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Helfer in schweren Stunden

Grabpflege ist Pflicht

Friedhofssatzungen schreiben Grabpflege vor, sonst droht Bußgeld. Wie pflegt eigentlich Bamberg seine Gräber?
Auf dem Friedhof in Litzendorf, Landkreis Bamberg, können Gräber komplett von einer Platte abgedeckt sein.  Foto: RiegerPress
 
von PR-REDAKTION
Grundsätzlich besteht die Pflicht zur Grabpflege. Das schreiben Friedhofsatzungen vor. Wer trotz Aufforderung der Pflege nicht nachkommt, kann mit einem Bußgeld bestraft werden. Es hat allerdings Seltenheitswert, dass es soweit kommt. Das hat die Nachfrage beim Garten- und Friedhofsamt in Bamberg ergeben.


Leistungskatalog der Friedhofsgärtner

Die spannende Frage ist, wann ein Grab als vernachlässigt, ungepflegt oder verwahrlost anzusehen ist. "Darüber kann man sich trefflich streiten", weiß Alexander Helbach von Aeternitas e.V., der Verbraucherinitiative Bestattungskultur. Die Grenze des Erträglichen ist für ihn erreicht, wenn andere Gräber durch den Bewuchs überwuchert bzw. optisch in Mitleidenschaft gezogen werden. Soweit sollte es nicht kommen. Wer mit der Grabpflege überfordert ist, wendet sich an örtliche Friedhofsgärtner, die in aller Regel einen Leistungskatalog anbieten. Helbach empfiehlt außerdem, nur Pflegeleichtes zu pflanzen. In einigen Friedhöfen sei es auch erlaubt, eine Platte aufs Grab anzubringen.


Keine Flaschen

Die Friedhofsatzung in Bamberg schreibt vor, dass sich die Pflanzung der umgebenden Bepflanzung anpassen und sich in die Friedhofsanlage einfügen soll. Unzulässiger Grabschmuck ist auf Verlangen der Stadt Bamberg sofort zu entfernen. Was unzulässig ist, ist in der Satzung aufgeführt: Dosen und Büchsen aus Blech, Kunststoffe, Flaschen, Dauerkränze aus Metall etc. Wer zuwiderhandelt, kann im schlimmsten Fall mit einer Geldbuße belegt werden. Helbach kennt auch das Vorgehen, dass die Friedhofsverwaltung die Grabpflege übernimmt und diese dann in Rechnung stellt.


Bamberg pflegt seine Gräber

Michael Gerencser, stellvertretender Leiter des Garten- und Friedhofsamtes in Bamberg, bescheinigt den Bambergern, bei der Grabpflege sehr penibel zu sein. Das Verhängen von Bußgeld komme so gut wie nicht vor. Wenn die Grabgestaltung nicht der Satzung entspricht, wird per Aufkleber am Grab darum gebeten, mit dem Amt Kontakt aufzunehmen. Gibt es darauf keine Reaktion, versucht das Amt, den Eigentümer per Telefon oder Post zu erreichen. "Das funktioniert in aller Regel." Stellt sich dann heraus, dass der Eigentümer etwa aus beruflichen Gründen wegziehen musste und deshalb das Grab nicht mehr pflegen kann, wird auf die Möglichkeit, einen Friedhofsgärtner mit der Grabpflege zu beauftragen, hingewiesen. Für viele sei das eine Option. geb
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