Was ist Job Enlargement und Job Enrichment?

Einem Mitarbeiter mehr Verantwortung und Aufgaben zuzuteilen, kann sich positiv auf dessen Motivation auswirken. Wir erklären das anhand von vier Begriffen.
 
Sind erst einmal Fachkräfte gefunden, gilt es, diese auch zu halten. Um das zu erreichen, müssen einige Faktoren erfüllt sein. Dazu zählt beispielsweise die Mitarbeitermotivation oder die Möglichkeit, mehr Verantwortung übertragen zu bekommen. Letzteres fällt unter den Begriff der Arbeitsfeldvergrößerung. Welche Möglichkeiten es in diesem Bereich gibt, die sich positiv auf den Mitarbeiter auswirken können, erklären wir hier kurz an den entsprechenden Fachbegriffen.

Job Enlargement (Aufgabenerweiterung)
Der Tätigkeitsbereich eines Mitarbeiters wird erweitert, indem er zusätzliche Tätigkeiten mit demselben Anforderungsniveau hinzubekommt. Um diese musste der Arbeitnehmer sich zuvor nicht kümmern, waren diese Aufgaben seiner eigenen vor- oder nachgelagert. Somit steigert sich der Arbeitsspielraum eines Individuums, die Entscheidungsfreiheit bleibt gleich.
Vorteile sind unter anderem, dass sich der Mitarbeiter so besser mit dem Produkt identifizieren kann, seine Arbeit abwechslungsreicher wird und dadurch auch die Motivation steigt. Außerdem erweitern sich die Kenntnisse und Fähigkeiten des Mitarbeiters, der den Produktionsprozess dadurch auch näher kennenlernt.

Job Enrichment (Aufgabenanreicherung)
Der Mitarbeiter bekommt Aufgaben mit unterschiedlichen – und somit auch höheren – Anforderungsniveaus zugeteilt. Dadurch übernimmt dieser mehr Verantwortung und hat einen größeren Handlungsspielraum. Außerdem werden Motivation und Lernbereitschaft des einzelnen Mitarbeiters gesteigert, Fähigkeiten werden geschult. Nachteilig kann jedoch der hohe Schulungsaufwand sein, der bei diesem Ansatz entsteht.

Job Rotation
Dieser Begriff wird in unterschiedlichen Bereichen verwendet. Eine Möglichkeit ist, dass Mitarbeiter innerhalb einer Arbeitsgruppe ihre Arbeitsplätze oder Aufgabenbereiche wechseln. Dadurch werden die Kompetenzen erweitert und vertieft. Zusammenhänge werden sichtbar, der komplette Arbeitsprozess greifbarer. Außerdem wird der Monotonie am Arbeitsplatz entgegengewirkt, indem Abwechslung geschaffen wird. Oftmals wird dabei jedoch nur der Tätigkeitsspielraum erweitert, nicht jedoch der Entscheidungsspielraum.
Meist sind solche Rotationen zeitbegrenzt und es finden sich auch unterschiedliche Ausprägungsformen: Funktioniert das Ganze nach dem Rotationsprinzip, so durchläuft der Arbeitnehmer mehrere Stationen in einem Unternehmen. Es ist aber auch möglich, dass der Mitarbeiter an einem Projekt mitarbeitet oder von anderen Kollegen Aufgaben übernimmt (ähnlich eines Rollentausches).
Um diese Art der Arbeitsfeldvergrößerung umzusetzen, müssen die gesetzlichen Regelungen und die Unternehmenstyp beachtet werden. In kleinen, sehr spezialisierten Unternehmen, ist ein solcher Ansatz nicht geeignet. Dies gilt ebenso für bestimmte Arbeitsfelder, in deren Berufe eine spezielle Ausbildung nötig ist. Zusätzlich können Mitarbeiter durch die regelmäßigen Wechsel ihrer Aufgaben überfordert sein oder mit Autoritätsverlust kämpfen.

Teilautonome Gruppen
In teilautonomen Arbeitsgruppen werden die beiden Ansätze der Aufgabenerweiterung und –bereicherung verbunden. Diese Gruppen steuern sich selbst, sind also eigens für Planung und Kontrolle der ihnen anvertrauten Aufgabe zuständig. Dadurch müssen die Mitglieder nicht nur Entscheidungen treffen, sondern sich auch selbst kontrollieren. Diese Art der Arbeitsgestaltung wirkt sich ebenfalls auf die Motivation sowie die Zufriedenheit der Mitarbeiter aus. Zusätzlich wird nebenbei die Teamfähigkeit geschult. Der Handlungsspielraum ist enorm, kann sich jedoch auch negativ auswirken, indem beispielsweise Konflikte zwischen den Mitarbeitern entstehen oder Einzelne überfordert sind.  
 
 

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