale Hygrometer aus dem Test ist für den Hausbereich immer noch gut genug", erklärt BSS-Vorsitzender und Test-Initiator Wolfgang Lorenz.
Am besten schnitten insgesamt die digitalen Modelle ab: Der Testsieger hatte lediglich eine Abweichung von maximal 0,4 Prozent bei der relativen Feuchte, das schlechteste Gerät von 4,4 Prozent.


Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent

"Hier sind die Abweichungen so gering, dass sie irrelevant ist", erklärt Lorenz. Bei den analogen Geräten war das eine Profigerät in der Testreihe mit 2,9 Prozent Abweichung das Beste. Die schlechtesten Modelle zeigten Unterschiede von bis zu 17 Prozent - "was ein Problem ist", betont der Sachverständige. Denn: Die Luftfeuchtigkeit im Haus sollte nach üblicher Expertenansicht zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Lorenz sagt sogar: "Ich empfehle immer, im Winter bei geringen Außentemperaturen weniger als 50 Prozent Luftfeuchte einzuhalten - 40 Prozent sind besser". Abweichende Werte auf einem Hygrometer von 10 bis 17 Prozent machen also einen deutlichen Unterschied.


Hohe Luftfeuchte an den Außenwänden

Das Schimmelproblem ist nicht nur ein Winterthema. Die Sporen von Schimmelpilzen befinden sich immer und überall in der Luft. Aber um wirklich gut wachsen zu können, brauchen sie Feuchtigkeit - jedoch nicht unbedingt kondensiertes Wasser in Tropfenform, erklärt Udo Schumacher-Ritz vom Verein zur Qualitäts-Controlle am Bau (VQC). Dem Schimmel reicht dauerhaft eine hohe Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent, was sich bei geschlossenen Fenstern im Winter leicht an den Wänden eines Raumes aufstaut.
Die Luftfeuchtigkeit ist nicht an jeder Stelle in einem Zimmer gleich hoch. "Wenn in der Raummitte 24 Grad und eine relative Luftfeuchte von 60 Prozent herrschen, dann sind das an den kalten Außenwänden des Zimmers 20 Grad und eine höhere Luftfeuchte", erklärt der Bausachverständige Schumacher-Ritz. Er rät dazu, Hygrometer in der Raummitte aufzustellen. "Hier hat man die beste Relevanz." Wird aufgestaute Luftfeuchtigkeit an den Wänden nicht gut weggelüftet, kann Schimmel wachsen.


Keine Panik

Panik muss man aber wegen leicht überschrittener Hygrometer-Werte nicht gleich haben: "Die Fachwelt geht davon aus, dass Schimmel zum Wachsen 80 Prozent Luftfeuchtigkeit über sechs Tage bei täglich sechs Stunden braucht." Wer jedoch dauerhaft zu wenig lüftet, riskiert den Schimmelbefall.
dpa-mag
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