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Advent

Rote Farbe dank eines gebrochenen Herzens

Der Weihnachtsstern gehört zu den beliebtesten Weihnachtspflanzen. Nach Deutschland kam er im Jahr 1804.
 
von PR-REDAKTION
Dass der Weihnachtsstern, wissenschaftlich Euphorbia pulcherrima genannt, seit vielen Jahrzehnten zu den beliebtesten Weihnachtspflanzen gehört, scheint schon die Tatsache zu beweisen, dass in Deutschland jährlich rund 35 Millionen Exemplare davon verkauft werden. Ursprünglich stammt das Wolfsmilchgewächs aus den tropischen Wäldern Mittel- und Südamerikas; bei den Azteken hieß es, seiner Blätter wegen, cuetlax-xochitl, was "Lederblume" bedeutet. Es war die Lieblingsblume ihres Herrschers Montezuma, der glaubte, dass die rote Farbe der Blätter von den Blutstropfen aus dem gebrochenen Herzen einer unglücklich verliebten aztekischen Göttin herrühre - ein Grund dafür, dass die Franzosen das Gewächs nicht nur als "Rose de Noel" (Weihnachtsrose), sondern auch als "Etoile d'amour" (Liebesstern) bezeichnen. Als solcher wird er in Frankreich gerne zum Muttertag verschenkt. Nach Deutschland kam der Weihnachtsstern 1804, als Alexander von Humboldt ihn von einer Amerikareise mitbrachte. In seiner natürlichen Form kann der immergrüne Strauch kann bis zu vier Meter hoch werden; im Handel werden weit überwiegend Züchtungen der seit den 1950er Jahren am häufigsten angebauten Zimmerpflanze, die es in diversen Rot- und Weißtönen gibt, angeboten. Die farbigen Blätter sind übrigens keine Blüten, sondern verfärbte Hochblätter; die wirklichen Blüten sind klein und eher unscheinbar.


Richtige Pflege

Man kann jahrelang Freude an der Pflanze, die im Sommer auch im Halbschatten im Freien stehen kann, haben, wenn man sie richtig behandelt. Grundsätzlich gilt: Der Weihnachtsstern ist kälte- und zugluftempfindlich und mag es nicht zu nass. Wenn man ihn kauft oder verschenkt, sollte man ihn vor dem Transport gut verpacken. Ist er an seinem Bestimmungsort angekommen, möchte er dort an einem hellen, warmen Platz stehen; Zimmertemperatur ist gut, Fensterplätze sind nicht nur der Zugluft wegen weniger gut geeignet, sondern auch, weil der Weihnachtsstern ungerne direkter Sonnenbestrahlung ausgesetzt ist. Die Erde sollte nie austrocknen, darf aber auch nicht zu nass sein. Darum wässert man ihn am besten entweder über den Untersetzer (wobei darin nach 15 Minuten kein Wasser mehr stehen darf) oder man nimmt die Pflanze aus dem Topf, taucht den Wurzelballen mit der Erde für einige Minuten in Wasser und stellt ihn nach dem Abtropfen zurück in seinen Topf. In der Blütezeit kann er alle zwei Wochen mäßig gedüngt werden. Zum Frühlingsende hin braucht er eine Ruhepause. Dann bevorzugt er einen kälteren Standort und nur wenig Wasser. Nach sechs Wochen kann man ihn umtopfen. Sinnvoll ist es, dabei gleich eine Drainage (zum Beispiel aus Blähton) im Topf anzulegen.


Ab Oktober verdunkeln

Damit der Weihnachtsstern im Winter seine Blätter wieder färbt, braucht er ab Oktober mindestens sechs Wochen, besser noch zwei Monate lang täglich 12 bis 14 Stunden absolute Dunkelheit. Entweder stellt man ihn für die notwendige Ration an Sonnenlichtmangel in ein dunkles Zimmer, oder man deckt ihn täglich einen halben Tag lang mit Folie oder einem umgedrehten Eimer ab. Christsterne lassen sich über Stecklinge, die man in lauwarmes Wasser stellt, um das Ausfließen des Milchsafts zu verringern, vermehren. In Anzuchterde, vermischt mit etwas grobem Sand, wachsen sie gut an; die Zugabe von Wurzeltriebmittel hilft dabei. Obacht ist beim Schneiden der Stecklinge geboten: Der weiße Saft ist, wie bei allen Wolfsmilchgewächsen, giftig.


Mexikanische Legende

Wie der Weihnachtsstern zu seiner Eigenschaft und zu seinem Namen kam, darüber berichtet eine Legende: Pepita, ein armes mexikanisches Mädchen, wollte zum Heiligen Abend das Christkind besuchen gehen. Als es an die Kapelle kam, in der die Krippe aufgebaut war, sah es, wie alle anderen Geschenke für das Kind mitbrachten. Sie selber hatte nichts. Unglücklich pflückte sie einige Gräser und grüne Pflanzen, die sie am Wegesrand fand, und band einen Strauß draus. Als sie ihn dem Kind in die Krippe legte, färbten sich die Blätter an den Stengeln rot. Seither strahlen die Weihnachtssterne an jedem Weihnachtsfest in prächtiger Farbe und heißen "Flores de Noche Buena" -Blumen der Heiligen Nacht.
Christian Dijkstal
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