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Tag der Rückengesundheit

Frühjahrsputz ohne Hexenschuss

Das Haus ist dreckig, aber der Rücken schmerzt? Hier finden Sie Tipps für eine rückenschonende Haltung beim Putzen.
Ordnung schafft der große Frühjahrsputz. Das Putz-Programm in den eigenen vier Wänden kann aber ganz schön auf den Rücken gehen. Wer diesen schonen möchte, greift zum Beispiel zu Kehrgeräten mit ausziehbaren Teleskopstielen.  Foto: Oliver Berg/dpa/tmn
 
von PR-REDAKTION
Den Frühlingsbeginn nutzen viele, um ihre vier Wände gründlich zu reinigen, damit das Zuhause mit dem ersten Sonnenschein um die Wette strahlt. Oftmals stoppen jedoch plötzlich auftretende Rückenschmerzen den Tatendrang. "Bei der Arbeit im Haushalt treten oft Rückenverspannungen und -schmerzen auf, weil die Menschen beim Putzen nicht auf ihre Körperhaltung achten. Eine gebückte oder überstreckte Haltung belastet die Rückenmuskulatur stark. Beim Anheben oder Verrücken schwerer Gegenstände kann dann im schlimmsten Fall sogar ein Bandscheibenvorfall auftreten", weiß Dr. Munther Sabarini, Neurochirurg und Gründer der Avicenna Klinik.


Nicht über Augenhöhe putzen

Um Verspannungen der Schulter- und Nackenmuskulatur vorzubeugen, sollte jeder Putzaktionen, die über Augenhöhe stattfinden, wenn möglich aus dem Weg gehen, da ein langes Anheben der Arme die Muskulatur stark belastet. Lassen sich Überkopfarbeiten nicht verhindern, etwa weil ein Gardinenwechsel ansteht, sollten fleißige Männer und Frauen stabile Leitern oder Trittbretter verwenden und zwischendurch unbedingt Pausen einlegen. So lässt sich ein extremes Überstrecken des Halses vermeiden und dadurch die Halswirbelsäule schonen. "Bei längeren stehenden Tätigkeiten im Haushalt, beispielsweise Abwaschen oder Bügeln, empfiehlt es sich, abwechselnd den linken und rechten Fuß auf einen niedrigen Hocker zu stellen. Dies garantiert eine Aufrichtung von Becken und Wirbelsäule und entlastet so die Bandscheiben", erklärt der Facharzt. Die Verwendung eines stufenlos verstellbaren Bügelbretts verhindert eine gekrümmte Haltung beim Bügeln und entlastet so den Rücken.


Beim Heben nicht verheben

Viele kennen die Situation: Sie wollen den schweren Wäschekorb anheben oder eine Kommode im Wohnzimmer verrücken und fühlen dann einen stechenden Schmerz im Rücken. Zu den häufigsten Ursachen dieser Schmerzen zählen ein krummer Rücken oder ein Hohlkreuz beim Hochheben. Zudem verdrehen viele hierbei noch zusätzlich den Oberkörper. Diese mechanische Reizung führt zu einer enormen Belastung der Bandscheiben, die sich jedoch durch eine richtige Hebetechnik leicht vermeiden lässt. Wie diese aussieht, weiß Dr. Sabarini: "Beim Anheben schwerer Gegenstände gilt es, einen Rundrücken unbedingt zu vermeiden. Man muss die Schultern zurückziehen und vermehrt die Kraft aus den Armen und Beinen nutzen. Anstatt einen Rundrücken zu machen, immer in die Knie gehen. Zudem sollten Menschen, die ihren Rücken schützen möchten, die Last immer körpernah und sehr schwere Gegenstände zu zweit tragen."


Putzgerät macht den Unterschied

Um unnötige Belastungen bei der Hausarbeit zu vermeiden, sollte jeder die Reinigungsutensilien sorgfältig auswählen. Die Stiele von Besen, Wischmopp oder Staubsauger dürfen nicht zu kurz sein. Für einen rückengesunden Frühjahrsputz empfehlen sich Kehrgeräte mit ausziehbaren Teleskopstielen, um die Länge der Körpergröße entsprechend anzupassen und so einen gebückte oder überstreckte Haltung zu vermeiden. Es empfiehlt sich außerdem, Haushaltshelfer zu verwenden, die wenig wiegen. Wer keinen kleinen Putzeimer hat, sollte den großen Eimer seinem Rücken zuliebe nur halb füllen. "Zudem eignen sich Staubsauger mit Rollen besser dazu, den Fußboden rückenschonend zu säubern. Beim Fensterputzen sollten Fensterwischer mit verstellbaren Griffen Anwendung finden, um zu langes Nach-oben-Schauen zu verhindern", rät Dr. Sabarini abschließend.
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