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Helfer in schweren Stunden

Wenn der Partner verstorben ist

Stirbt der Partner, erlebt der oder die Hinterbliebene oft intensiven Schmerz. Psychologe Roland Kachler rät, sich Zeit für die Trauer zu geben.
Ihren Mann einfach zu vergessen, kam für Merve Stöckle nicht in Frage. Sie feiert auch immer noch seinen Geburtstag mit ihrer Familie und Freunden. Foto: Daniel Maurer/dpa-mag
 
von PR-REDAKTION
Wenn der langjährige Partner stirbt, bedeutet das im Leben eines Menschen einen tiefen Einschnitt. Es sei eine intensive Schmerzerfahrung, sagt der Psychologe Roland Kachler, der ein Buch zum Thema geschrieben hat. Diese zuzulassen, ist der erste Schritt. Mehr als ein Jahr sollten sich Witwer und Witwen für die Trauerphase unbedingt Zeit geben. Dann sind Geburtstage, Todestag und Weihnachten ohne den Partner durchlebt - Tage, an denen viele den Verlust wieder schmerzlich spüren.
Oft versuchen Bekannte, Freunde oder Angehörige den Betroffenen mit dem Satz "Er war ja alt" zu trösten - ein Trost sei das aber nicht, sagt Christoph Mock, Theologe und Trauerbegleiter beim Malteser Hilfsdienst. Der Verlust schmerzt unabhängig vom Alter.


Neue Ebene finden

Doch gerade verwitwete Frauen haben oft noch viele Jahre alleine vor sich. Wäre es da nicht besser, möglichst schnell über den Verlust hinwegzukommen? Auf keinen Fall, sagt Kachler. "Den Verstorbenen zu vergessen, ist kein kluger Rat." Vielmehr sollten sie versuchen, eine neue Ebene zu finden, um die Beziehung auf eine andere Weise weiterzuführen. Oft werde zum Beispiel das Gespräch mit dem Partner gedanklich weitergeführt: "Das ist ganz normal", sagt Kachler.
Merve Stöckle zum Beispiel verlor ihren Mann im Jahr 2015. Sie hat einen geselligen Weg gefunden, ihn weiterhin an ihrem Leben teilhaben zu lassen: Zum eigentlich 77. Geburtstag ihres Mannes lud sie ungefähr 40 Freunde ein und bat die Gäste, von besonderen Erinnerungen zu erzählen. "Es war ein sehr heiterer Abend."


Darüber reden

Wichtig ist, die Trauer nicht zu verdrängen, erklärt Mock. "Wenn man ausspricht, was einen bewegt, lernt man, besser damit umzugehen." Wer mit Freunden oder der Familie nicht reden mag oder kann, kann sich zum Beispiel an kirchliche Träger wenden. Diese bieten oft ehrenamtliche Trauerbegleitung, Trauercafés oder Trauergruppen an. Auch viele ambulante Hospizdienste haben eine Trauerbegleitung. dpa-mag
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