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Therapeuten helfen

Vertrauen ist das A und O

Es ist wichtig, den richtigen Psychotherapeuten auszuwählen, dem Sie vertrauen. Vor der eigentlichen Therapie sind Probesitzungen möglich.
Die Chemie muss stimmen: In sogenannten probatorischen Sitzungen sollten Patienten herausfinden, ob sie wirklich den richtigen Psychotherapeuten gefunden haben.  Foto: Mascha Brichta
 
von PR-REDAKTION
Die Suche nach einem Psychotherapeuten beginnt für Betroffene meist mit einer langen Liste von Namen, die sie abtelefonieren müssen. "Eine Überweisung brauchen sie nicht, jeder Patient kann direkt einen Psychotherapeuten aufsuchen", sagt Mechthild Lahme von der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung. Dennoch sei für manche schon der erste Anruf eine große Hürde. Aber sie rät, auf jeden Fall selbst anzurufen. Denn wer den Partner oder einen Freund vorschickt, vergibt sich die Chance, seine Therapiemotivation zu schildern.


Sitzungen vor der eigentlichen Therapie

Betroffene hoffen meist auf schnelle Hilfe. Denn je länger man auf einen Therapieplatz wartet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Erkrankung verschlimmert. Das Warten wird zur zusätzlichen Belastung. Im Schnitt müssen sich Betroffene laut einer Studie der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) drei Monate für ein erstes Gespräch mit einem psychologischen Psychotherapeuten gedulden.
Bevor eine Therapie beginnt, können Patienten fünf bis acht sogenannte probatorische Sitzungen mit dem Psychotherapeuten wahrnehmen. In diesen Sitzungen kann der Patient seine Beschwerden schildern, und es wird entschieden, ob eine Störung vorliegt, und welche Therapieform sich am besten zur Behandlung eignet. Und der Patient kann entscheiden, ob die Chemie überhaupt stimmt.


Gutachterverfahren

BPtK-Sprecher Kay Funke-Kaiser rät den Patienten, vor allem genau zu prüfen, ob sie zu dem Psychotherapeuten Vertrauen entwickeln können. "Das Gefühl, dass man über alles reden kann, muss da sein", sagt er. Denn schließlich kann eine Therapie auch schmerzhaft und anstrengend sein. Wer den Eindruck hat, sich dem Therapeuten nicht öffnen zu können, vergibt seine Chance auf eine erfolgreiche Therapie.
Entscheidet man sich nach den ersten Sitzungen für die Therapie, muss man einen Antrag bei der Krankenkasse stellen. Dieser enthält eine Einschätzung des Therapeuten inklusive der geplanten Therapie und einen Konsiliarbericht. Der wird meist vom behandelnden Hausarzt erstellt und enthält den körperlichen Befund des Patienten. "Die Kasse gibt den Antrag in ein Gutachterverfahren", erklärt Ann Marini vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen. "Nach positiver Entscheidung geht eine Info an den Versicherten und den Therapeuten."


Hausarzt konsultieren

Doch was, wenn ein Betroffener nicht mehrere Monate auf einen ersten Termin warten möchte oder kann? Eine Alternative sind private Psychotherapeuten, die keine Kassenzulassung haben. In so einer Praxis ohne Zulassung gibt es möglicherweise schneller einen Termin. Doch Vorsicht: Wenn die Behandlung von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden soll, müssen Betroffene die Genehmigung vor Beginn der Behandlung einholen. Alternativ kann man auch den Hausarzt um Unterstützung bitten, rät Funke-Kaiser. Wenn der sieht, dass es dringend ist, könne er möglicherweise selbst zum Telefonhörer greifen und Psychotherapeuten kontaktieren. dpa-mag
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