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Helfer in schweren Stunden

Die Bestatter-Ausbildung

Bestatter begleiten in Momenten des Abschieds. Welche Eigenschaften sollten angehende Auszubildende dieses Berufs eigentlich mitbringen?
Übergabe der Bestattungsdokumente: Als angehende Bestatterin braucht Carolin Dumbeck viel Empathie, denn die Trauernden sind in einer Ausnahmesituation.  Foto: Martin Storz/dpa-mag
 
von PR-REDAKTION
Carolin Dumbeck ist in ihrer Ausbildung mit einem Thema ständig konfrontiert, das jungen Menschen eigentlich selten begegnet: der Tod. Die 17-Jährige lernt Bestatterin. Sie macht die dreijährige Ausbildung im Bestattungshaus Unter den Linden in Reutlingen. Den theoretischen Teil der Ausbildung absolviert sie an der staatlichen Berufsschule in Bad Kissingen. Dumbeck macht ihren Job sehr gerne. "Ich gehe jeden Morgen gern zur Arbeit", erzählt sie.

Die 17-Jährige musste sich mit dem Thema Trauer früh beschäftigen. Als sie neun Jahre alt war, starb ihr Vater. "Ich habe mir mein ganzes Leben lang immer wieder Gedanken über den Tod gemacht", erzählt sie. Dadurch könne sie sich in Kunden hineinversetzen. "Ich möchte Menschen in einer Phase helfen, die ich selbst erlebt habe."


Rege Nachfrage

Das Interesse am Beruf des Bestatters ist groß. Jedes Jahr machen etwa 150 Jugendliche die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft - die Zahl der Bewerber liegt deutlich höher. Viele der angehenden Bestattungsfachkräfte kämen aus Familienbetrieben, sagt Klaus Werner, der die Fachrichtung an der Schule betreut und den Rahmenlehrplan für die Ausbildung miterarbeitet hat. Andere Azubis hätten selbst jemanden verloren.

Voraussetzung sei neben der psychischen Stabilität eine gute körperliche Konstitution, erläutert Werner. Andererseits spiele auch Kreativität eine Rolle. "Bei den Trauerfeiern muss man die Vorstellungen der Angehörigen umsetzen können."

Wer Bestatter werden will, müsse sowohl die Neigung als auch die Eignung mitbringen, solch einen existenziellen Job auszuüben. "Wir brauchen gefestigte Persönlichkeiten", sagt Oliver Wirthmann, Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur und Pressesprecher des Bundesverbands Deutscher Bestatter.

Bestattungsfachkräfte in Ausbildung verdienen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im ersten Ausbildungsjahr 400 Euro im Bestattungsgewerbe. Im öffentlichen Dienst ist es deutlich mehr. Sie arbeiten nicht nur bei privaten Bestattungsinstituten, sondern auch bei Friedhofsverwaltungen. Die Gehälter ausgebildeter Bestattungsfachkräfte lägen zwischen 2000 und 2300 Euro brutto, erläutert Wirthmann. Es kann im Einzelfall aber auch weniger sein. dpa-mag
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