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Berufswelt

Grundrecht am Arbeitsplatz

Auch am Arbeitsplatz greif das Grundrecht der informationellen Selbstbestimmung. Doch was dürfen Chefs eigentlich sammeln und auswerten?
Der Kontrollblick: Es gibt Informationen, die der Chef haben darf oder sogar muss. Andere Dinge gehen ihn aber nichts an.  Foto: Christin Klose/dpa-mag
 
von PR-REDAKTION
Mausklicks, Telefonate, gefahrene Kilometer oder abgearbeitete Aufträge: In vielen Jobs entstehen jeden Tag Unmengen von Daten. Für Chefs sind die sehr interessant - analysieren dürfen sie diese aber nur sehr begrenzt. "Informationelle Selbstbestimmung ist ein Grundrecht, das man an der Bürotür nicht abgibt", erklärt Norbert Geyer, Fachanwalt für IT-Recht und Experte für Datenschutz.
Das bedeutet: Manche Informationen muss der Arbeitgeber einfach haben - Name, Anschrift und Geburtstag zum Beispiel. Ansonsten kann er keine vernünftige Gehaltsabrechnung erstellen. Was darüber hinausgeht, bleibt aber Privatsache.
Natürlich sammeln viele Arbeitgeber solche Daten aber doch. Das ist auch völlig legitim - solange es passende Betriebsvereinbarungen gibt oder der Arbeitnehmer zustimmt. Oft unterschreiben Angestellte deshalb mit dem Arbeitsvertrag entsprechende Einwilligungen. Die Dokumente müssen aber klar getrennt sein.


Auswerten von E-Mails

Die meisten Daten entstehen im Job bei digitaler Kommunikation - E-Mails zum Beispiel. Direkt lesen darf der Arbeitgeber auch die nicht, anonym auswerten aber schon. "Es ist möglich, diese anonymisierten Daten als allgemeinen Maßstab zu verwenden und dann zum Beispiel zu analysieren, welche Teams sehr effizient arbeiten", erklärt Peter Wedde, Professor für Arbeitsrecht an der Frankfurt University of Applied Sciences. Das mag noch harmlos klingen. Aber natürlich wäre so ein System auch in der Lage, zu identifizieren, welche Teams besonders gut sind - und welche entbehrlich.
dpa-mag
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