Tierische Freunde

Wenn Tiere Ängste nehmen

Ob Hund oder Meerschweinchen: Tierische Co.-Pädagogen machen Kindergartenkinder stark und helfen Senioren bei der Bewältigung des Alltags.
Meerschweinchen zu Besuch: Die Kinder können beim Umgang mit den Tieren viel lernen. Foto: IVH
 
von PR-REDAKTION
Meerschweinchen, Zwergkaninchen und Co. sind bei Kindern sehr beliebt, denn sie sehen niedlich aus, werden oft zutraulich und ihrem flauschigen Fell kann kaum jemand widerstehen. Die kleinen Tiere können aber noch viel mehr: Sie eignen sich optimal für Besuchsdienste, beispielsweise in Kindergärten. Dabei leisten sie Erstaunliches, denn sie machen Kinder stark fürs Leben und können sogar Ängste nehmen. "Bereits ab dem sechsten Lebensmonat suchen Kinder die Nähe zu Tieren. Die Vierbeiner sind gute Entwicklungshelfer, denn sie stärken motorische, emotionale und soziale Kompetenzen", erklärt Cornelia Drees, Diplom-Biologin und Fachkraft für Tiergestützte Interventionen aus Worpswede.
Damit Kind und Tier bei so einem Treffen voneinander profitieren können, muss dem kindlichen Bedürfnis nach schneller und lauter Bewegung vorher Raum gegeben werden. "Nach dem Toben kann es losgehen", sagt Drees, die mit ihren Tieren selbst regelmäßig Kindergärten in der Umgebung von Bremen Besuche abstattet.
Und wie sieht so ein Besuch von tierischen Co.-Pädagogen konkret aus? Meerschweinchen und Kaninchen bieten ein großes Repertoire an Verhaltensweisen. Deshalb ist es für Kinder spannend, sie zu beobachten. Das schult die Konzentration. Die Kinder lernen außerdem, Grenzen zu respektieren. Denn auch, wenn die Tiere von Besuchsdiensten in der Regel zutraulich und neugierig sind, müssen sie sich jederzeit zurückziehen können. Zudem erfahren die Kinder, dass auch das kleinste Wesen Stärken hat. Drees: "Wenn wir mit meinen Meerschweinchen Käthe und Fräulein Kunterbunt ein Riechspiel machen, gewinnen die kleinen Nager immer!" Wenn man sich dann ein wenig kennt, wird natürlich auch gekuschelt.
Auch Hunde sind ideale Besuchstiere. Beim Spiel mit ihnen können Kinder zum Beispiel lernen, auch die feinsten Signale der Tiere zu beachten und zu deuten. "Gefühle raten" heißt das bei Drees. Derartige Achtsamkeitsübungen helfen den Kindern dabei, Empathie zu entwickeln. Ganz nebenbei lernen sie die Hundesprache und wie man sich den Vierbeinern gegenüber in verschiedenen Situationen richtig verhält. Das hilft, Ängste abzubauen.
"Die positiven Effekte, die aus der Arbeit mit Tieren erwachsen, sind nachhaltig. Zudem ist das Lernen mit Tieren ausgesprochen kindgerecht. Allein schon durch ihre Anwesenheit entsteht ein Wohlgefühl. Die Kinder sind dann besonders konzentriert, lernfähig und neugierig. Und sie können im wahrsten Sinne des Wortes mit allen Sinnen begreifen", erläutert Drees.
Qualifizierte Tierbesuchsdienste gibt es in ganz Deutschland. Sie sind eine gute Alternative für Institutionen, die keine eigenen Tiere halten können oder möchten. Anbieter sind unter anderem auf der Homepage des Berufsverbands Tiergestützte Therapie, Pädagogik und Fördermaßnahmen www.tiergestuetzte.org/verband/anbieterliste.html zu finden. IVH


Bester Freund und Seelentröster

Die emotionale Bindung der deutschen Senioren zu ihren Haustieren ist groß. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Apothekenmagazins "Senioren Ratgeber", durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 129 Haustierbesitzerinnen und Haustierbesitzern ab 60 Jahren.
Haustiere spenden Trost Demnach sind acht von zehn der ab 60-jährigen Haustierbesitzer davon überzeugt, ihr Haustier spüre ganz genau, wenn es ihnen schlecht gehe und spende ihnen dann Trost. Rund drei Viertel der Befragten dieser Altersklasse hilft die Beschäftigung mit dem Tier, um ihre Alltagssorgen zu vergessen, zwei Drittel haben bei ihrem Haustier das Gefühl, dass es sie wirklich verstehen kann. Für mehr als jeden zweiten älteren Haustierbesitzer ist das Tier auch ein Ersatz für menschliche Nähe - vor allem in Zeiten von Krankheit und Trauer. Ein Drittel betont, das Haustier sei der wichtigste Bezugspunkt in ihrem Leben. Fast ebenso viele erhalten von dem Tier die Zuwendung, die ihnen sonst im Leben fehlt.
Ältere sind nicht
mehr so häufig krank Viele Ältere beobachten auch, dass sie nicht mehr so häufig krank sind, seitdem sie ein Haustier besitzen. Im Interview mit dem "Senioren Ratgeber" erklärt der Diplom-Psychologe und Präsident der Europäischen Gesellschaft für tiergestützte Therapie, Dr. Rainer Wohlfarth, die enge Bindung: "Die Tiere vermitteln das Gefühl, gebraucht zu werden, sie strukturieren den Tag." Vor allem aber sei ein Lebewesen da, mit dem die älteren Menschen sprechen oder schmusen könnten. Außerdem finde derjenige, der mit seinem Hund spazieren gehe, Kontakt zu anderen. ots
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