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Digitalisierte Ausbildungsberufe

Das neue Ausbildungsjahr startet mit zwölf modernisierten Ordnungen, die durch die Digitalisierung geändert wurden.
Bei der neuen Ausbildungsordnung für den Automobilkaufmann erhalten kommunikative Kompetenzen, veränderte rechtliche Rahmenbedingungen, Datenschutz und -sicherheit einen höheren Stellenwert.  Foto: BIBB
 
von PR-REDAKTION
Vom "Automobilkaufmann" bis zum "Verkäufer" - mit zwölf modernisierten dualen Ausbildungsberufen beginnt das neue Ausbildungsjahr. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BBIB) geht davon aus, dass wieder mehr als eine halbe Million Jugendliche und junge Erwachsene mit einem neuen Ausbildungsvertrag in der Tasche in ihr neues Berufsleben starten.

"Das duale Berufsbildungssystem hat durch das Zusammenspiel von Bund, Ländern und Sozialpartnern in den vergangenen Jahrzehnten seine Flexibilität und Anpassungsfähigkeit immer wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt", findet Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung.
Auch für die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt und die daraus resultierenden veränderten Qualifikationsbedarfe sei die berufliche Bildung gut aufgestellt. "Mit dual ausgebildeten Fachkräften, Technikern und Meistern werden die Unternehmen auch in Zukunft auf qualifiziertes und betriebserfahrenes Personal zurückgreifen können, um digitalisierte Arbeitsplätze zu besetzen, die auch komplexe Spezialistenprofile erfordern." Dies setze aber voraus, so Esser weiter, dass die Unternehmen die Vorteile der beruflichen Bildung auch weiterhin offensiv für ihre Fachkräfterekrutierung und Personalentwicklung nutzen.


Zwölf modernisierte Ausbildungsberufe

Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres treten insgesamt zwölf modernisierte Ausbildungsordnungen in Kraft: Automobilkaufmann/Automobilkauffrau, Biologielaborant(-in), Biologiemodellmacher(in), Bürsten- und Pinselmacher(in), Fleischer(in), Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel, Klavier- und Cembalobauer(in), Luftverkehrskaufmann/Luftverkehrskauffrau, Schuhfertiger(in), Servicekaufmann/Servicekauffrau im Luftverkehr, Verfahrenstechnologe(in) Mühlen- und Getreidewirtschaft, Verkäufer(in). Beim Automobilkaufmann zum Beispiel prägen die zunehmende Digitalisierung, Vernetzung und Elektromobilität die Branche. Moderne Fahrzeuge werden mit neuen Funktionen und Fahreigenschaften ausgestattet, die die Fahrer in Form vielfältiger Assistenz-Systeme unterstützen.
Durch die zunehmende Komplexität der Produkte rückt der Bereich After-Sales verstärkt in den Blickpunkt. Die Bedeutung des Internets für den Handel ist stark gestiegen. Auch in den Verkaufsräumen ist digitale Unterstützung meist schon allgegenwärtig. Dies wirkt sich auf kaufmännische Bereiche wie Marketing und Vertrieb aus. Neu in der Ausbildungsordnung ist eine stärkere Einbeziehung verschiedener Bereiche des Betriebs.
So wird zum Beispiel die Schnittstellenfunktion der Automobilkaufleute zwischen Vertrieb und Werkstatt hervorgehoben, denn Grundlagenkenntnisse über Werkstattprozesse sowie Fahrzeugtechnologien stellen eine wichtige Basis für alle kaufmännischen Tätigkeiten dar. Weiterhin wird der Bereich Kundendienst und Service durch Nutzung digitaler Informationssysteme angereichert. Kommunikative Kompetenzen, veränderte rechtliche Rahmenbedingungen, Datenschutz und Datensicherheit erhalten einen höheren Stellenwert.


327 Ausbildungsberufe

Insgesamt können Jugendliche und junge Erwachsene aus 327 anerkannten dualen Ausbildungsberufen auswählen. Seit dem Jahr 2007 wurden 150 Ausbildungsordnungen überarbeitet und an die aktuellen wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Anforderungen angepasst. Dabei wurden 135 Ausbildungsordnungen modernisiert und 15 Ausbildungsberufe neu geschaffen.
Zurzeit arbeitet das BIBB an der Modernisierung von mehr als zehn weiteren Ausbildungsordnungen, die voraussichtlich im Jahr 2018 in Kraft treten werden. Darunter befinden sich zum Beispiel Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce, Diamantschleifer(in), Lackierer(in)/Maler(in) und Verfahrenstechnologe(in) Metall.
Wie bei allen Modernisierungs- bzw. Neuordnungsverfahren wird parallel hierzu auch der Rahmenplan für den schulischen Teil der dualen Berufsausbildung von der Kultusministerkonferenz (KMK) erarbeitet.
Weitere Informationen zu den modernisierten Ausbildungsordnungen des Jahres 2017 unter www.bibb.de/neue-berufe bzw. www.bibb.de/pressemitteilungen
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